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Städtereise Leipzig Das sind die Trends in Leipzigs Gastronomie-Szene
Reisereporter Städtereise Leipzig Das sind die Trends in Leipzigs Gastronomie-Szene
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10:50 31.01.2019
Das Restaurant Phô Viêt in der Katharinenstraße lädt zur kulinarischen Reise durch Vietnam ein. Nguyen Thuy (43) betreut die Gäste. Quelle: André Kempner
Leipzig

Leipzig ist immer eine Reise wert. Aber gilt das auch für die Leipziger Gastronomie? Um diese Frage drehte sich das 207. Tourismusfrühstück der Leipzig Tourismus und Marketing GmbH am Mittwoch in der Moritzbastei. Der große Andrang von rund 200 Teilnehmern belegte, wie stark dieses Thema interessiert.

Ständig werden Schließungen und Neueröffnungen bekannt. Die Dynamik in der Branche, die sich durch eine enorme Vielfalt auszeichnet, ist groß. Dennoch steht Leipzig mit konstant 2000 Gastronomiebetrieben gut da – im Gegensatz zum ländlichen Raum. In ganz Sachsen existieren heute ein Drittel weniger Lokale als vor zehn Jahren.

Kneipenmeilen ziehen Kundschaft an

Bachfest, Wave-Gotik-Treffen, Kongresse, Rennveranstaltungen bei Porsche oder auch Spiele von RB Leipzig ziehen Gäste in die Stadt. Begleitend zu ihrem eigentlichen Besuchsanlass erkunden sie mit hohen Ansprüchen nebenbei die Gastronomie. „Wir haben aber auch Betreiber, die diese hohe Qualität nicht kontinuierlich bieten. Daran muss noch gearbeitet werden“, sagte Holm Retsch vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga.

Viele Touristen bleiben nur zwei oder drei Tage. Sie wollen in der City gut essen, haben vorab von Auerbachs Keller, vom (inzwischen geschlossenen) Coffe Baum und vielleicht noch von der Gosenschenke gehört. Doch das Podium war sich einig: Es lohnt sich, auch die Kneipen in den Stadtteilen zu erkunden. Ob Karl-Liebknecht-Straße, Karl-Heine-Straße oder Musikviertel: Angesagte Kneipenmeilen breiten sich in den Quartieren immer mehr aus.

Vietnamesen und Gartenlokale im Wandel

Gastronomie-Fachfrau Petra Mewes, die im Podium saß, verwies auf weitere Trends: „Bei den vietnamesischen Restaurants hat eine neue Generation das Ruder übernommen, die eine frische, vielfältige Küche in neuer Qualität anbietet. Die jungen Leute bekennen sich dazu, Vietnamesen zu sein, und machen keine chinesische Küche mehr.“ Eine spannende Entwicklung zeichne sich in einigen Gartenlokalen ab: „Dort gehen junge Leute rein mit junger, frischer Küche. Zum Teil kaufen sie das auf, was in den Kleingärten ringsum angebaut wird.“ Schon länger beobachtet Petra Mewes außerdem die Eröffnung vieler neuer Tagescafés (die LVZ berichtete).

Oft wissen nicht einmal die Leipziger selbst, was sie für tolle Köche in ihrer Stadt haben. Genussexperte Dominic Brähler arbeitet daran, das zu ändern. So veranstaltet er in diesem Jahr zum dritten Mal ein „Koch Kunst Fest“ (am 11. April im Werk 2), bei dem sich 15 spannende Leipziger Köche und acht bis zehn Direkterzeuger aus der Region vorstellen. Wenn Brähler sich gastronomisch etwas wünschen dürfte, dann „dass die Burgerisierung der Innenstadt nicht weiter voranschreitet.“

Traum vom rustikalen Brauhaus

Gastronom Dietrich Enk räumte ein, dass er mitunter tolle neue Immobilien sieht, die geeignet wären, sich „sein Träumchen, ein rustikales Brauhaus“ zu erfüllen. Aber er traue sich nicht daran. Laut Axel Hüpkes, Präsident des Dehoga in Sachsen, liegt das daran, dass die Gastronomen „in Wahnsinnsvorlage gehen müssen und hoch verschuldet sind, ehe sie den ersten Euro Umsatz machen.“ Bei den Gästen müsse sich auf lange Sicht ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass der Wirt entsprechende Preise aufrufen muss.

Einig waren sich alle Fachleute, dass die ausufernde Bürokratie der Gastronomie schwer geschadet hat und dass die Rahmenbedingungen schleunigst wieder geändert werden müssen. Holm Retsch und Axel Hüpkes berichteten, dass sie dies am Montag beim Neujahrsempfang ihres Verbandes in Dresden intensiv mit Ministerpräsident Michael Kretschmer besprochen haben, vor allem wurde die Flexibilisierung der Arbeitszeit gefordert.

Von Kerstin Decker

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