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Städtereise Leipzig Hier gibt es den besten Weihnachtsmarkt-Glühwein
Reisereporter Städtereise Leipzig Hier gibt es den besten Weihnachtsmarkt-Glühwein
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15:32 04.12.2018
Lena Bichler mit leckerem Sieger-Glühwein "Zur Höll" Quelle: André Kempner
Leipzig

Es war so knapp wie nie: Die fünfte Auflage des großen LVZ-Glühweintests hat nicht nur die gestiegene Qualität in den Tassen nachgewiesen und das Feld noch enger zusammenrücken lassen – sondern auch mit einigen Überraschungen aufgewartet. Dabei lieferten sich die ersten Vier bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Entscheidung fiel quasi auf den letzten Tropfen.

Der Sieger ist...

Der strahlende Sieger heißt Klaus Woerle, der sein Glück bei der Preisverleihung am Montagnachmittag kaum fassen konnte. „Das ist einfach sagenhaft. Vielen Dank allen, die meinem Wein gewogen sind“, jubelte der 65-jährige Franke aus Rothenburg ob der Tauber. Dessen Stand „Zur Höll“, am Rand des Leipziger Marktplatzes gelegen, ist unter Kennern seit Längerem ein heißer Tipp. Nicht umsonst hatte er bereits vor zwei Jahren den dritten Platz im LVZ-Glühweintest erreicht – doch nun folgt der Ritterschlag.

Prämiert wurde sein Roter, der auf Basis eines Pfälzer Landweins angesetzt wird. „Grundvoraussetzung für einen guten Glühwein ist immer ein guter Wein“, erklärte Klaus Woerle, der in seiner Heimat, die aufgrund ihrer mittelalterlichen Altstadt eine weltbekannte Sehenswürdigkeit ist, die Weinstube „Zur Höll“ und ein Hotel betreibt. Aufgesetzt wird der Siegerwein vom dortigen Koch, dem die Nachricht aus Leipzig prompt Freudentränen in die Augen trieb.

Seit zwölf Jahren auf dem Weihnachtsmarkt vertreten

„Wir sind seit zwölf Jahren auf dem Weihnachtsmarkt und geben immer unser Bestes, schließlich schmeckt jeder Wein-Jahrgang anders. Die Auszeichnung ist jetzt eine echte Ehre, die wir sehr zu schätzen wissen“, sagte Klaus Woerle, der auch einen kleinen Einblick in die Erfolgsrezeptur gab: Der Pfälzer Landwein wird mit etwas braunem Zucker, der zuvor karamelisiert wird, gemischt, hinzu kommen Gewürze, Rum und Orangen – „alles ohne Geschmacksverstärker und Konservierungsmittel“.

LVZ-Redakteure und Leser sind beim großen LVZ-Glühweintest akribisch vorgegangen und haben alle Weine des Leipziger Weihnachtsmarktes einer eingehenden Prüfung unterzogen. (Bilder: André Kempner)

Von dieser Mischung wird im heimischen Rothenburg allwöchentlich eine frische Lieferung für Leipzig angerührt. Von der Qualität überzeugte sich umgehend ein bekannter Markt-Nachbar: Wilhelm Wenin aus Südtirol, der den Test vor drei Jahren gewonnen hatte, kostete – und gratulierte dem neuen Sieger.

Die Zweit-und Drittplatzierten

Doch auch die knapp Geschlagenen müssen sich keinesfalls verstecken – eigentlich hätte in diesem Jahr gleich ein Quartett den Sieg verdient gehabt, waren sich die Organisatoren von der LVZ und dem Marktamt einig. Letztlich setzte sich Klaus Woerle nur mit einem Punkt Vorsprung in der Gesamtwertung aller Testrunden vor der Kelterei Oese durch, die schon traditionell in der Petersstraße ausschenkt.

Bei der Verkostung hatte es den Lesern und Experten besonders der weiße Bacchus-Glühwein der Rand-Dresdner angetan. „Ich freue mich riesig, dass wir wieder vorn dabei sind“, sagte Michasel D. Oese und versprach: „Im nächsten Jahr wird wieder angegriffen.“ Auf Platz drei gab es eine absolute Überraschung: Das Saxonia-Catering, das auf dem Nikolaikirchhof einen Stand betreibt, lässt in diesem Jahr erstmals Winzer-Glühwein aus Österreich in die Tassen fließen – und kam mit dem Roten, der einen Blauen Zweigelt als Grundlage hat, sofort auf den dritten Platz.

Der vierte Rang

Den undankbaren vierten Rang belegte Vorjahressieger Walter Hecht mit seinem Rosé-Glühwein – einer diesjährigen Neuheit. Daneben ist Hecht für seinen außergewöhnlichen Eierpunsch – auf rot schimmernder Wein-Basis – bekannt. Doch auch die weiteren Platzierten müssen sich nicht verstecken. So wird beispielsweise bei Knobi-Matti auf dem Augustusplatz unter anderem ein mundender Weißer aus der Pfalz gereicht, setzt Schloss Wackerbarth auf Bewährtes und gibt es bei den Parpalionis vor der Oper einen süffigen weißen Engel. Und auch die Fruchtpunsche von regionalen Anbietern konnten erfolgreich punkten.

Sehr, sehr lecker – die Top 15

1. Zur Höll – Markt, Stand M11/04, roter Glühwein

2. Kelterei Oese – Petersstraße, Stand P11, weißer Glühwein

3. Saxonia Catering – Nikolaikirchhof, Stand N04, roter Glühwein

4. Walter Hecht – Augustusplatz, Stand A34, Rosé-Glühwein

5. Knobi-Matti – Augustusplatz, Stand A06, weißer Glühwein

6. Südtiroler Stand Wenin – Markt, Stand M 11/01, weißer Glühwein

7. Schloss Wackerbarth – Augus-
tusplatz, Stand A21, weißer Glühwein

8. Grillmeister Krell – Nikolaikirchhof, Stand N11, Heidelbeerpunsch

9. Weingut Keth – Markt, Stand M02/01 (Ecke Katharinenstraße), weißer Glühwein

10. Schausteller Parpalioni – Augustusplatz, Stand A25

11. Finnisches Dorf – Augustusplatz, Stand F01, roter Glögi

12. Ratskeller – Markt, Stand 02/04, weißer Glühwein

13. Jägerhütte – Markt, Stand 03/09, Himbeer-Rosé

14. Eberhard Wiedenmann – Grimmaische Straße, Stände
G06 und G18, roter Glühwein

15. Schausteller Zinnecker – Augustusplatz, Stand A29,
Rosé

Daniela Heimann, die 2015/2016 als Sächsische Weinkönigin amtierte und nun ebenfalls die Vielfalt der Glühweine verkostete, erklärt: „Temperatur, Aromen, Süße und auch das Ambiente – all das haben wir berücksichtigt. Mir haben es vor allem die besonders feinen Glühweine angetan, bei denen man herausschmeckt, mit welcher Leidenschaft die Gewürze abgestimmt wurden und sich über die Präsentation Gedanken gemacht wurde. Immerhin ist die Konkurrenz groß.“

Kein schlechter Glühwein

Das bestätigt auch Marktamtschef Walter Ebert. „Es wird immer schwerer, schlechten Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt zu finden“, stellte Ebert am Montagnachmittag bei der Preisverleihung fest, „es lässt sich nicht nur für jeden Geschmack etwas finden, sondern die Qualität hat einen weiteren Sprung nach oben gemacht.“ LVZ-Chefredakteur Emendörfer erklärte: „Wir haben den Ehrgeiz, mit der Jury ein faires Urteil abzugeben. Unsere Leser sollen wissen, wo der Glühwein am besten schmeckt. Jeder kann sich nun den Stadtplan aus der Zeitung oder auf LVZ-Online nehmen und selbst durchkosten.“

Einen Tipp hat schließlich noch Ex-Weinkönigin Daniela Heimann: „Fragen Sie ruhig an den Ständen nach, welcher Wein verwendet wurde oder woher er kommt. Dabei lässt sich vielleicht das eine oder andere Familienrezept herausfinden.“

Von Andreas Debski

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