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Genuss & Leben Der Gin des Lebens – gleich zum Frühstück
Sonntag Genuss & Leben Der Gin des Lebens – gleich zum Frühstück
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19:57 27.10.2017
Cheers, England: Joghurt und Brötchen mit Gin-Geschmack bringen Stimmung an den Frühstückstisch. Quelle: Hersteller
Hannover

Wirklich out war Gin in England ja eigentlich nie: Queen Mum galt viele Jahre als prominenteste Verkösterin der Londoner Sorte Beefeater. Ihre Tochter Queen Elizabeth II. soll bis heute an jedem einzelnen Tag nicht nur ein Glas Gin Tonic zu sich nehmen, sondern obendrein ein Gemisch aus Gin und dem französischen Likör Dubonnet. Ob das womöglich das heimliche Erfolgsrezept der 91-Jährigen ist?

Überhaupt Gin Tonic: Für die Briten ist das nicht irgendein Longdrink, sondern er ist in puncto Popularität einem schnöden Wodka Lemon oder dem Klassiker Rum Cola um Längen voraus. Deswegen nennen sie ihn auch fast ein wenig ehrfurchtsvoll “Gin and Tonic“. So viel Zeit muss sein.

Inzwischen aber nimmt die Liebe der Briten zum trendigen Wacholderschnaps ganz neue Ausmaße an. Die Waliser Molkerei Rachel’s hat einen Joghurt mit Gin- und Zitronengeschmack entwickelt. Schon morgens kann so nun der leicht bittere Geschmack das Frühstück einen Spritzer munterer machen. Vor allem aber die 0,25 Prozent Alkohol, die in jedem Pott “Rachel’s Greek Style Lemon & Gin“ stecken. Für den Hersteller spielt dies eine eher untergeordnete Rolle – denn nach seinen Aussagen sollte der Bio-Gin-Joghurt vor allem deswegen gegessen werden, weil er gesunde Bakterienkulturen enthält. Rachel’s spricht von einer “unwiderstehlichen Frischeexplosion, die Sie schon vor 17 Uhr genießen können“.

Wenn mal wieder ein Meeting nach dem anderen ansteht: Für den dezenten Alkoholgenuss am Arbeitsplatz gibt es jetzt – zumindest in England – süße Brötchen mit Gin-Tonic-Geschmack. Quelle: Hersteller

Die britische Supermarktkette Sainsbury’s hat die Marke bislang exklusiv im Sortiment, und entsprechend steht genau sie derzeit in der Kritik. Der dezente Alkoholgenuss am Morgen öffne dem Alkoholismus Tür und Tor, warnen Verbraucherschützer. Interessiert aber die Kunden nicht – Gin ist auf dem Vormarsch, auch in anderen Lebensmitteln.

Die Großbäckerei Roberts brachte erst kürzlich ihre süßen Brötchen mit Gin-Tonic-Geschmack in die Supermärkte und verspricht dabei “neue Ebenen des Glücks“. Das könnte vor allem an dem einen Prozent Gin liegen, das laut Verpackung in jedem Brötchen steckt. Dazu passt vielleicht ein neues Trendgetränk, das in immer mehr hippen Londoner Bars gemischt wird: Gin-Tonic-Coffee. 35 Milliliter Gin werden dabei mit 10 Milliliter kaltem Kaffee vermischt und mit Tonic Water aufgegossen – fertig. Der Gin-Tonic-Kaffee soll den Magen aufräumen und zugleich wach machen, so preisen ihn zumindest die Barkeeper an.

Gin-Offensive im Weihnachtsgeschäft

In Großbritannien nimmt der Gin-Hype in der Lebensmittelbranche gerade richtig an Fahrt auf, wie es scheint: Es gibt Chips mit Gingeschmack, außerdem Torten, Pasteten und Eiscreme. Der Discounter Lidl verkaufte in seinen Filialen auf der Insel kürzlich Lachs mit einem Hauch Gin Tonic. Und für das Weihnachtsgeschäft kündigte die Kaufhauskette Marks & Spencer eine Gin-Offensive unter anderem mit einem entsprechenden Frischkäse und ebenfalls Lachs an.

Was könnte dazu besser passen als ein Glas Gin and Tonic? Das denken sich offenbar zumindest immer mehr Briten. 2016 stiegen die Steuereinnahmen aus Gin im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent. Sie überholten damit erstmals die des Bieres. Insgesamt kauften britische Verbraucher im vergangenen Jahr rund 40 Millionen Flaschen Gin. Ein Boom mit Folgen: Allein im vergangenen Jahr öffneten 40 neue Brennereien auf der Insel. Ein Ende ist nicht abzusehen.

Von Michael Pohl

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