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Wir machen uns die Taschen voll

Welterfolg Teigtasche Wir machen uns die Taschen voll

Maultasche, Ravioli und Co. haben Geschwister in aller Welt – und lassen Foodie-Herzen höherschlagen. Eine kulinarische Weltreise.

Internationale Köstlichkeit: beinahe jede Kultur hat ihre eigene Variation der Teigtasche.

Quelle: iStock

Hannover. In Deutschland ist die Maultasche ein Star, in Italien sind es Ravioli. Ob rechteckig oder halbmondförmig gefaltet, ob mit Fleisch, Gemüse oder Obst gefüllt: In Asien, Lateinamerika, im Alpenraum und in Osteuropa gibt es Teigtaschen in zahllosen Variationen.

Hätte die Teigtasche einen Reisepass, wäre er wohl voll mit Stempeln. Denn das Gericht gibt es in vielen Ländern der Welt, in etlichen Varianten. Mal werden die Teigtaschen auf zerlassener Butter serviert, mal mit Soße. “Man kann sie kochen, dämpfen, braten oder frittieren. Für den Teig eignet sich jedes Getreide, meistens aber verwendet man Weizenmehl“, sagt Nicole Schmidt. Die Journalistin hat ein Buch über die internationale Speise geschrieben.

Schmidt kennt sich auch aus mit den Legenden, die sich um das Lebensmittel ranken: In Italien heißt es, die Göttin Venus sei in einer Pension abgestiegen, und der Wirt habe sie durchs Schlüsselloch beobachtet. Nach ihrem Nabel soll er dann die Tortellini geformt haben. Die Maultaschen mit Fleisch wiederum sollen entstanden sein, weil die Zarentochter Katharina 1816 ihren Cousin heiratete, zu ihm nach Stuttgart zog und die russischen Pelmeni mit Hackfleischfüllung so nach Schwaben brachte.

Inspiration aus allen Ecken der Welt

Ob mit oder ohne Fleisch – eine innige Liebe zur Teigtasche pflegen auch die beiden Food-Bloggerinnen Patricia Pfeiffer und Alwina Neumann. “Wir lieben die Inspiration aus allen Ecken der Welt“, sagt Patricia. Und Alwina ergänzt: “Warenki aus der Ukraine, Baozi aus China oder Piirakka aus Finnland – es ist einfach fantastisch, fremde Länder kulinarisch zu erforschen.“

Allerdings ist Fingerfertigkeit gefordert, um den Teig unfallfrei in Form zu bringen. “Da heißt es üben, üben, üben – dann stellt sich der Erfolg ein“, ermuntert Brigitte Kaufmann, die in ihrem Restaurant in Villach die Kärntner Spezialität Kasnudel auf die Teller bringt – eine besonders kunstvoll mit Wellenrand gefaltete Kreation mit einer Kartoffel-Quark-Füllung.

Doch auch andere Länder haben die Taschen voll. Eine Übersicht.

Aus China

Aus China: Dim Sum

Quelle: Hädecke Verlag

Dim Sum: Der Oberbegriff Dim Sum bezeichnet gedämpfte kleine Teigtäschchen in runder oder halbmondartiger Form. Sie kommen ursprünglich aus der kantonesischen Küche Chinas. Für die Füllung der winzigen Teigflecken aus Reis- oder Weizenmehl ist alles erlaubt: Schweinefleisch, Bambus, Frühlingszwiebeln, Koriander, Garnelen. Traditionell werden Dim Sum, obgleich eher pikant, in der ersten Tageshälfte verzehrt.

Aus Südamerika

Aus Südamerika: Empanadas

Quelle: iStockphoto

Empanadas: In Südamerika und Spanien stellt man traditionell einen Teig aus Weizenmehl, Butter und Eiern her, der in Förmchen gebacken wird. In Venezuela oder Kolumbien wird auch Maismehl verwendet. Die Bezeichnung Empanada leitet sich ab vom spanischen Wort für Brot, „pan“. Hack- oder Hähnchenfleisch, Gemüse oder Meeresfrüchte gehören zu den pikanten Füllungen. In jedem Land gibt es spezielle Varianten.

Klassisch schwäbisch

Klassisch schwäbisch: Maultaschen

Quelle: dpa-tmn

Maultaschen: Ursprünglich kommen sie aus Schwaben: Rechteckige, meist mit Fleisch gefüllte Teigtaschen, die in einer Fleischbrühe serviert werden. Man kann Maultaschen aber auch „schmelzen“, das heißt mit Zwiebeln in Butter anbraten.

Italienischer Klassiker

Italienischer Klassiker: Ravioli

Quelle: Pfannenliebling

Ravioli: Sie sind ein italienischer Klassiker. Der Teig enthält Eier, die Täschchen werden quadratisch oder rechteckig, kreisrund oder auch dreieckig gefaltet. Innereien, Mangold, Fisch, Esskastanien oder Kürbis – bei der Füllung ist fast alles möglich.

Deftig oder süß gefüllt

Deftig oder süß gefüllt: Pierogi

Quelle: Stockphoto

Pierogi: Sie können rund, eckig oder halbmondförmig sein und werden vorwiegend in Osteuropa verspeist. Die Füllung kann süß oder pikant ausfallen – mit Fleisch, Käse, Quark, Kartoffeln, Leber, Weißkohl oder Sauerkraut, im Sommer auch mit frischen Früchten.

Kunstvoll gefalteter Rand

Kunstvoll gefalteter Rand: Kasnudeln aus Österreich

Quelle: iStockphoto

Kasnudel: Die Kärntner Nudel oder auch Kasnudel wird gekrendelt, das ist eine kunstvolle Falttechnik. „Die Hülle ist ein normaler Nudelteig und die Füllung variiert von Tal zu Tal“, erklärt die Köchin Brigitte Kaufmann. „Wir füllen die etwa faustgroßen Teigtaschen mit Zwiebeln, Bröseltopfen (grobem Quark) und gekochten Kartoffeln.“ Serviert wird die österreichische Spezialität mit brauner Butter und frisch geschnittenem Schnittlauch.

Gyoza aus Japan

Gyoza aus Japan

Quelle: Pfannenliebling

Gyoza: Gyoza sind die japanische Variante von kleinen halbmondförmigen Teigtaschen, die ursprünglich aus China stammen. Die Täschchen aus hauchdünnem Teig werden erst gebraten, dann gedämpft. Der Teig wird zu kleinen Kugeln geformt, die man mit einem normalen Glas dünn ausrollen kann. Die Füllung besteht in der Regel aus Gemüse, Hackfleisch oder Garnelen, aber auch Shiitakepilze sind üblich.

Von Katja Wallrafen

Hannover 52.3758916 9.7320104
Hannover
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