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Kolumnen Rrrrrrrrr, rrrrrrrrrrr!
Sonntag Kolumnen
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20:00 11.08.2017
Macht stark und schont Gehör und Nase: Der Klassiker unter den Mähern. Quelle: iStockphoto
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Hannover

Umwelt ist ja immer ein Thema, mal diesel, mal jenel, mal die Auswirkungen schlechter Kalauer auf die globale Erwärmung. Gerade sind es Autos, es herrscht die x-te allgemeine Verunsicherung. Darf ich mit meinem Diesel-Aufsitzmäher Iseki SXG 216 demnächst noch meinen Stadtrasen mähen oder die kurze Tour zum Lottoscheinabgeben fahren? Wer fühlt sich dafür zuständig? Matthias Müller? Oder der von Daimler, der mit dem Luftfilter unter der Nase, den man so leicht mit dem Fernsehkoch und dem Sänger der Höhner verwechseln kann?

Vielleicht ist es einfach wieder Zeit für den guten alten Handrasenmäher. Rrrrrrr, rrrrrrr! Da gibt’s für 80 Euro schon was Ordentliches, 40 Zentimeter Schnittbreite, Spindel mit vier Messern und Schnitthöhenverstellung. Man hat die Entwicklungen in der Handrasenmäherszene ein bisschen aus den Augen verloren in den vergangenen 40 Jahren, aber Parallelen zur technischen Genese von Handrasierern sind unverkennbar. Nur dass der Handrasenmäher echt unplugged ist und Philipp Lahm nicht für ihn wirbt, obwohl er von der Sportart und vom Namen her prädestiniert wäre.

Rasen schick, Bizeps dick

Man muss es mal so sehen: Handrasenmähen schont nicht nur die Umwelt und die eigene Gesundheit, sondern hat minimale Folgekosten und hält fit. Für das, was, sagen wir, ein Al-KO Soft Touch 38 HM Comfort allein durch seine Bedienung an Muskelgruppen anspricht, bezahlt man im Fitnessstudio 50 Euro im Monat. Und der Rasen wuchert und wuchert. Mit dem 38er HM, wie er in Branchenkreisen genannt wird, wird der Rasen schick und der Bizeps dick.

Von Woche zu Woche legt der handmähende Mann mehr Oberbekleidung ab, hört “Survivor“ aus dem Transistor, lässt in tänzerischer Leichtigkeit die Spindelmesser rotieren und stellt sich diesen Anblick vor dem geistigen Auge in Zeitlupe und mit Zuschauern vor. Während Dieselhorst von nebenan den Planeten zugrunde richtet.

Handrasenmähen ist also Öko-Showbusiness, das einzige übrigens, bei dessen Fantreffen und Oldtimershows sowohl Arnold Schwarzenegger als auch Rebecca Harms die Schirmherrschaft übernehmen können. Und am Ende des Sommers, wenn Rasen und Körper vollendet sind, geht’s mit dem Handmäher zur Lottostelle.

Von Uwe Janssen

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