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Das ist die neueste Masche

Warme Wolle für kalte Wintertage Das ist die neueste Masche

Grob, dick und schwer kommen die neuen Strickpullover daher. Noch dazu sind sie verziert mit Gold und jeder Menge Glitzer. Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt. Und nicht jedes Kleidungsstück, das nach Pullover aussieht, hält auch warm. Zeit für echte Wolle. Hier sind einige Kandidaten.

Nicht alles, was wie ein Strickpullover aussieht, ist auch echte Wolle: Tipps für Winterbegleiter, die nicht nur schön sind, sondern wirklich warm halten.

Quelle: Francesco Gallarotti

Mit Muße: Fair-Isle-Pullover

Was macht man auf einer Insel, die sich 70 Einwohner und 1000 Schafe teilen? Die britische Strickmodedesignerin Mati Ventrillon zumindest fand dort ihr Glück. Vor einigen Jahren bewarb sich die Britin um eines der 22 Häuser auf der schottischen Insel Fair Isle, die als Natur- und Kulturgut geschützt wird. Als ihre Pläne, dort ein Café zu eröffnen, mangels Nachfrage scheiterten, besuchte sie die örtliche Strickkooperative. Mittlerweile betreibt Ventillon ein gut laufendes Geschäft mit teilweise maßgefertigten Pullovern, Mützen und Schals mit dem typischen, grafischen Strickmuster der traditionellen Handwerkskunst.

Die Nachfrage ist höher, als Ventrillon liefern kann. Zwar ist Fair-Isle-Muster angesagt und auch das italienische Modehaus Valentino sowie die Franzosen von Yves Saint Laurent ließen sich für ihre Kollektionen von dieser Kunst inspirieren. Ventrillon aber bleibt eisern: Echte Fair-Isle-Pullover werden nur auf der Insel gefertigt. Und das geht eben nur so wie alles dort: Langsam und mit der notwendigen Muße.

Fair-Isle-Pullover von Mati Ventrillon

Fair-Isle-Pullover von Mati Ventrillon.

Quelle: Mati Ventrillon

Gestrickter Kult: Gudrun & Gudrun

Die dänische Krimiserie "Kommissarin Lund" war vor einigen Jahren eine Ausnahmeerscheinung im Fernsehen. Abseits der spannenden Handlung und der damals noch innovativen Erzählweise sprach man über den Pullover, den Hauptdarstellerin Sofie Gråbøl darin fast ununterbrochen trug: ein Modell aus dicker, warmer Wolle mit nordischem Muster. Gestrickt hatten ihn einer schönen Legende nach einige alte Frauen von den Färöerinseln, die das Label Gudrun & Gudrun unter Vertrag genommen hatte.

Das stimmt bis heute: Die handgestrickten Modelle stammen nach Unternehmensangaben aus den Händen von Frauen aus Peru, Jordanien und von den Färöerinseln, die sich damit ihren Lebensunterhalt verdienen. "Wir glauben daran, dass Autonomie und Selbstbestimmung von Frauen mit dem eigenen Geld anfangen", heißt es auf der Homepage von Gudrun & Gudrun. Wie schön, dass das Eco-Label auch weiterhin handgestrickte Pullover anbietet, die aussehen, als stammten sie als Kommissarin Lunds Kleiderschrank. Was bleibt, ist das Bedauern darüber, dass es keine vierte Staffel geben wird.

Ihre Garderobe am Set bestand vor allem aus handgestrickten Pullovern: Sofie Gråbøl als Sarah Lund in einem Pullover von Gudrun & Grudrun.

Ihre Garderobe am Set bestand vor allem aus handgestrickten Pullovern: Sofie Gråbøl als Sarah Lund in einem Pullover von Gudrun & Grudrun.

Quelle: dpa

Gutes Werk: Handknitting Association of Iceland

Im EM-Sommer 2016 haben wir mit der isländischen Fußball-Nationalmannschaft gefiebert. Dann kam der kalte Herbst. Mittlerweile sehnen wir uns nach warmer Wolle – und erinnern uns, dass Island neben Leidenschaft und Landschaft auch hochwertige Schafwolle und landestypische Pullover mit schönen Mustern zu bieten hat. Einige Modedesigner schauten für die Saison Herbst und Winter 2016/2017 ebenfalls in den Norden.

Wer am liebsten ein Original trägt, kann es bei der Handknitting Association of Iceland bestellen. Die bereits im Jahr 1977 gegründete Kooperative verkauft neben vielem anderen auch handgestrickte Pullover mit dem typischen Muster aus echter Islandwolle. Das hat bis heute zudem seine soziale Berechtigung: Die Mitglieder – allen voran Frauen – stricken, um mit den Einnahmen ihr schwaches Einkommen aufzubessern. Huh.

Handknitting Association of Iceland

Handgestrickte Klassiker von der Handknitting Association of Iceland.

Quelle: handknit.is

Mit eigenen Händen: Lala Berlin

Designerin Leyla Piedayesh geht ihren eigenen Weg. Der Gründerin des Berliner Advantgarde-Labels Lala Berlin gelingt es auf diese Weise wieder und wieder, den Geist der Metropole in ihrer Mode zu spiegeln. Ihre Entwürfe sind lässig und schick, aber niemals angepasst, sondern vielmehr großzügig und manchmal auch rotzfrech. Deshalb ist es vielleicht auch keine große Überraschung, dass sich Anhänger dieser Mode ihre Stücke nun auch selbst fertigen können. Leyla Piedayesh gibt zumindest die Stricknadeln ab – und legt ihre Entwürfe vertrauensvoll in die Hände ihrer Kunden.

Dank der nun schon mehrjährigen Kooperation von Lala Berlin und dem Label Lana Grossa stricken diese Pullover, Halstücher und Mützen des Labels einfach selbst. Die Wolle kommt auf Wunsch in fertig zusammengestellten Kits samt Stricknadeln und Anleitung bequem per Post nach Hause. Das hat einen gewissen Preis. Aber wer sich ranhält, kann noch im selben Winter ein handgefertigtes Designerstück tragen.

Designermode zum selberstricken: Pullover von Lala Berlin und Lana Grossa.

Designermode zum selberstricken: Pullover von Lala Berlin und Lana Grossa.

Quelle: Lala Berlin

Seltene Kunst: Casimier

Menschen, die eine Handstrickmaschine bedienen können und diese Tätigkeit auch beruflich ausführen wollen, sind in Deutschland seit der industriellen Revolution selten geworden. Tanyel Cetin und Geschäftspartner haben sie trotzdem gefunden. Für das Berliner Label Casimier produzieren sie unter anderem in Potsdam Schals, Mützen und Handschuhe aus feiner, kuscheliger Baby-Alpaka-Wolle.

Dass diese im Winter schön warm hält, weiß, wer an einen der streng limitierten Pullover des Labels gekommen ist. Allerdings sind diese Exemplare eher selten. Sie sind in der Herstellung so teuer, dass sich der Verkauf über einen Händler kaum lohnt – zumindest solange niemand Preise von 200 bis 400 Euro pro Pullover bezahlen kann oder will. Da sich das Unternehmen auf eine nachhaltige und faire Produktionsweise verpflichtet hat, bleiben die Stücke leider noch eine Ausnahme, die immerhin schön wärmt.

Casimier Pop-Up Store

Seltenes Glück für Kaschmir-Liebhaber: Casimier Pop-Up Store in Berlin.

Quelle: Casimier
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