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Lachen an der Schmerzgrenze

“South Park – Die rektakuläre Zerreißprobe“ Lachen an der Schmerzgrenze

Die Macher der Fernsehserie “South Park“ haben seit Jahren ihre Freude am Brechen von Tabus und abgründig-respektlosem Humor. Diese Freude steckt auch im neuen Rollenspiel “Die rektakuläre Zerreißprobe“.

Scherze an der Grenze: Das neue “South Park“-Spiel macht sich über Superhelden und Marvels Kinouniversum lustig.
 

Quelle: Ubisoft

Hannover.  Als die Fernsehserie “South Park“ startete, da schlug sie regelrecht ein: Sie haute dem US-Publikum die volle Wucht der freien Meinungsäußerung um die Ohren. Sie war billiger, bissiger und respektloser als alle anderen. Mitlachen konnte nur, wer auch über sich selbst lachen konnte. Das war 1997. 20 Jahre später geht es “South Park“ so wie den “Simpsons“: Niemand erschreckt sich mehr darüber. Im heutigen gesellschaftlichen Klima sind krasse oder respektlose Witze nichts Besonderes mehr.

Trotzdem gibt es “South Park“ noch. Offenbar haben die Macher immer noch ihren Spaß. Und diese Freude steckt auch im neuen Rollenspiel “Die rektakuläre Zerreißprobe“. Es ist wie schon der Vorgänger “Der Stab der Wahrheit“ ein Rollenspiel mit einer linearen Geschichte. Auf der Stadtkarte von “South Park“ werden Missionen, Rätsel, Fundstücke und unzählige rundenbasierte Kämpfe verteilt.

Die Macher der Fernsehserie “South Park“ haben seit Jahren ihre Freude am Brechen von Tabus und abgründig-respektlosem Humor. Diese Freude steckt auch im neuen Rollenspiel “Die rektakuläre Zerreißprobe“.

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Das letzte Spiel wirkte revolutionär, weil es den Look und den Sound der Fernsehserie perfekt imitierte. Dagegen kann die Fortsetzung nur noch an Stellschrauben drehen. Das letzte Spiel war eine Parodie auf Fantasy im Stil des “Herrn der Ringe“, das neue macht sich über Superhelden und Marvels Kinouniversum lustig. Wirklich besser ist das neue Spiel dank des Kampfsystems. In Teil eins wurden die Scharmützel monoton, jetzt sind sie deutlich taktischer, wenn auch nicht schwierig. Schwer wiegen hier nur die Pointen.

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Der allgegenwärtige Humor geht bis in die Spielmechanismen: Die Hautfarbe des Charakters regelt den Schwierigkeitsgrad, Missionsziele sind banaler Unsinn wie die Beschaffung eines Burritos, Endgegner brechen mittendrin den Kampf ab und verhandeln, welche Treffer nicht zählen. Gelacht wird also auch darüber, wie Videospiele funktionieren.

Aber Menschen müssen schon sehr schmerzfrei sein, um alle Witze lustig zu finden. Der Großteil ist überraschend intelligent, macht sich über kindliche Fantasie, miefige Vorstädte, bürgerliche Doppelmoral und Videospiele im Allgemeinen lustig. Einige Male ist der Humor aber platt und patzig – Sprachfehler, Behinderungen, Ausbeutung und Missbrauch liefern billige Lacher ohne erkennbaren Kommentar oder Hintergedanken.

Manche Pointe geht zu weit

Offenbar sollen die geschmacklosen Witze uns daran erinnern, dass es hier keine Tabus gibt. Die Position ist nachvollziehbar, aber über so manche Pointen zu lachen ist eindeutig schwierig. Das Problem hat die Fernsehserie freilich genauso. Wer damit leben kann, der findet hier ein Spiel, das über weite Strecken besser ist als das Original.

Von Jan Bojaryn

Wertung und Infos

4 von 5 Punkten

Genre: Action-Adventure
Erscheinungsdatum: 17. Oktober 2017
Plattformen: PC, Playstation 4 und Xbox One
Preis: ca. 50 bis 60 Euro (hier bei Amazon bestellen)
Jugendfreigabe: ab 16 Jahren
Entwickler: Ubisoft
Publisher: Ubisoft
Website: www.ubisoft.com

Das sollten Eltern wissen

Die Freigabe „ab 16“ mag auf einige Eltern abschreckend wirken. Sie können sicher sein: Dieses Spiel ist nicht schädlicher für Kinderseelen als die TV-Serie. Auf der einen Seite wirken Sex und Gewalt dank des kruden Grafikstils immer auch ein bisschen niedlich, wie aus dem Hausaufgabenheft eines gelangweilten, ungezogenen Kindes abgeschaut. Auf der anderen Seite macht sich das Spiel wie schon die Vorlage über problematische Themen lustig, etwa die Ausbeutung Prostituierter, oder Kindesmisshandlung in der Kirche. Kann der Nachwuchs mit diesen Themen umgehen, ist er alt genug für „Die rektakuläre Zerreißprobe“.

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