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Leipzig sucht den Besten
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Mit einprägsamen Motiv und starker Lobby zum Sieg: das Erfolgsgeheimnis von Cayas Camillo

Mit einprägsamen Motiv und starker Lobby zum Sieg: das Erfolgsgeheimnis von Cayas Camillo

Leipzig hat einen neuen "besten Hund": In diesem Jahr hatte Cayas Camillo von der Dresdner Heide die Hundeschnauze vorn. Damit gelang ihm, was Zwergschnauzer Diego von den Parthewiesen 2010 verwehrt blieb: Als Aufsteiger der letzten Votingtage machte er dem bis dato führenden Hund den schon sicher geglaubten Sieg doch noch streitig.

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Quelle: Privat

Während Diego seiner Zeit den späteren Gewinner Whisky nur vorübergehend "ärgerte" und sich am Ende mit dem zweiten Platz begnügen musste, zog Cayas im Abstimmungsendspurt ein Ass aus dem Ärmel, das auch gegen seinen stärksten Widersacher Ossi stach: seine Fangemeinde. "Wir haben mit hohem persönlichen Einsatz und viel Liebe versucht, so viele Unterstützer wie möglich zu finden", sagt Frauchen Christiane Katharina Darlatt. Das Engagement zog große Kreise, von Aushängen in einer Arztpraxis und Apotheke bis hin zu Kontakten ins Rathaus und Regierungspräsidium. "Wir haben keine Mühen gescheut und alle verfügbaren Kräfte akquiriert", erklärt die 47-Jährige. Die Leipzigerin habe sogar völlig fremde Menschen angesprochen. "Wollen Sie die schlimmste Geschichte hören?" fragt sie lachend und erzählt halb beschämt, halb stolz, dass sie beim Spazieren gehen mit ihrem Hund zwei Fahrradfahrern die Frage nach dem Weg nur unter der Bedingung beantwort hat, dass die beiden abstimmen. "Sie haben vor meinen Augen ihre SMS abgeschickt." Schmunzelnd fügt sie hinzu: "Da bin ich gnadenlos".

Diese Taktik, ist sich die Psychotherapeutin sicher, war mit ausschlaggebend für den Erfolg. "Die stärkste Community hat gesiegt, allein wäre das nicht zu schaffen gewesen." Das Gerücht, sie habe Cayas selbst hoch gevotet, entkräftet sie: "So wollte ich nicht gewinnen, das wäre Selbstbetrug gewesen. Außerdem sollte sich ja nicht der reichste Hundebesitzer den Titel erkaufen." Die Rekordzahl von über 4000 Stimmen sei vor allem durch das Foto an sich zustande gekommen. In dessen "Botschaft" sieht Christiane Katharina Darlatt den wahren Grund: "Das ist nicht einfach ein niedlicher Welpe, das Bild hat eine Aussage. Der Hund sagt mit seinem aufmerksamen, klaren und direkten Blick ‚Ich weiß genau, was ich will und ich bin bereit dafür etwas zu tun". Das wirke sympathisch und habe Überzeugungskraft, damit hätten sich die Menschen identifizieren können. "Cayas passt eben zu Leipzig, die Leipziger sind ein bisschen größenwahnsinnig."

Besonders an Cayas ist darüber hinaus seine Arbeit als Thearapiehund. Der sechs Monate alte Vierbeiner begleitet seine Besitzerin täglich in ihre Praxis. Wenn es gewünscht wird und sowohl er als auch die Patienten einverstanden sind, ist der Magyar Vizsla in den Gesprächssitzungen mit dabei. "Er wird wie ein Kollege behandelt", berichtet die Psychotherapeutin. "Er ist einfach ein guter Hund." Da überrascht es nicht, dass Christiane Katharina Darlatt ihren Liebling bei unserem Fotowettbewerb anmeldete. Allerdings sei es eine spontane Entscheidung gewesen, nachdem sie die Plakate der "Hund und Heimtier"-Messe mit Vorjahressieger Whisky gesehen hatte. Der passende Schnappschuss war schnell im iPhone gefunden "und wenn ich einmal sage, ich mache etwas, dann mache ich das richtig", ergänzt sie.

Die Reaktionen nach dem Gewinn der Aktion rührten Christiane Katharina Darlatt trotzdem zu Tränen. "Ganz viele haben sich gemeldet und gratuliert. Ich habe so etwas noch nicht erlebt. Damit haben wir nicht gerechnet, es ist ein tolles Gefühl", fasst die 47-Jährige zusammen. Als kleines Dankeschön an alle Helfer wird es eine "Rudelparty" geben. Cayas wird unterdessen nur noch mit "Siegerhund" angesprochen. Dem Fotoshooting sieht sie gelassen entgegen: "Ich verlasse mich ganz auf seinen Charme, er spricht für sich."

Constanze Dietsch

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