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Vierbeiner als Lebensretter: Leipziger Hündin Cira geht zum Blutspenden

Vierbeiner als Lebensretter: Leipziger Hündin Cira geht zum Blutspenden

Als Linda Hessel den Aufruf zum Fotowettbewerb "Leipzig sucht den Besten" in der Leipziger Volkszeitung las, musste die 25-Jährige nicht lange überlegen. Ihr "Nimmersatt" Cira, 7 Jahre alt, ist ein braves Hündchen.

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Hündin Cira befindet sich beim Blutspenden in liebevollen Händen.

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. Genau deshalb ist Cira auch Blutspenderin. Die Premiere vor einigen Monaten verlief reibungslos. LVZ-Online-Mitarbeiterin Regina Katzer traf sich mit Cira und Frauchen zur zweiten Blutspende in der Tierärztlichen Klinik für Kleintiere in Panitzsch.

Gemeinsam mit der Hündin betreten wir das Behandlungszimmer von Tierärztin Meike Stamm. In Leipzig existieren lediglich zwei Blutbanken für Tiere, eine in der Tierklinik für Kleintiere der Universität und die andere in Panitzsch. „Am Anfang habe ich jeden Besitzer eines großen Hundes angesprochen, um möglichst viele Spender zu aktivieren“, erzählt die Ärztin, die die Blutbank vor erst vier Jahren aufgebaut hat. Handel darf mit dem Blut nicht betrieben werden, man darf es  nur selbst anwenden und anderen Tierärzten damit aushelfen. Rote Blutkörperchen und Blutplasma werden in einer Zentrifuge voneinander getrennt und danach tiefgefroren. Während die Blutkörperchen fünf Wochen aufbewahrt werden können, hält das Plasma fünf Jahre.

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Leipzig. Als Linda Hessel den Aufruf zum Fotowettbewerb "Leipzig sucht den Besten" in der Leipziger Volkszeitung las, musste die 25-Jährige nicht lange überlegen. Ihr "Nimmersatt" Cira, 7 Jahre alt, ist ein braves Hündchen. Genau deshalb ist Cira auch Blutspenderin. Die Premiere vor einigen Monaten verlief reibungslos. LVZ-Online-Mitarbeiterin Regina Katzer traf sich mit Cira und Frauchen zur zweiten Blutspende in der Tierärztlichen Klinik für Kleintiere in Panitzsch.

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Bevorratet wird immer nur eine Spende aus roten Blutkörperchen, das würde in der Regel auch ausreichen, so Stamm. „Bisher wurde Blut noch nie weggeworfen“, erzählt sie. Plasma habe sie mehr auf Lager, zirka 40 Beutel. Es gilt: Stimmen die Blutgruppen der Spender und Empfänger überein, kann das Blut rasseübergreifend verwendet werden. Das heißt, ein Pudel kann durchaus für einen Rottweiler spenden. Derzeit befinden sich in der Panitzscher Spendenkartei 20 aktive Blutspender, die Meike Stamm bei Bedarf kontaktiert.

Cira hat mittlerweile den Blutcheck ohne Befund überstanden, das Prozedere kann beginnen. Dass sich die siebenjährige Australian-Shepherd-Hündin als Spenderin eignet, hat die Tierärztin schon nach der ersten Spende im April 2013 in der Patientenakte vermerkt: „War ruhig und lieb, guter Spender“.

Generell kann jeder Hund Blut spenden, der noch nicht Empfänger einer Bluttransfusion war, zwischen acht Monaten und acht Jahren alt ist, möglichst über 20 Kilogramm auf die Waage bringt, regelmäßig geimpft und entwurmt ist, eine Milz hat und nicht trächtig gewesen ist. Auch die Besitzer müssen mitspielen und entspannt sein. Ohne ihre Anwesenheit gehe es nicht, so Stamm.

 

Anders als bei blutspendenden Katzen, die betäubt werden müssen, liegt Hündchen Cira ohne Narkosemittel auf dem Tisch, lässt sich das Geschirr abnehmen, von Frauchen am Kopf kraulen und ab und an ein Leckerli zustecken. Die Ärztinnen Meike Stamm und Fanny Herrmann sowie Stefanie Kriegler, die tiermedizinische Fachangestellte, arbeiten Hand in Hand: Sie rasieren eine kleine Stelle am Hals,  desinfizieren die Wunde, dann kommt die Nadel zum Einsatz. Das Blutgefäß der Halspartie ist groß und wird deshalb für die Blutentnahme genutzt. Bei entspannten Hunden wie Cira läuft das Blut zwar langsamer, da der Blutdruck nicht sehr hoch ist, aber die Situation ist stressfrei für alle Beteiligten.

 

Maximal 500 Milliliter Blut können einem Hund entnommen werden, die Faustformel lautet 16 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht. Da sich das Blut rasch nachbildet, kann ein Vierbeiner theoretisch aller drei Wochen spenden. In der Tierklinik wird jedoch ein Mindestabstand von drei Monaten eingehalten.

Nach der Blutentnahme, bei der sich Cira kein einziges Mal zu Wort gemeldet hat, dauert es keine 20 Sekunden und die Hündin ist wieder auf den Pfoten. Mit dem Schwanz wedelnd, einem letzten Leckerli im Maul und einem Vermerk im Blutspendeausweis, verlässt sie mit Frauchen das Behandlungszimmer.

Wer sich nun entschließt, seinen Vierbeiner als Blutspender anzumelden, kann sich über einen kleinen finanziellen Anreiz freuen: Die Blutuntersuchung ist kostenfrei, ebenso die notwendige jährliche Impfung.

Regina Katzer

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