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In einer Stunde zum Recherchemeister? - Gar nicht so leicht

Praxistest In einer Stunde zum Recherchemeister? - Gar nicht so leicht

In dieser vierten Unterrichtsstunde war zu Beginn "schwere Recherchearbeit" angesagt: Der Stundenplan war kurzzeitig außer Kraft, dafür gab es den "LVZ-Zeitungsflirt". Und die Redakteurin der LVZ-Lokalredaktion, die zum "Flirten" gekommen war, schickte die 54 Schüler aus der 4a und 4b der Wilhelm-Busch-Grundschule zunächst auf den Schulhof.

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LVZ-Aktion "Zeitungsflirt" in der Wilhelm-Busch-Grundschule in der Heinrichstraße in Leipzig. Die Kinder der 4. Klassen erkunden den Schulhof.

Quelle: André Kempner

Fast täglich, ja wohl schon hunderte Male hatten die Mädchen und Jungen dort getobt und getollt. Den Hof kennen sie aus dem Effeff! Jeden Winkel! Oder doch nicht jeden? Gab es da nicht doch irgendetwas, was ausgerechnet heute doch anders war?

In kleinen Trupps, mit journalistisch-scharfem Blick und Spürnasengeschick, wurde daraufhin jeder Quadratmeter nochmals gecheckt. Die Ausbeute: Beachtlich! "Wir haben eine schwarze Tonne gefunden, die stand da noch nie!", meldete Parmarj. "Eine Bank ist verschoben!", machten Ilias und die Seinen aus. "Ich weiß nicht, aber ganz oben im Baum, da ist jetzt ein Fledermauskasten!", versicherte Nesli. Und Lukas will erstmals (!) eine weiße Katze übers Areal schleichen gesehen haben. Und Ester so eine seltene Blume …

Entdeckungen, samt und sonders Steilvorlagen für einen spannenden Zeitungsartikel. Schnell hagelte es Überschriftenvorschläge, die Leser garantiert total neugierig machen: "Mysteriöse Blume!" etwa. Oder, die wahlweise längere Version: "Komische Blume auf Schulhof der Wilhelm-Busch-Grundschule entdeckt".

Und was wollen Zeitungsleser nun über das "bundesweit einzigartige Reudnitzer Schulhof-Gewächs" unbedingt erfahren, sprich, was sollte an Infos im Artikel stehen? "Na, was es genau für eine Blume ist. Wie sie wächst und so", hieß es. Und was Experten dazu sagen. Ok – und wer ist da zu fragen? "Frau Geißler!" (was die Lehrerin der 4a meint). "Wir müssten einen Botaniker fragen", so ein weiterer Vorschlag. Auch Uni-Wissenschaftler wurden in Erwägung gezogen, und die Problematik, wie so eine Rarität fortan nun unbedingt zu schützen sei. "Einen Zaun drum machen. Oder so einen Käfig!", schien eine Lösung. "Die Polizei!?" Nö, das wurde verworfen. Die müsse eher Räuber und Diebe jagen. Aber Schul-Förderverein und Umweltamt – da stimmte die versammelte Schülerschar zu – die könnten Lösungen anbieten.

Ja, so kommt halt der Stoff zusammen, aus dem ein Artikel wird. Zum Beispiel jedenfalls. Und wie der Artikel dann im Laufe eines Tages auf einer Zeitungsseite landet und die Zeitung gen Abend die Kurve in die Druckerei kriegt, erzählte die Redakteurin dann auch noch. "Und warum ist die Zeitung manchmal früh so spät im Briefkasten?", hakte manch’ nunmehr qualifizierter, junger Recherchemeister nach. – Ach ja, die Geister, die man rief …

Angelika Raulien

Der Artikel ist am 27. April 2016 erschienen.

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