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Das „Schluszstein“-Rätsel - Abschluss am 4. Dezember 1915

100 Jahre Leipziger Hauptbahnhof Das „Schluszstein“-Rätsel - Abschluss am 4. Dezember 1915

Wo genau befindet sich der Schlussstein? Also jener finale Felsbrocken, der als bearbeitete Platte zur Einweihung des Hauptbahnhofs am 4. Dezember 1915 den Abschluss der mehrjährigen Bauarbeiten markierte?

Der "Schluszstein" im Leipziger Hauptbahnhof.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Wo genau befindet sich der Schlussstein? Also jener finale Felsbrocken, der als bearbeitete Platte zur Einweihung des Hauptbahnhofs am 4. Dezember 1915 den Abschluss der mehrjährigen Bauarbeiten markierte? Es wird gewiss Zeitgenossen geben, die die Lage wie aus der Pistole geschossen erklären können. Zur Mehrheit gehören sie dann aber nicht, denn sowohl bei der Deutschen Bahn in Leipzig als auch bei Mitarbeitern des Bahnhofsmanagements ist außer der Verortung in der östlichen Empfangshalle die genaue Lage unbekannt. Selbst Leipziger Stadtführer irren diesbezüglich hin und wieder ziellos durch die einst sächsische Eingangshalle. Zudem scheint es so, als ob der eher unauffällige Stein nach der Einweihung noch einmal an eine andere Stelle verbracht wurde - wie historische Aufnahmen vermuten lassen. Vielleicht nach dem großen Umbau in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre.

 Wie auch immer - ganz genau weiß es Almut Schüler vom Cosmo Profi-Hairshop am linken oberen Ende der zehn Meter breiten Freitreppe. „Na der liegt doch hier direkt vor unserer Tür“, erklärt sie auf Nachfrage freundlich. Und tatsächlich: Mit dem Gesicht nach oben ist der Stein mit seiner recht mageren Inschrift „Schluszstein“ 4. Dezbr. 1915“ in die Brüstung - auch Warteterrasse genannt - eingelassen. Dass es sich bei diesem finalen Stück eines der größten Leipziger Bauprojekte in der Geschichte um den Grundstein des ehemaligen Dresdner Bahnhofs handelt, wissen wiederum deutlich mehr Zeitgenossen.

Zum eigentlich großen Tag für solch ein großes Bauwerk ist insgesamt nur recht wenig bekannt. „Meines Wissens gibt es von diesem Anlass auch keinerlei Fotos“, berichtet Christoph Kaufmann vom Stadtgeschichtlichen Museum. Dass der Hauptbahnhof zwar mit einer Zeremonie, aber wohl ohne großes Tamtam eröffnet wurde - dafür spricht unter anderem die Tatsache, dass sich Deutschland zu diesem Zeitpunkt bereits im zweiten Jahr des Ersten Weltkriegs befand und der ursprüngliche Jubel in der Bevölkerung darüber schon deutlich abgeflaut war. Bekannt ist so viel, dass es zwar eine Einweihungsfeier mit geladenen Gästen gegeben hat, jedoch ohne die Eisenbahner und Bauarbeiter des monumentalen Bauwerks aus gelblichem Elbsandstein, Beuchaer Diorit und natürlich jeder Menge Stahlbeton. Wohl von Sachsens damaligem Finanzminister Ernst August Kurt von Seydewitz ist zumindest der markige Ausspruch von einem „Markstein in der Geschichte des europäischen Eisenbahnwesens“ überliefert. Und dass es Kraftbrühe, gespickten Kalbsbraten und Dunstobst zum Nachtisch gegeben haben soll.

Dieses doch recht karge Mahl dürfte die finalen Baukosten wohl nicht exorbitant nach oben getrieben haben. Die Gesamtsumme für den kompletten Umbau der Bahnanlagen samt neuem Hauptbahnhof wird - je nach Quellenlage - mit 137 bis 140 Millionen Mark angegeben. Nicht einig sind sich die Chronisten, ob nun Sachsen oder Preußen die größte Summe gegeben hat. In jedem Fall waren die beiden mit Beträgen zwischen 53 und 60 Millionen Mark die Hauptfinanziers. Hinzu kommen die Reichspost mit fünf bis zehn Millionen Mark und die Stadt Leipzig mit immerhin noch einmal 17 bis 21 Millionen Mark.

LVZ

Hauptbahnhof Leipzig 51.343742 12.38053
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