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Der tragische 28. Geburtstag

100 Jahre Leipziger Hauptbahnhof Der tragische 28. Geburtstag

Leipzigs imposanter Hauptbahnhof feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Das bekannte Bauwerk hat eine bewegte Geschichte hinter sich. In einer Serie blickt die LVZ zurück – heute: die Zerstörung.

Der zerstörte Querbahnsteig nach einem der Luftangriffe.
 

Quelle: Stadtgeschichtliches Museum

Leipzig. Leipzigs imposanter Hauptbahnhof feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Das bekannte Bauwerk hat eine bewegte Geschichte hinter sich. In einer Serie blickt die LVZ zurück – heute: die Zerstörung.

In einer Bahn-Chronik ist zu lesen: „Die westliche Eingangshalle war zum Teil und die riesige Querbahnsteighalle mit den Abschlussbögen vollständig dem Erdboden gleichgemacht. Die Dächer des Empfangsgebäudes und der Nebenbauten waren zum einem großen Teil zerstört. Die sechs Schiffe der Längsbahnsteighalle ragten als Skelette in den Himmel. Trümmerberge, zerschmetterte Weichen, Schienen und Fahrzeuge boten ein Bild der Zerstörung. Das Grauen des Krieges hatte auch den Leipziger Hauptbahnhof voll getroffen.“ Ab Februar 1945 war der Zugverkehr durch die massiven Zerstörungen erheblich eingeschränkt, im April kam er vollständig zum Erliegen.

Der Wiederaufbau ging hernach dennoch schneller voran. Ein Hintergrund war dabei sicherlich der Befehl Nummer 8 der Sowjetischen Militäradministration (SMAD), der unter anderem die Wiederinbetriebnahme des Eisenbahnbetriebs zum Ziel hatte. Zu diesem Zweck wurden Trümmerbahnen auf Sondergleise gesetzt, Bombentrichter zugeschüttet, Gleise ausgebessert, ungefähr 20 000 Sprengungen binnen sechs Jahren vorgenommen, um die riesigen Stahlbetontrümmer abtransportfähig zu machen, und knapp 35 000 Kubikmeter Schutt beseitigt.

Zur ersten Leipziger Friedensmesse vom 8. bis 23. Mai 1946 war bereits ein Teil der Bahnsteige wieder benutzbar. Die gut 170 000 Messebesucher, die fast ausschließlich über den Schienenweg anreisten, wurden aber noch Zeugen unzähliger Verwüstungen. Der weitere Wiederaufbau in groben Zügen: 1947 war der Querbahnsteig teilweise wieder nutzbar, 1949 war die Osthalle im Wesentlichen wiederhergestellt, 1951 erhob sich die Westhalle in neuer Schönheit, 1954 konnten alle Längsbahnsteige wieder genutzt werden.

Von LVZ

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