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Pommers Beton & Wolles Zement

100 Jahre Leipziger Hauptbahnhof Pommers Beton & Wolles Zement

Leipzigs imposanter Hauptbahnhof feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Das bekannte Bauwerk hat eine bewegte Geschichte hinter sich. In einer Serie blickt die LVZ zurück – heute: Wie die Inbetriebnahme in Schritten erfolgte.

Am 1. Mai 1912 rollte mit der preußischen Lok „1930 Halle“ vom Typ P4 der Premierenzug in den zu diesem Zeitpunkt noch nicht fertigen Hauptbahnhof.

Quelle: Stadtgeschichtliches Museum

Leipzig. Die Bauzeit mit der schrittweisen Fertigstellung und Inbetriebnahme war für alle Beteiligten – Bauarbeiter, Eisenbahner, Passagiere – keine einfache. Mussten doch viele, teils auch kleine Dinge koordiniert werden. Um den Gegenverkehr von und zu den sächsischen Zügen über den einzigen Weg nach dem Querbahnsteig möglichst auszuschließen, wurde für die ankommenden Reisenden ein besonderer Abgang geschaffen – ein 23 Meter langer Tunnel zum Querbahnsteigtunnel, der weiter durch den Gepäckannahmeboden zum Verbindungsgang führte. Dieser Tunnel wurde nach dem Bauende beibehalten und wurde noch lange von der Materialversorgung als Lagerraum genutzt.

Apropos Bau und Material: Der Löwenanteil der (Hochbau-)Arbeiten wurden durch drei Leipziger Firmen ausgeführt. „Die Firmen Betonbau Max Pommer, das Zementbaugeschäft Rudolf Wolle und die Firma Dyckerhoff & Widmann, die damals bereits eine große Niederlassung in Leipzig hatte, bekamen ordentlich vom Kuchen ab“, berichtet Christoph Kaufmann vom Stadtgeschichtlichen Museum.

Bauarbeiter, die an den Seitenwänden um 1913 arbeiten, posieren für ein Foto.

Bauarbeiter, die an den Seitenwänden um 1913 arbeiten, posieren für ein Foto.

Quelle: Stadtgeschichtliches Museum

Besonders Max Pommer hatte sich in den Jahren zuvor ein großes Renommee erworben. Der Architekt und Bauunternehmer gilt als einer der Pioniere des Stahlbetonbaus in Deutschland. Auch viele andere Gebäude in Leipzig tragen seine Handschrift wie beispielsweise das Hotel Astoria, die Messepaläste Dresdner Hof und Handelshof sowie fast zwei Dutzend Villen im Musikviertel. Die offizielle Einweihung des Hauptbahnhofs erlebte Pommer letztlich nicht mehr, er verstarb Anfang Juli 1915 in Leipzig. Die Firma existiert nach einigen Wirren zu DDR-Zeiten immer noch – nunmehr allerdings mit Sitz im bayrischen Augsburg.

Bau verzögert sich durch Ersten Weltkrieg erneut

Zurück zum Baugeschehen: Die Kriegserklärung Deutschlands an Russland am 1. August 1914 zu Beginn des Ersten Weltkriegs hatte natürlich auch Auswirkungen auf die Fertigstellung. So verzögerte sich der Bau erneut – diesmal durch den Mangel an Fachkräften und Material. Ein Teil der Anlagen, wie zum Beispiel der zweite preußische Tunnel, konnte erst Jahre später als geplant und die östliche Eingangshalle erst Ende November 1915 fertiggestellt werden. Am 1. Mai besagten Jahres wurde der Eilenburger-Cottbuser Fernverkehr in den Hauptbahnhof eingebunden, dem im August die Linie Borna–Geithain–Chemnitz folgte. Nach Fertigstellung der Bahnsteige 24 bis 26 konnten auch die Züge der Linie Bad Lausick–Chemnitz im neuen Schmuckstück halten, im September nach der Übergabe der Bahnsteige 19 bis 23 die Züge von und nach Dresden.

Am 1. Oktober 1915 war der Hauptbahnhof voll betriebsfähig und alle Strecken eingeordnet. Zum selben Zeitpunkt war die östliche Eingangshalle zumindest so weit hergestellt, dass für die Reisenden die Verbindung vom Querbahnsteig durch die Osthalle zum Verbindungsgang möglich war und der zwischenzeitliche Ausgang durch die Tunnelräume aufgehoben werden konnte. Zu diesem Zeitpunkt konnte sich der Leipziger Hauptbahnhof mit seinen 26 Gleisen in der überdachten Bahnhofshalle und weiteren fünf Außenbahnsteigen zu den größten Bahnhöfen der Welt zählen.

lvz

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