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Streit um den Karli-Umbau: Jetzt machen die Wirte mobil

Streit um den Karli-Umbau: Jetzt machen die Wirte mobil

Der Streit um den Umbau der Karl-Liebknecht-Straße hat die nächste Ebene erreicht: Jetzt schaltet sich auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) ein.

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Das "La Boum" gehört zu den beliebten Freisitzen an der Karli. Auch hier sind durch den Umbau Freisitzflächen bedroht.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Leipzig. Wie berichtet, führt der Umbau zu einem Wegfall von Freisitzflächen, der den betroffenen Wirten in dieser Dimension zuvor nicht klar gewesen ist.

Gleich von vier Gastronomen sei jetzt die Hiobsbotschaft gekommen, dass ihre Freisitze nach den Plänen bis zu einem Drittel an Fläche verlieren sollen, erklärt Holm Retsch, Geschäftsführer des Dehoga-Regionalverbands Leipzig. Konkret handelt es sich um das "La Boum", das "Big Easy", das "Orange" und das "Safran". Am Dienstag will Retsch seinem Ärger im Bauausschuss Luft machen.

Einschränkungen in dieser Größenordnung seien den Wirten im Vorfeld nicht angekündigt worden. Auch, wenn nun teilweise das Gegenteil erklärt werde: "Wir haben das nicht richtig erklärt bekommen", sagt Retsch mit Blick auf vorgelegte Pläne der Stadt. "Wir hatten explizit gefragt, inwieweit es Einschränkungen geben soll." Auf keinen Fall bei den Freisitzen, sei die Antwort gewesen.

Im Interessenbeirat "Karli", dem auch Retsch angehört, sei durch Stadt, Leipziger Verkehrsbetriebe und Kommunale Wasserwerke zugesichert worden, dass die Bauzeit erträglich gestaltet werden soll und vor allem, "dass nach diesem Mammutprojekt keiner der Gewerbetreibenden schlechter gestellt sein wird".

Und jetzt das. Holm Retsch hat sich bei betroffenen Wirten vor Ort umgesehen. Wenn Freisitze von vier oder fünf auf 2,80 Meter schrumpfen, sei das nicht akzeptabel. "Wir werden einen richtigen Aufstand proben", kündigt der Dehoga-Mann für den Fall an, dass die Pläne nicht angepasst werden. Auch die weniger werdenden Autostellflächen seien nicht akzeptabel. Es könne nicht angehen, dass für Flächen und Streifen für alle möglichen Zwecke vorgesehen werden - und nur die Wirte gucken in die Röhre. "Mit Fahrradbügeln verdient keiner Geld, auch nicht die Stadt und schon gar nicht die Gastronomen."

In diesem Punkt kontert die Stadt: "Radfahrer sind eine wichtige Zielgruppe für die Geschäftsleute auf der Karli", sagt Stadtsprecher Matthias Hasberg. Das treffe auch und in besonderem Maße auf die Gastwirte zu. "Von daher sind zusätzliche Abstellmöglichkeiten zu begrüßen. Ferner sind diese jetzt neu zu bauenden Fahrradbügel in den vom Stadtrat beschlossenen Plänen auch so dargestellt."

Für Holm Retsch geht es indes nicht nur um die Karli. "Es geht generell um die Freisitze, die diese Stadt doch gerade so attraktiv machen." Doch statt diese Außenbereiche zu fördern, würden immer neue Debatten um mögliche Einschränkungen geführt: Heizpilze, Gebühren für Sonnenschirme, Einschränkung von Öffnungszeiten. Die jüngsten Vorgänge an der Karl-Liebknecht-Straße sind da für den Dehoga-Chef nur der Gipfel.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Björn Meine

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