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Blutverdünner und Co. - Gefäßchirurgen geben Rat zu Krampfadern

Mediziner beantworten Leserfragen Blutverdünner und Co. - Gefäßchirurgen geben Rat zu Krampfadern

Drei Fachrichtungen der Medizin beschäftigen sich mit Venen- und Krampfaderleiden. Behandelt wird verschieden. Beim Telefonforum am Montag beantworteten Gefäßchirurgen aus Chemnitz, Leipzig und Freital - Dr. Hans-Joachim Florek, Dr. Lydia Blechschmidt und Dr. Matthias Jany - die Fragen der Leser zum Thema.

Besenreißer sind eine Form von Krampfadern, die meist nur eine kosmetische Einschränkung darstellt. (Symbolfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. Kann man durch die Einnahme der Pille Krampfadern bekommen?
Nein. Die Pille macht keine Krampfadern. Aber wer bereits Krampfadern hat, sollte mit einer Pilleneinnahme vorsichtig sein, denn die Pille kann Studien zufolge die Thromboseneigung erhöhen.

Ich habe eine dicke Krampfader, aber keine Beschwerden. Muss ich trotzdem zur OP?
Nein. Solange Krampfadern keine Beschwerden bereiten, müssen sie nicht behandelt werden. Sie sind nicht lebensgefährlich. Wenn Sie sich aber unsicher sind, sollten Sie zum Facharzt gehen.

Zu welchem Arzt gehe ich, wenn ich meine Krampfadern behandeln lassen möchte, zum Angiologen, Phlebologen oder Gefäßchirurgen?
Angiologen sind Internisten, die in der Regel nicht operieren. Phlebologen sind Venenspezialisten. Diese Qualifikation können Hausärzte, Hautärzte, Chirurgen und Internisten erwerben. Gefäßchirurgen kennen sich mit der operativen Behandlung aller Gefäßerkrankungen aus.

Welche Risiken gibt es, wenn ich meine Krampfadern nicht operieren lasse, obwohl ich Beschwerden habe?
Es können Venenentzündungen auftreten, offene Stellen am Bein, die meist schlecht heilen, oder eine Thrombose. Wenn eine Thrombose ins tiefe Venensystem aufsteigt, kann es gefährlich werden. Dann kann auch eine Lungenembolie entstehen.

Alles zur Venenkrankheit

Noch mehr Informationen, Fakten und Fragen zum Thema Krampfadern finden Sie hier.

Ich habe Angst vor einer Krampfader-OP. Venenleiden kommen in unserer Familie öfter vor, auch offene Beine. Reichen bei mir auch Kompressionsstrümpfe?
Wenn Beschwerden vorliegen und der Befund mit Ultraschall gesichert ist, sollten Sie sich operieren lassen. Die Erfolgsrate ist sehr gut. Kompressionsstrümpfe reichen bei familiärer Neigung und zur Verhinderung von offenen Beinen meist nicht aus.

Hängen häufige Wadenkrämpfe und die Neigung zu Krampfadern zusammen? Ich habe Krampfadern und schlimme Krämpfe in der Nacht.
Wadenkrämpfe und Krampfadern haben nichts miteinander zu tun. Ihre Beschwerden rühren offenbar von der Wirbelsäule her. Durch das gerade Liegen in der Nacht können Nerven abgedrückt werden.

Macht eine Krampfader-Operation auch Sinn, wenn die Venenklappe nicht mehr richtig schließt?
Schlecht schließende Venenklappen sind ein Zeichen für kaputte Stammvenen. In diesem Fall ist eine Operation ratsam.

Bei mir wurde ein thrombosierter Varix-Knoten in der linken Wade diagnostiziert. Was ist das, und welche Gefahren bestehen dadurch?
Das ist ein Blutgerinnsel in einem Krampfaderknoten. Durch Kompressionstherapie kann sich das von alleine zurückbilden. Es ist aber auch möglich, durch einen kleinen Schnitt das operativ zu behandeln. Varix-Knoten können Anzeichen für eine Thrombose sein.

Meine Krampfadern sind wiedergekommen. Ich möchte sie jetzt gerne mit Laser behandeln lassen, da ich bei meiner letzten OP starke Blutungen hatte. Ich bin gesetzlich versichert. Habe ich eine Chance?
Die Kassen sind nicht verpflichtet, eine Laserbehandlung zu übernehmen. Sie sollten die Kostenübernahme vorher bei Ihrer Kasse beantragen. Diesen Antrag begründen Sie mit den Beschwerden beim letzten Eingriff.

Was ist besser: Lasertherapie oder Radiowellenbehandlung?
Beides sind Methoden, die die kranken Venen verschließen. Die Ergebnisse sind vergleichbar. Jeder Arzt seine Favoriten.

Ich hatte schon zwei Krampfader-Operationen. Jetzt habe ich wieder Krampfadern. Mein Arzt sagt, man könne jetzt nichts mehr machen. Stimmt das?
Nein. Wenn das tiefe Beinvenensystem in Ordnung ist, kann man Krampfadern durchaus mehrfach operieren.

Ich soll nach meiner Krampfader-OP Kompressionsstrümpfe tragen. Sie sind aber so straff, dass ich sie allein nicht anziehen kann. Gibt es Hilfe?
Wenn es medizinisch notwendig ist, kann Ihnen Ihr Arzt eine Anziehhilfe verordnen.

Ich bin an den Krampfadern operiert worden, habe drei Wochen Kompressionsstrümpfe getragen und nun trotzdem wieder geschwollene, schmerzende Beine. Ist das normal?
Patienten mit fortgeschrittenen Venenerkrankungen müssen auch oft über die empfohlene Zeit hinaus noch Kompressionsstrümpfe tragen, um die Funktionsfähigkeit der Venen zu erhalten und Schwellungszuständen vorzubeugen. Die Beschwerden verschwinden auch nach der OP meist nicht vollkommen.

Meine Beine sind sehr oft geschwollen. Wenn ich auf die Haut drücke, bleiben auch Dellen zurück. Was ist das?
Das ist wahrscheinlich ein Lymphödem. Operativ lässt sich das nicht behandeln. Sie sollten das untersuchen lassen und nach Rücksprache mit dem Arzt Kompressionsstrümpfe tragen.

Wie lange muss ich nach einer Krampfader-OP Blutverdünner einnehmen?
Nach offenen Operationen gar nicht mehr, nach Laser- und Schaumverödung einige Tage. Hatten Sie jedoch eine Thrombose, müssen Sie mindestens drei Monate Blutverdünner nehmen. Liegt eine Gerinnungsstörung vor, sogar auf Dauer.

Wie hoch ist das Thromboserisiko auf Flugreisen, hilft Aspirin?
Studien haben gezeigt, dass das Thromboserisiko für Venengesunde in der Luft nicht größer ist als auf dem Boden. Wer Krampfadern hat, sollte im Flugzeug Kompressionsstrümpfe tragen und viel trinken, um das Blut flüssig zu halten. Nach einer Thrombose sollte man sich vom Arzt Heparinspritzen verordnen lassen. ASS (Aspirin) bringt fürs Venensystem nichts. Das ist nur für arterielle Beschwerden geeignet.

Notiert von Stephanie Wesely

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