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Hand-OP lohnt sich auch im Alter

LVZ-Serie: Wie zufrieden sind Patienten? Hand-OP lohnt sich auch im Alter

Karpaltunnel-Syndrom: Sächsische Chirurgen erklärten gestern am Telefon, was gegen taube Finger und Schmerzen hilft

Maritius Images

Quelle: Symbolfoto

Leipzig. Wäre das menschliche Handgelenk ein Fahrzeug, müsste man es zurückrufen, sagen die drei Handchirurgen beim Telefonforum übereinstimmend. Denn der Karpaltunnel ist eine Engstelle, an der Probleme programmiert sind.

Ich bin über 80 Jahre. Lohnt sich für mich noch die Karpaltunnel-OP? Natürlich. Die Operation ist ein kleiner Eingriff, der auch keine Vollnarkose erfordert. Das geht auch im hohen Alter und gelingt auch meistens sehr gut.

Im Januar soll ich am Karpaltunnel operiert werden. Ich bin Köchin und arbeite in einem Betrieb, wo jede Hand gebraucht wird. Wie lange falle ich aus? Wenn Sie auf Arbeit auch schwer heben müssen, sollten Sie mindestens sechs Wochen nach der OP pausieren. Besteht die Möglichkeit eines Schonplatzes, können Sie auch eher wieder arbeiten.

Nach unsäglichen Schmerzen in der rechten Hand bin ich von einer Fehldiagnose meiner Neurologin überzeugt. Die Messung der Nervenleitfähigkeit ergab keinen Befund. Kann das trotzdem ein Karpaltunnel-Syndrom sein? Durchaus. Es gibt auch Patienten, die trotz normaler Nervenleitfähigkeit ein Karpaltunnel-Syndrom haben. Der Arzt kann Kortison gegen die Entzündung in den Karpaltunnel spritzen. Kommen die Beschwerden nach ein paar Wochen wieder, sollte operiert werden.

Mir kribbelt meine Daumenspitze seit drei Monaten. Ansonsten habe ich keine Beschwerden. Was kann das sein? Es kann durchaus ein beginnendes KarpaltunnelSyndrom sein. Die Beschwerden können aber auch von der Halswirbelsäule kommen. Eine genaue Diagnostik ist wichtig.

Seit über einem Jahr schlafen mir die Arme und die Hände ein, ich habe Schmerzen in den Fingern, kann sie kaum bewegen. Meine Beschwerden kommen im angewinkelten Zustand. Ist das ein Karpaltunnel-Syndrom? Wahrscheinlich nicht, denn die Nervenleitfähigkeit wird immer am ausgestreckten Arm gemessen. Die von Ihnen geschilderten Beschwerden können auch von der Halswirbelsäule kommen. Es kann auch eine Erkrankung im Ellenbogengelenk vorliegen.

Ich bin 77 Jahre alt und hatte vor drei Jahren eine Bypass-OP. Ich nehme deshalb viele Medikamente ein. Seitdem habe ich an den Händen und Zehen Taubheitsgefühl. Mein Hausarzt hat mir ein Mittel gegen Nervenschmerzen verordnet, was aber nicht hilft. Was kann ich noch tun? Offenbar handelt es sich um eine Nervenerkrankung (Neuropathie), die von Medikamenten oder den Durchblutungsstörungen kommt. Eine ursächliche Behandlung gibt es dagegen nicht. Linderung bringt vielleicht Physiotherapie.

Ich habe schon jahrelang ein Karpaltunnel-Syndrom, musste die OP immer wieder aufschieben. Jetzt kann ich meinen Daumen gar nicht mehr bewegen. Schmerzen habe ich keine. Was tun? Der Daumenballenmuskel hängt am mittleren Handnerv. Der Muskelschwund des Daumenballens und die Gefühllosigkeit sind bereits Spätsymptome eines Karpaltunnel-Syndroms. Sie sollten die OP umgehend machen lassen. Hundertprozentig werden Sie die Beschwerden aber sicher nicht wieder los, denn der Muskelschwund im Daumenballen kann nicht wieder rückgängig gemacht werden.

Ich arbeite täglich viele Stunden am Computer und habe abends Schmerzen vom Ellenbogen bis in die Hand. Was kann ich tun? Durch die einseitige Belastung und Fehlhaltung kann es sich bei Ihnen um einen Tennisellenbogen handeln. Das heilt in den meisten Fällen von allein wieder, wenn Sie den Bereich täglich bewusst einige Male entlasten und entspannen. Lassen Sie sich vom Physiotherapeuten entsprechende Übungen zeigen und führen Sie diese möglichst jede Stunde für drei/vier Minuten durch. Einen Tennisellenbogen kann man mit Kortisonspritzen, mit Ultraschall, Reizstrom oder Stoßwellentherapie behandeln. Eine OP wird nur in den seltensten Fällen empfohlen.

Mein Handgelenk ist auf der Innenseite gerötet und schmerzt. Ist das der Karpaltunnel? Es handelt sich wahrscheinlich um eine akute Sehnenscheidenentzündung. Sie sollten den Bereich kühlen und schonen. Sonst kann es chronisch werden und der Handnerv Schaden nehmen.

Nach meiner OP am Karpaltunnel vor vier Wochen schmerzt mein Handballen noch. Ich bekomme auch meine Finger nicht richtig krumm. Ist die OP schiefgegangen? Nein. Wenn das typische Kribbeln und Einschlafen der Finger weg ist, ist die OP gelungen. Durch die OP wird aber mitunter Muskelgewebe verletzt. Das kann ein paar Wochen oder auch Monate Missempfindungen auslösen. Sie könnten sich Ergotherapie verordnen lassen. Eine weitere Ursache könnte ein Schnappfinger sein, der mit Medikamenten oder einer OP behandelt werden kann.

2014 bin ich am Karpaltunnel operiert worden und nicht zufrieden. Es ist immer noch ein Finger taub. Mein Arzt sagt, ich solle Geduld haben. Auch noch nach einem Jahr? Durchaus. Wie lange nach der OP noch Taubheitsgefühle auftreten, ist abhängig vom Ausmaß der Schädigung des Handnervs. Die OP schafft Voraussetzung dafür, dass sich der Nerv erholen kann, aber erholen muss er sich von selbst. Lassen Sie sich vom Neurologen noch einmal die Nervenleitfähigkeit messen. Wenn es eine Verbesserung gegenüber dem Ausgangsbefund gibt, können Sie die Hoffnung haben, dass sich der Zustand noch normalisiert. Das kann auch Jahre dauern.

Notiert von: Stephanie Wesely

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