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Mit Blutdruck 160 zum Kardiologen?

Herz Mit Blutdruck 160 zum Kardiologen?

Verengte Herzkranzgefäße sind eine Volkskrankheit: Experten sagen, was hilft und  wie man sich dagegen schützen kann. Viele Leser nutzten am Montag die Gelegenheit, ihre Fragen an drei sächsische Herzspezialisten zu richten.

Sie beantworteten die Leserfragen am Telefon: Prof. Stefan Spitzer (Dresden), Dr. Michael Schubert (Chemnitz) und Dr Thomas Peschel (Leipzig/v.r.n.l.).

Quelle: Robert Michael

Dresden/Leipzig. Wenn die „Pumpe“ nicht mehr richtig funktioniert, ist die Sorge groß. Viele Leser nutzten am Montag die Gelegenheit, ihre Fragen an drei sächsische Herzspezialisten zu richten.

Bei Stress und Angst fühle ich Schmerzen in meiner linken Brust. Kann das eine Herzkrankheit sein?

Zumindest kann man es nicht ausschließen. Wir empfehlen eine gründliche kardiologische Untersuchung mit Belastungs-EKG. Gefährlich wird es, wenn die Schmerzen unter Belastung auftreten oder zunehmen.

Welchen Zugang für den Katheter empfehlen Sie – Arm- oder Leistenarterie?

Grundsätzlich ist beides möglich und gleichermaßen sicher. Der Zugang über den Arm ist für Patienten etwas komfortabler, weil er weniger Blutungsrisiken birgt und die Liegezeit kürzer ist. Andererseits ist beim Armzugang die Strahlenbelastung etwas höher. Nicht jede Klinik bietet dies schon an. Die Entscheidung trifft immer der jeweilige Untersucher.

Mein Mann (57) hat vor zwei Jahren zwei Stents erhalten, danach ging es ihm wieder richtig gut. Doch neuerdings ist er ständig kaputt und hat auch große Luftprobleme. Könnte das auch an seinem Asthma liegen?

Die Luftnot kann verschiedene Ursachen haben. Wir empfehlen eine kardiologische Untersuchung. In Abhängigkeit vom Befund kann zum Beispiel mit einer Myokardszintigrafie geklärt werden, ob eine Durchblutungsstörung vorliegt. Parallel könnte wegen des Asthmas eine Untersuchung beim Lungenfacharzt sinnvoll sein.

Ich nehme einen neuen Blutverdünner und muss demnächst zur Katheteruntersuchung. Wann muss ich das Medikament absetzen?

Es gibt eine neue Generation von Blutverdünnern, die einige Vorteile haben. So genügt es in der Regel, das Medikament ein bis zwei Tage vor der Untersuchung abzusetzen.

Mein Blutdruck steigt nachts auf 160. Sollte ich mich beim Kardiologen vorstellen?

Dazu müssen Sie nicht zum Kardiologen. Diese Untersuchung kann auch Ihr Hausarzt durchführen.

Bei zwei Eingriffen wurde mir jeweils ein Stent eingesetzt. Grund waren Bluthochdruck und eine vererbte Stoffwechselkrankheit. Dieses Risiko bleibt ja bestehen. Wie oft sollte ich zur Kontrolluntersuchung?

Solange die Werte normal sind, genügen eine jährliche Kontrolle beim Kardiologen mit Ultraschalluntersuchung des Herzens und gegebenenfalls ein Belastungs-EKG.

Unter Belastung treten bei mir Extraschläge in der Herzkammer auf. Kann mir ein Katheter helfen?

Ich bin 63 und leicht übergewichtig. Mediziner nennen die geschilderte Rhythmusstörung Bigeminus. Dabei folgt auf jeden normalen Schlag ein zusätzlicher aus der Herzkammer. Das könnte auch – insbesondere bei gleichzeitigen Brustschmerzen – auf eine Durchblutungsstörung hindeuten. Dieser Verdacht kann nur sicher mit der Katheteruntersuchung ausgeschlossen werden.

Ich vertrage die Statine nicht, die mir zur Senkung der Cholesterinwerte verordnet wurden. Gibt es Alternativen?

Es gibt einige wenige andere Präparate, die aber nicht so effektiv sind. Mitunter kann es hilfreich sein, das Statin abzusetzen und die Einnahme nach 14 Tagen mit der halben Dosis wieder zu beginnen.

Vor fünf Jahren bekam ich einen Bypass, der sich nun wieder zugesetzt hat. Lässt sich die Stelle auch mit einem Katheter dehnen? 

Ja, das ist möglich. In der Regel wird das mit einem Ballon gemacht und ein Stent eingesetzt. Meist werden beschichtete Stents verwendet.

Bei mir wurden eine mittelgradige Einengung der Herzkranzgefäße und eine leichte Klappenundichte diagnostiziert. Muss ich jetzt regelmäßig Blutverdünner einnehmen?

Nein, in Ihrem Fall genügt der Blutplättchenhemmer Aspirin bzw. bei Unverträglichkeit Clopidogrel. Ein stärkerer Blutverdünner sollte bei Vorhofflimmern verordnet werden.

Nach meiner Brustkrebs-OP erhalte ich eine Chemotherapie über ein Portsystem.

Ist trotzdem eine Herzkatheteruntersuchung möglich?

Das Portsystem funktioniert über die Venen, der Katheter wird über die Arterie eingeführt. Beides schließt sich also nicht aus.

Mein Kardiologe hat mir geraten, mit dem Rauchen aufzuhören. Ich bin 55 und will mein einziges Laster eigentlich nicht aufgeben.

Es lohnt sich aber! Rauchen erhöht nachweislich das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Deshalb wirkt sich ein Rauchstopp signifikant auf Ihre Lebenserwartung aus. Eine britische Langzeitstudie kam zu dem Ergebnis, dass das Aufhören im Alter von 30 Jahren mit zusätzlich zehn Jahren Lebensdauer belohnt wird, im Alter von 50 Jahren mit sechs und im Alter von 60 Jahren immerhin noch mit drei.

Nach einem Herzinfarkt wurde mir ein Stent eingesetzt. Kann ich damit in die Sauna gehen? Was muss ich sonst beachten?

Ein Saunabesuch ist völlig unproblematisch. Trinken Sie vor allem ausreichend und halten Sie sich körperlich fit, vermeiden Sie aber extreme Belastungen.

Bei mir wurde vor einem Jahr ein Stent implantiert. Muss die Gefäßstütze mit einer erneuten Katheteruntersuchung kontrolliert werden?

Nein. Eine routinemäßige Katheteruntersuchung ist nicht erforderlich. Nur bei erneuten Beschwerden oder anderen Hinweisen auf eine Durchblutungsstörung könnte eine Katheteruntersuchung wieder erforderlich sein.         

Notiert von Steffen Klameth 

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