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Endrik Bastian (SGP): Perspektive für die Arbeiterklasse

Kandidatencheck Endrik Bastian (SGP): Perspektive für die Arbeiterklasse

Mit Leipzig hat Endrik Bastian eigentlich nur wenig zu tun. Der 53-Jährige wurde im sachsen-anhaltischen Merseburg geboren und lebt in Berlin. Trotzdem stellt er sich im Norden der Messestadt als Kandidat der Sozialistischen Gleichheitspartei (SGP) zur Wahl.

Endrik Bastian (SGP) kandidiert im Leipziger Norden für den Bundestag.

Quelle: André Kempner

Leipzig.

Heute stellt er sich im Norden der Messestadt als Kandidat der Sozialistischen Gleichheitspartei (SGP) zur Wahl. Warum? „Weil sowohl den Leipzigern wie auch den Berlinern oder Moskauern die Frage des Krieges auf den Nägeln brennt“, glaubt Bastian. „Und wenn sich die Leipziger eher über die hohen Ticketpreise aufregen, stimme ich dem zu. Aber dann versuche ich das, mit unserem Programm zu verbinden.“ Und das hat weniger einen lokalen, regionalen oder gar landesweiten Anspruch. Der SGP geht es, als deutschem Arm des Internationalen Komitees der Vierten Internationale (eine trotzkistische Organisation), um die Arbeiterklasse der gesamten Welt. Ziel sei es nicht, genügend Stimmen zu bekommen, um tatsächlich im Bundestag mitreden zu können. Vielmehr solle die Kampagne dazu genutzt werden, das Programm zu verbreiten und so zum Aufbau der Partei beizutragen.

Im Kern stellen sich Bastian und seine Partei gegen Imperialismus, Nationalismus, Militarismus und Kapitalismus. „Es geht auch darum, Gleichheit aufzubauen und nicht die Ärmsten der Armen noch die letzten Pfennige in die Ticketautomaten schmeißen zu lassen“, sagt Bastian. Dabei nimmt der Krankenpfleger immer wieder das Wort „Perspektive“ in den Mund. Und die sieht in seinen Augen derzeit schlecht aus. „Im Prinzip kann jeden Moment der Dritte Weltkrieg losgehen“, denkt Bastian. Die Vorbereitung darauf würde mit einem sozialen Kahlschlag einhergehen, wie ihn die Welt noch nicht gesehen habe. Deshalb liege es an der internationalen Arbeiterklasse, die Gefahr zu bannen und anschließend die Gesellschaft umzugestalten.

Kritisch blickt Bastian auch auf die seiner Meinung nach herrschende soziale Ungleichheit. „Es ist nötig, die Geschicke der Welt aus den Händen der Superreichen, Konzernen und Banken, die in ihrem Interesse jeden Arbeiter unterdrücken, zu nehmen“, konstatiert Bastian. Die Betroffenen suchten über kurz oder lang nach Möglichkeiten, aus dieser Schlinge rauszukommen. Soziale Auseinandersetzungen seien deshalb nur noch eine Frage der Zeit. „Dann ist die Frage, mit welcher Perspektive man in solche Kämpfe reingeht“, so Bastian.

Von André Pitz

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