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Volker Holzendorf (Grüne): „Andere Kulturen sind eine Bereicherung“

Kandidatencheck Volker Holzendorf (Grüne): „Andere Kulturen sind eine Bereicherung“

Volker Holzendorf kennt sich mit Zahlen aus. Der 45-jährige Familienvater hat sich Mathematik im Nebenstudium gegönnt – im Hauptstudium ist er Politikwissenschaftler. Heute arbeitet er als Biometriker am Zentrum für klinische Studien (ZKS).

Volker Holzendorf (Grüne)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Volker Holzendorf kennt sich mit Zahlen aus. Der 45-jährige Familienvater hat sich Mathematik im Nebenstudium gegönnt – im Hauptstudium ist er Politikwissenschaftler. Heute arbeitet er als Biometriker (Medizin-Statistiker) am Zentrum für klinische Studien (ZKS) an der Universität Leipzig. Der gebürtige Schwabe ging nach dem Abitur zum Studieren nach Dresden und anschließend nach Leipzig, wo er mittlerweile seit 17 Jahren lebt.

„Mich hat 1989 die Wende fasziniert“, erzählt er. „Ich fand es gut, wie die Menschen in der DDR die Demokratie ohne Gewalt errungen haben. Und dass das Zusammenwachsen nicht unter nationalen Vorzeichen, sondern unter menschlichen ablief.“ Für ihn ist das eine Blaupause für Europa und darüber hinaus. Deshalb fordert er auch sichere Wege, auf denen Flüchtlinge über das Mittelmeer gelangen können. Und einen legalen Weg, um sie nach Deutschland zu bringen. „Wir dürfen sie nicht in Libyen und Algerien internieren“, sagt er. „Dort ist kein rechtsstaatliches Verfahren nach unseren bundesrepublikanischen Maßstäben möglich.“ Dass die Flüchtlinge Deutschlands Sozialsysteme überfordern, glaubt er nicht. „Der allergrößte Teil der Flüchtlinge will arbeiten“, meint er. „Menschen aus anderen Kulturen sind eine Bereicherung. Ein Deutscher, der in Kiel entlassen wird und in Stuttgart eine neue Arbeit findet, ist auch ein Wirtschaftsflüchtling.“

Eines seiner großen Themen ist der Klimawandel. Er will deshalb, dass die Nachrüstung schmutziger Dieselfahrzeuge „effektiv und vollständig auf Kosten der Automobilindustrie“ erfolgt. Auch Kohle-Kraftwerke würde er verbieten. „Bei einem Wahlsieg würden wir Grünen sofort die 20 schmutzigsten Kohlekraftwerke vom Netz nehmen“, kündigt er an. Notwendig seien mehr Förderungen für Windkraft und Solar-Panels. Weil immer mehr Deutsche über die durch die Energiewende rasant steigenden Strompreise stöhnen, will er Großunternehmen stärker zur Kasse bitten. „Ihre Befreiung von der EEG-Umlage muss hinterfragt werden“, so Holzendorf. Wenn sie etwas zur Kasse gebeten würden, könnte die Stromkosten-Belastung der Privathaushalte sinken.

Holzendorf steht ebenfalls für eine Stadt der kurzen Wege, in der die Schule und der Nahversorger um die Ecke stehen. Außerdem setzt er sich für Radverkehrsförderung ein. Beispielsweise könnte er sich im Ranstädter Steinweg eine andere Verkehrsaufteilung vorstellen. Sein Vorschlag: In den Abschnitten mit zwei Autospuren in jede Richtung könnte es künftig nur noch eine Spur in jede Richtung geben und die zweite in drei Fahrradspuren umgewandelt werden. Dann gebe es dort insgesamt sechs Fahrradspuren, zwei Autospuren und zwei Straßenbahngleise. „Ich will eine lebenswerte Stadt und dazu gehören Internationalität, bessere Luft und breitere Radwege“, sagt er.

Andreas Tappert

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