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Siegbert Droese (AfD): „Ich will den Leuten sagen was Sache ist“

Kandidat im Wahlkreis Leipzig-Süd Siegbert Droese (AfD): „Ich will den Leuten sagen was Sache ist“

Zu DDR-Zeiten wollte Siegbert Droese nichts mit Politik zu tun haben. Doch heute ist der gebürtige Leipziger Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Leipzig und im Landesverband Sachsen als stellvertretender Landesvorsitzender hinter Frauke Petry ein Schwergewicht der sächsischen AfD.

Siegbert Droese (AfD)

Quelle: André Kempner

Leipzig. Zu DDR-Zeiten wollte Siegbert Droese nichts mit Politik zu tun haben. Doch heute ist der gebürtige Leipziger Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Leipzig und im Landesverband Sachsen als stellvertretender Landesvorsitzender hinter Frauke Petry ein Schwergewicht der sächsischen AfD. „Weil mein Elternhaus christlich geprägt war, ging ich früh auf Distanz zum DDR-Regime“, erzählt der verheiratete Familienvater. Als sich im Juli 1989 die Gelegenheit zur Flucht bot, machte sich der gelernte Hotelkaufmann über Ungarn von dannen.

Auch nach seiner Rückkehr nach Leipzig stand ihm nicht der Sinn nach Politik. „Die DDR-Blockparteien waren für mich völlig unglaubwürdig geworden“, berichtet er. Deshalb stürzte er sich auf seinen Job, gründete eine Familie, baute ein Haus und wurde Unternehmer. „Der Euro hat viele Preise verdoppelt und die EU-Bürokratie dem Land immer mehr Fesseln angelegt“, erlebte er und schlussfolgerte: „In Deutschland wird zu wenig Politik für die eigenen Leute gemacht.“ Seitdem engagiert sich Droese in der Politik.

Heute meint der 48-Jährige, alles sei noch schlimmer geworden. „Mit der Nullzinspolitik werden die Ersparnisse der Rentner enteignet“, listet er auf. „Gleichzeitig kauft die Europäische Zentralbank jeden Monat für 60 Milliarden Euro Schrottpapiere und verbrennt damit das Geld des kleinen Mannes. Schade, dass viele Rentner das nicht erkennen.“

Für Droese ist Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Rosstäuscherin. „Sie gibt den Wählern ein Stabilitätsversprechen, das sie nicht halten kann“, glaubt er. Denn das europäische Währungssystem stehe vor einer epochalen Krise. „Immer mehr Menschen haben Angst weil sie spüren, dass uns ein Währungschaos droht.“

Droese will in den deutschen Bundestag einziehen, um den Bürgern zu sagen „was Sache ist“. Auch außenpolitisch will er Akzente setzen. Deutschland brauche eine europäische Ordnungspolitik, die auch die Belange Russlands berücksichtigt, sagt er. „Die Russland-Sanktionen schaden der sächsischen Wirtschaft besonders.“ Auch ein ständiger Sitz im Uno-Sicherheitsrat sei nötig, um die umstrittene Feindstaatenklausel für Deutschland obsolet zu machen.

Dringend umsteuern will Droese in der Flüchtlingspolitik. Flüchtlinge, die strafrechtlich relevant kriminell geworden sind, müssten sofort ausgewiesen werden, fordert er. Ebenso geständige Taliban-Kämpfer. „Das sind wir den über 50 Bundeswehrsoldaten schuldig, die in Afghanistan von diesen und anderen Taliban getötet wurden.“ Abgeschoben werden sollten auch alle, die nur in die deutschen Sozialsysteme einwandern wollen. „Wenn sie bleiben, werden unsere Sozialsysteme kollabieren“, warnt Droese. Und in Deutschland würden dann „über kurz oder lang Verhältnisse herrschen wie in den Herkunftsländern“.

Sauer auf stößt dem Chef der AfD Leipzig auch die steigende Kriminalität. In Teilen von Connewitz werde die staatliche Ordnung nicht mehr anerkannt. „Die Polizei muss wieder so ausgestattet werden, dass sie ihre Aufgaben erfüllen kann“, fordert er deshalb.

Klaus Staeubert

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