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CDU-Mann Feist: „Ein Leben davor, ein Leben danach“

Nach Wahlniederlage CDU-Mann Feist: „Ein Leben davor, ein Leben danach“

Lange war es am Sonntag spannend, doch zu später Stunde stand es fest: Thomas Feist verliert sein Bundestagsmandat. Der CDU-Mann zog noch am Wahlabend Konsequenzen.

Thomas Feist bei der Bekanntgabe der Wahlergebnisse.

Quelle: Christian Modla

Leipzig. Für Thomas Feist heißt es nach acht Jahren Abschied nehmen von der großen politischen Bühne. Der CDU-Politiker konnte am Sonntag sein Bundestagsmandat im Süd-Wahlkreis 153 nicht mehr verteidigen. In den nächsten Wochen muss er nun sein Büro auflösen. „Es gibt ein Leben vor einem Mandat und eines danach“, sagte er am Montag. „Das weiß man vorher. Ich hätte mir nicht vorstellen können, bis zur Rente im Bundestag zu sitzen.“ Trotzdem ist dem 52-Jährigen die Enttäuschung über die Wahlniederlage deutlich anzumerken – am Ende fehlten ihm 1170 von 173.641 Stimmen. Feist: „Das war eine rein politische Wahl, es ging nicht um Inhalte und Leistungen. Wenn die Ränder stark werden, dann werden die in der Mitte aufgerieben.“

Über seine Zukunft hat sich der Musikwissenschaftler, der vor seiner Bundestagskarriere bei der evangelischen Kirche arbeitete, noch keine Gedanken gemacht. „Ich werde mich jetzt erst mal sortieren und mich wieder mehr um meine Familie kümmern.“ Bereits gestern sei er von diversen Ehrenämtern zurückgetreten wie dem Vorsitz des Städtepartnerschaftsvereins Leipzig-Herzliya, den er erst in diesem Jahr übernommen hatte. „Die Vereine brauchen jemanden, der politisch vernetzt ist, nicht jemanden, der eine Wahl verloren hat“, sagte er. An einen Rückzug von der Politik denkt Feist jedoch nicht. Den Vorsitz der Kommunalpolitischen Vereinigung in der CDU will er behalten.

Das Direktmandat im Süden hatte ihm Linken-Politiker Sören Pellmann (39) abgenommen, im Norden siegte Jens Lehmann (49, CDU). Über die Landeslisten schafften vier weitere Leipziger den Sprung in den Bundestag: Christoph Neumann (52, AfD) und Siegbert Droese (48, AfD), Daniela Kolbe (37, SPD) und Monika Lazar (50, Grüne).

Mit Pellmann und Lehmann haben zwei aktive Stadträte den Sprung nach Berlin geschafft. „Grundsätzlich will ich mein Stadtratsmandat behalten“, so Lehmann. Er brauche den engen Kontakt zur Basis. Auch sein Linken-Bundestagskollege Pellmann denkt nicht an eine Mandatstrennung. Er wolle, so Pellmann, Fraktionsvorsitzender der Linken im Stadtrat bleiben.

Klaus Staeubert

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