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Illustration zur Bundestagswahl 2017 in Leipzig
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Direktwahl oder Liste: die Chancen der Leipziger Bundestagskandidaten

Bundestagswahl 2017 Direktwahl oder Liste: die Chancen der Leipziger Bundestagskandidaten

Welche Leipziger Direktkandidaten könnten aktuellen Umfragen zufolge wirklich in den Bundestag einziehen? LVZ.de hat sich die Listenplätze der Kandidaten genauer angeschaut.

Zwei Stimmen haben die Wähler bei der Bundestagswahl am 24. September.

Quelle: Gregor Fischer/dpa

Leipzig. 32 Sitze werden in der Regel für sächsische Abgeordnete im Bundestag freigehalten. Die Anzahl ist abhängig von der Bevölkerungszahl eines Bundeslandes, kann je nach Wahlausgang aber auch variieren. Sicher ist: Die Sitze werden bei der kommenden Wahl wieder hart umkämpft. Um in den Bundestag einzuziehen, haben die Bewerber zwei Möglichkeiten:

Über die Erststimme wählen die Bürger einen Kandidaten aus ihrem Wahlkreis. Wer die meisten Stimmen in seinem Wahlkreis erhält, bekommt einen sicheren Platz im Bundestag. Dies gelang 2013 der CDU in allen 16 sächsischen Wahlkreisen. Die Zweitstimme entscheidet über die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag, also darüber, wie viele Sitze einer Partei im Bundestag zustehen. Über die Zweitstimme haben diejenigen Kandidaten eine Chance, die auf den Landeslisten der Parteien stehen. Bei der vergangenen Bundestagswahl vor vier Jahren zogen so acht Linke, sechs SPD-Politiker und zwei Grüne für Sachsen ins Parlament ein.

Von der Stimme zum Mandat

Wählerstimmen werden nach dem "Sainte Laguë/Schepers"-Verfahren in Mandate umgerechnet. Vereinfacht geht das so:

Die  Gewinner der Wahlkreise erhalten einen Platz ihrer Partei im Parlament.

Die restlichen Mandate werden aus den  Landeslisten aufgefüllt.

Gewinnt eine Partei mehr Wahlkreise direkt, als ihr nach Zweitstimmenanteil Mandate zustehen, kommen Überhangmandate hinzu.

Um dadurch ein Ungleichgewicht der Parteien zu vermeiden, wird die Zahl der Sitze im Bundestag auch um Ausgleichsmandate erhöht. In Sachsen konnte die CDU 2013 ein zusätzliches Mandat erringen, die Zahl der sächsischen Abgeordneten stieg von 32 auf 33.

Gute Chancen für Kolbe und Lazar

Wie stehen die Chancen für die Leipziger Kandidaten bei der Wahl am 24. September? Die Verteilung der Sitze dürfte sich gegenüber 2013 auf jeden Fall ändern. Die AfD steht momentan bei bundesweiten Umfragen zwischen neun und elf Prozent, auch die FDP könnte wieder in den Bundestag einziehen. Beide Parteien scheiterten 2013 noch an der Fünf-Prozent-Hürde. Ihr Einzug würde auch bedeuten, dass andere Parteien Plätze verlieren.

Der Vorsitzende des hiesigen AfD-Kreisverbands, Siegbert Droese, hat mit Platz drei auf der Landesliste durchaus gute Chancen, in den Bundestag zu kommen. Direktkandidat Christoph Neumann braucht dagegen mit Listenplatz elf wohl einen Sieg in seinem Wahlkreis, um tatsächlich in den neuen Bundestag einzuziehen.

Ebenfalls gut sieht es für Monika Lazar von den Grünen und die SPD-Politikerin Daniela Kolbe aus. Beide Frauen belegen den ersten Listenplatz ihrer Partei. Für ihre Mitstreiter Jens Katzek (SPD) und Volker Holzendorf (Grüne) dürfte es schwieriger werden. Katzek steht auf Platz acht seiner Landesliste, Holzendorf auf Platz sechs. Bei der vergangenen Wahl haben es diese Listenplätze nicht mehr in den Bundestag geschafft. Auch die beiden Leipziger Direktkandidaten der Linken müssten die meisten Erststimmen holen, um in den Bundestag einzuziehen. Tilman Loos hat mit Listenplatz 8 bei der Linken relativ gute Chancen. Während Franziska Riekewald es auf Listenplatz neun auch noch knapp über die Zweitstimmen schaffen könnte, steht Sören Pellmann gar nicht auf der Sachsen-Liste der Linken.

Die beiden FDP-Kandidaten müssten ein Direktmandat bekommen

Auch der Leipziger CDU-Direktkandidat Jens Lehmann hat keinen Listenplatz inne, anders Thomas Feist, der auf Platz sechs der Landesliste der CDU steht und zudem direkt kandidiert. Marcus Viefeld von der FDP hat mit Listenplatz zehn wohl ebenso schlechte Chancen auf ein Mandat für den Bundestag wie sein Mitstreiter Friedrich Vosberg auf Platz 13. Beide müssten direkt gewählt werden.

Einer Forsa-Umfrage vom 13. September 2017 zufolge stehen CDU/CSU bundesweit momentan bei 37 Prozent, die SPD bei 23 Prozent, Grüne bei acht Prozent, FDP ebenfalls bei acht Prozent, die Linke bei zehn und die AfD bei neun Prozent. Die verbleibenden fünf Prozent verteilen sich auf sonstige Parteien.

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Die Listenplätze der Leipziger Bewerber in der Übersicht
 

Wahlkreis Leipzig Nord
Jens Lehmann (CDU): Ohne Listenplatz
Franziska Riekewald (Linke): Platz 9
Daniela Kolbe (SPD): Platz 1
Christoph Neumann (AfD): Platz 11
Volker Holzendorf (Grüne): Platz 6
Marcus Viefeld (FDP): Platz 10

Wahlkreis Leipzig Süd
Thomas Feist (CDU): Platz 6
Sören Pellmann (Linke): Ohne Listenplatz
Jens Katzek (SPD): Platz 8
Siegbert Droese (AfD): Platz 3
Monika Lazar (Grüne): Platz 1
Friedrich Vosberg (FDP): Platz 13

Sophie Aschenbrenner

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