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„Qualität ist, wenn der Rezipient es verstanden hat“

Journalistik-Forum „Qualität ist, wenn der Rezipient es verstanden hat“

Die vierte Ausgabe des Leipziger Journalistik-Forums im Sommersemester 2015 hat für einige Überraschungen gesorgt. Zu Gast war Ernst Elitz, Gründungsintendant des Deutschlandradios und heutiger Kommentator der Bild.

Ernst Elitz war zu Gast bei der vierten Ausgabe des Leipziger Journalistik-Forums im Sommersemester 2015.

Quelle: Anna Wulffert

Leipzig. Beim Leipziger Journalistik-Forum am 18. Juli 2015 sind zum ersten Mal die Sessel leer geblieben. Aber nicht, weil Gast Ernst Elitz den Zug verpasst hatte, sondern weil er lieber stehen wollte. Sportliche 90 Minuten hielt der 73-Jährige sich, die Moderatorinnen und das Publikum auf Trab. Denn der Gründungsintendant des Deutschlandradios bewegte sich lieber durch den Hörsaal, als in einer klassischen Interviewsituation Platz zu nehmen. Nicht die einzige Überraschung, die die vierte Ausgabe des Forums für das Publikum bereithielt. Dieses wird von der Abteilung Journalistik der Universität Leipzig ausgerichtet und von der Robert Bosch Stiftung gefördert.

Der gebürtige Berliner hat in seinem Leben als Journalist von Print über Hörfunk bis zum Fernsehen schon alles gemacht. Während seines Studiums schrieb Elitz Theaterkritiken und arbeitete für den Sender RIAS Berlin sowie die Wochenzeitung Die Zeit. 1969 wechselte er zum Spiegel. Nach fünf Jahren zog es Elitz dann zum Fernsehen. Für das ZDF berichtete er als Korrespondent aus Ost- und Westberlin und wurde bekannt als Moderater des heute journals. 1985 bis 1994 übernahm Elitz den Posten des Fernseh-Chefredakteurs beim Süddeutschen Rundfunk in Stuttgart. Im Anschluss folgten 15 Jahre als Intendant des Deutschlandradios, dessen Entwicklung Elitz maßgeblich voranbrachte.

Online-Ted zu Günther Jauch

Neben dem ersten Interview im Stehen beim Leipziger Journalistik-Forum gab es eine weitere Premiere: Einen Online-Ted. Mit ihm ließen die Moderatorinnen den Teledialog von einst wieder auferstehen. Teledialog bezeichnet eine Abstimmungsmöglichkeit für das Publikum über das Festnetztelefon, die Elitz in seiner früheren Polit-Sendung Kennzeichen D eingesetzt hatte. Bei der modernisierten Version beim Leipziger Journalistik-Forum konnte sich jeder Besucher mithilfe eines Freischaltcodes auf der Online-Ted-Website einloggen und über Fragen wie “Günther Jauch hört auf – wie ist eure Meinung dazu?“ abstimmen. Das für Elitz wenig überraschende Ergebnis: 30 Prozent gaben an, sowieso die Nase voll von Talkshows zu haben. 33 Prozent fanden, Jauch habe nie in das öffentlich-rechtliche Fernsehen gepasst. Nur 7 Prozent bedauerten seinen Abschied. 30 Prozent antworteten, dass sie seine Talkshow gar nicht kannten.

Qualität versus Boulevard

Obwohl Elitz aus dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk kommt und als Redakteur für renommierte Printmedien wie den Spiegel arbeitete, scheut er den Boulevardjournalismus nicht. Seit mehreren Jahren arbeitet er als Kommentator und Kolumnist für die Bild. Ein Gegensatz, der von den Moderatorinnen des Leipziger Journalistik-Forums und vom Publikum kritisch hinterfragt wurde. Elitz sah das gelassen und konterte, letztendlich sei die Aufgabe einer Boulevardzeitung ebenso wie die der ARD, eine bunte Vielfalt zwischen Halligalli, Schickimicki und Politik zu gewährleisten.

Erfahrene Journalisten berichten

Beim Leipziger Journalistik-Forum wird im Sommersemester 2015 diskutiert, wodurch Nachrichten beeinflusst werden und wie guter Journalismus gelingen kann. Die von Honorarprofessor Ruprecht Eser ins Leben gerufene Ringvorlesung wird von der Robert Bosch Stiftung unterstützt. Die Aufnahmen von Ernst Elitz erstellten Ines Eisele und Marie-Kristin Landes im Rahmen der Lehrredaktion Fernsehen.
Während des Leipziger Journalistik-Forums stellte sich Ernst Elitz den Fragen von Anna Mundt und Trang Dang, Studentinnen des vierten Semesters Masters Journalistik. Letztere moderierte auch die Veranstaltung.

Abschlussgast im Sommersemester ist:

•    am 02.07.2015 Ulrich Deppendorf (Leiter Hauptstadtstudio, ARD)
Im Wintersemester 2015/16 folgen weitere namhafte Gäste.

Autoren: Marie Landes, Ines Eisele

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