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„Leipzig entwickelt sich zu einem attraktiven Standort für die Videospielforschung“

Videospiele an der Uni „Leipzig entwickelt sich zu einem attraktiven Standort für die Videospielforschung“

Mitte August fand in Leipzig erstmals die internationale Videospiel-Tagung „Replaying Japan“ statt. Martin Roth, Junior-Professor der Japanologie an der Uni Leipzig, holte die Veranstaltung nach Leipzig und war Mitorganisator. Er sieht die Spiele-Konferenz als einen wichtigen Schritt für die weitere Videospielforschung in Leipzig.

Mitte August fand in Leipzig erstmals die internationale Videospiel-Tagung „Replaying Japan“ statt.

Quelle: privat

Leipzig. Martin Roth, Junior-Professor der Japanologie an der Uni Leipzig, hat die internationale Videospiel-Tagung „Replaying Japan“ mitorganisiert. Im Interview spricht er über die Videospielforschung in Leipzig und eine Pac-Man-Live-Experience.

Ihre Fachtagung „Replaying Japan 2016“ liegt jetzt gute vier Wochen zurück. Wie ist Ihr persönliches Fazit?

Martin Roth: Insgesamt war das Ganze erfolgreich: Menschen aus der ganzen Welt und aus unterschiedlichen Fächern kamen zusammen, die sich mit japanischen Videospielen beschäftigen. Ich glaube, dass wir einen guten Mix an Vortragenden hatten, sowohl aus der Wissenschaft als auch aus der Industrie. Gleichzeitig war ich auch vom vielfältigen Publikum überrascht. Neben Wissenschaftlern kamen auch einfach Fans, die sich hobbymäßig mit japanischen Videospielen beschäftigen. Wir haben da viel positives Feedback bekommen.

Uns war es wichtig, die „Replaying Japan“ für eine breite Zielgruppe aufzustellen und die Relevanz des Themas über die Wissenschaft hinweg deutlich zu machen. So inszenierten Kollegen aus Finnland etwa eine Pac-Man-Live-Experience, bei der sich mehrere Teilnehmer als namensgebender gelber Pac-Man und Gespenster verkleideten und Spielsituationen nachstellten.

Welche unterschiedlichen Aspekte japanischer Videospiele erforschen die einzelnen Fachdisziplinen?

Wir hatten Vorträge, wie japanische Videospiele im Unterricht eingesetzt werden können oder wie der Zweite Weltkrieg spielerisch dargestellt wird. Andere Themen waren etwa der Einfluss von europäischen Musiktraditionen auf das Videospiel „Final Fantasy VI“ oder wie Frauen mehr in die japanische Spieleindustrie mit eingebunden werden können. Ich selbst habe einen Vortrag dazu gehalten, wie man Japanisch mithilfe von Spielen lernt. Die Forscher kamen dabei vorrangig aus den Kultur- und Medienwissenschaften.

Wie profitiert Leipzig als Standort von der Spieletagung?

Durch die Konferenz haben wir uns für die japanbezogene Videospielforschung international gezeigt. Daraus ergeben sich jetzt hoffentlich bald eine ganze Reihe von Kooperationen und Forschungsprojekten, etwa mit der Ritsumeikan Universität in Kyoto. Wir überlegen jetzt, wie man die Videospielforschung und Betreuung von Videospielsammlungen in Deutschland besser vernetzen kann. Durch die Tagung haben wir neue Kontakte geknüpft, hinzugekommen sind ein Kollege von der Stanford University in Kalifornien und ein Mitarbeiter vom Computerspielmuseum in Berlin.

Sie sind jetzt seit gut anderthalb Jahren als Junior-Professor am Lehrstuhl für Japanologie und haben in der Zeit 4.500 japanische Videospiele nach Leipzig geholt und waren Mitveranstalter der „Replaying Japan 2016“. Wie soll es mit der Videospielforschung in Leipzig jetzt weitergehen?

Die Frage ist: Ergibt sich hier in Leipzig wirklich etwas? Wir haben die Strukturen aufgebaut, jetzt gilt es, sich inhaltlich mit den Themen auseinanderzusetzen. Ich habe mich sehr viel damit beschäftigt, wie man die Umgebung für die Forschung schaffen kann, jetzt hoffe ich, dass diese auch von anderen genutzt wird. Im Wintersemester biete ich ein Forschungsseminar zu Videospielen an, wir vergrößern also den Rahmen von Japan hin zu allgemeineren Game Studies. Auf jeden Fall entwickeln sich die Angebote hier zu einem attraktiven Forschungsstandort für japanische Videospiele. Dass aber alles wirklich breit genutzt werden kann, davon sind wir noch ein Stück entfernt.

Vielen Dank für das Gespräch.

Interview: Denis Gießler

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