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Metallene Götter im Ägyptischen Museum

Ausstellung eröffnet Metallene Götter im Ägyptischen Museum

Ob Fisch, Katze oder Menschengestalt: metallene Götterfiguren konnten bereits von den alten Ägyptern in Massenproduktion hergestellt werden. Eine Ausstellung im Ägyptischen Museum der Universität Leipzig zeigt kunstvolle Detailarbeiten und alle Schritte der Metallverarbeitung.

Statue des altägyptischen Gottes Ptah.

Leipzig. Rund 140 Götterfiguren und andere metallene Handwerksstücke wie Spiegel, Waffen und Räucherschalen sind bis zum 29. Mai 2016 im Ägyptischen Museum Georg Steindorff der Universität Leipzig zu sehen. Sie führen vor Augen, dass die Ägypter schon vor rund 4.000 Jahren zu filigraner Metallarbeit und massenhafter Produktion von Metallfiguren fähig waren. Um 2000 vor Christus wurden die aufwendigen Unikat-Arbeiten zunehmend von Gusswerken ersetzt. Forscher hatten sich schon über die Mengen an Figuren gewundert, die an verschiedenen Orten gefunden wurden, erklärt Dietrich Raue, Kustos des Ägyptischen Museums Leipzig: „Wie haben die Ägypter diese massenhafte Produktion hinbekommen, um Gottes Willen?“

Durch die Analysen der Figuren können nun zum ersten Mal alle Verarbeitungsschritte einzeln nachvollzogen werden. Hierzu werden etwa Mikro-Computertomografien durchgeführt: Ähnlich wie bei einem Röntgengerät werden die Gussformen, die von außen wie unscheinbare, etwa faustgroße Lehmklumpen wirken, durchleuchtet. Aus den Daten können dreidimensionale Bilder erstellt werden, die millimetergenau die geplanten Figuren zeigen. Diese Untersuchungen werden derzeit in einem Gemeinschaftsprojekt des Instituts für Mineralogie, Kristallografie und Materialwissenschaft der Universität Leipzig und der Karls-Universität Prag durchgeführt.

„Wie haben die Ägypter diese massenhafte Produktion hinbekommen, um Gottes Willen?“

Auch andere Ausstellungsstücke haben bereits neue Erkenntnisse über die Metallverarbeitung geliefert. In einer Kupferschale aus dem dritten Jahrtausend vor Christus etwa fand man einen unvermutet hohen Nickelanteil. Dies könnte ein Hinweis auf eine noch unbekannte oder weit entfernte Lagerstätte sein. Aus vermeintlich unspektakulären Alltagsgegenständen werden so wichtige neue Erkenntnisse für die Wissenschaft gezogen. Ausgangspunkt für die Ausstellung sind Funde, die Bonner Ägyptologen zwischen 1959 und 1984 im ägyptischen Assuan gemacht hatten. Nun werden sie gemeinsam mit Stücken aus dem Ägyptischen Museum der Universität Bonn, dem August-Kestner-Museum Hannover, der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha und des Leipziger Museums ausgestellt.

von Christine Warnecke

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