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Nicht nur für Subjekt 12 ein Stresstest

Filmprojekt an der HTWK Nicht nur für Subjekt 12 ein Stresstest

Studierende der HTWK haben für eine Unterhaltungssendung einen Kommilitonen eingesperrt. Seinen Ausbruch, bei dem die Online-Community mithelfen konnte, hat das Team live im Internet übertragen. LVZ Campus war im Regieraum dabei.

Angespanntes Arbeiten im Regieraum der HTWK (Dominik Brauner, Martin Pfeiffer, Marc Pelzl (v. links nach rechts))

Quelle: Anton Zirk

Leipzig. Nach fast zwei Stunden Übertragung ist es soweit, die Erleichterung fast greifbar, als der Abspann des Filmprojekts „Subjekt 12“ über die Bildschirme im Regieraum des Medienzentrums der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) flimmert. Die Studierenden des Produktionsteams haben geschafft, worauf sie seit Oktober 2015 hingearbeitet hatten: Eine eigene interaktive Unterhaltungssendung, die live für jeden zugänglich im Internet übertragen wird. Dafür verknüpften die Studierenden eine sogenannte „Escape-Challenge“, bei der ein echter Spieler mit Hilfe der Zuschauer versucht, aus einem zuvor präparierten Raum auszubrechen mit einer fiktiven Story, die durch Schauspieler getragen wurde.

Von der ersten Idee über Werbung in den Sozialen Medien, hin zu Schnitt und Ton lag das Projekt komplett in den Händen von Produktionsleiter Marc Pelzl und seinen Kommilitonen aus den Fächern Medientechnik und Medieninformatik. „Diese Freiheit hat den Reiz ausgemacht. Viele von uns studieren im letzten Bachelor-Semester. Dass wir uns ohne wirtschaftlichen Druck an so einem Projekt ausprobieren dürfen, passiert wahrscheinlich nicht mehr so oft“, sagte der 22-Jährige, der auch für den Schnitt der Sendung verantwortlich war.

Einfache Spielidee mit filmreifer Story

Die Idee der Sendung ist schnell erklärt: Ein Spieler wird in einen eigens dafür in der HTWK eingerichteten Raum eingesperrt. Hinaus gelangt er nur, wenn es ihm gelingt, verschiedene Rätsel zu lösen, die vorher vom Team entwickelt und im Raum verteilt wurden. Dabei wird der Spieler von Kameras und Mikrofonen auf Schritt und Tritt begleitet, die Aufnahmen live im Internet übertragen.

Drumherum strickten die Studierenden eine filmreife Story: Subjekt 12 ist die Versuchsperson eines fiktiven Experiments, mit dessen Hilfe der skrupellose Psychologie-Professor Van Houten, gespielt von einem Schauspieler, die menschliche Reaktion auf Stresssituationen erforschen will. Subjekt 12 steht ein Hacker zur Seite, der das Experiment sabotieren will und die Hinweise der Zuschauer auf einen Bildschirm in dem verschlossenen Raum schickt.

Was im Regieraum schief läuft, kriegen die Zuschauer nicht mit

„Die Interaktivität war eine der zentralen Anforderungen an das Projekt. Wir sind froh, dass es funktioniert hat“, sagte Marc Pelzl nach der Aufnahme. Dass im Regieraum bei weitem nicht alles so glatt lief, war für die Zuschauer kaum zu merken. Dem 13-köpfigen Produktionsteam gelang es sogar, durch einen dramaturgischen Kniff zwei im Vorfeld vertauschte Funkmikrofonsender während der Sendung zu wechseln und die Live-Übertragung so zu retten: Hierfür schickten die Studierenden Professor Van Houten in den verschlossenen Raum, um die Sender an die richtige Position zu bringen. Gleichzeitig lieferte der Hacker dem Publikum an den Bildschirmen eine plausible Erklärung für diese unerwartete Wendung. Er habe mit einem seiner Angriffe das Kommunikationssystem von Professor und Subjekt 12 sabotiert, was der Professor selbst zu korrigieren versuche. Hinterher war das für Produktionsleiter Marc Pelzl schon kein Thema mehr: „So was passiert eben, dann wird es mal kurz etwas hektisch und vielleicht auch ein wenig ruppiger, aber nur, weil schnell eine geeignete Lösung gefunden werden muss. Das haben wir dann ja auch geschafft.“

Ein Freund hält als Subjekt 12 her

Alles andere als entspannt war die Erfahrung auch für Ferdinand Malcher. Der 24-jährige Medieninformatik-Student wurde bereits im Oktober von Freunden aus dem Produktionsteam gefragt, ob er sich auf das Experiment im verschlossenen Raum und die Rolle von Subjekt 12 einlassen würde. „Bis zum Tag der Produktion habe ich mir keine Gedanken gemacht. Erst kurz davor bin ein wenig nervös geworden“, sagt Malcher nach der Sendung. Beim Lösen der Rätsel habe er dann schnell vergessen, dass er von mehreren Kameras beobachtet wird und alles nur ein Spiel ist. „Ich wusste, dass ein Abbruch eigentlich keine Option ist und ich irgendwie da raus muss. An einer Stelle hatte ich aber wirklich keine Lust mehr, weil ich nicht weitergekommen bin.“

Das Internet macht‘s möglich

Fast zwei Stunden brauchte er schließlich trotz Hacker und über 60 Zuschauern an den Bildschirmen, die im Chat unter anderem dabei halfen, Verstecke zu finden, Zahlencodes zu lösen, Schlösser zu öffnen.

Damit lag die Sendezeit weit über der geplanten Dauer. Vorgesehen seien ursprünglich 60 bis 90 Minuten gewesen. „Glücklicherweise war es keine Produktion für einen Fernsehsender. Im Internet ist das kein Problem“, sagte Pelzl und bilanzierte: „Trotz einiger Probleme bin ich sehr zufrieden. Wir hatten ein super Team.“

von Anton Zirk

HTWK Leipzig 51.339695 12.373075
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