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„Von Anfang an dabei sein“ – Menschen mit Lernschwierigkeiten forschen in Uni-Projekt

Interview „Von Anfang an dabei sein“ – Menschen mit Lernschwierigkeiten forschen in Uni-Projekt

Mit dem interdisziplinären Projekt „Leichte Sprache im Arbeitsleben“ (LeiSA) will die Universität Leipzig Texte für Menschen mit Lernschwierigkeiten verständlicher machen. Dazu entwickeln Wissenschaftler empirisch überprüfte Regeln für eine einfache Sprache.

Josef Ströbl, Forscher an der Uni Leipzig.

Quelle: Privat

Leipzig. Ein Forscher der Uni Leipzig, Josef Ströbl, hat LVZ Campus erklärt, wie man Texte für Menschen mit Lernschwierigkeiten verständlicher machen kann. Ein Interview in leichter(er) Sprache.

Herr Ströbl, worauf muss man denn bei leichter Sprache achten?

Josef Ströbl: Die Wörter sollen nicht so lang sein und man soll möglichst kurze Sätze machen. Außerdem soll man keine Wörter nehmen, die mehr als eine Bedeutung haben: Wenn man zum Beispiel ‚Konfession‘ sagt, kann es um Kleidung gehen oder um Religion. Bilder sind auch gut, müssen aber dazu passen.

Warum braucht man das?

Leichte Sprache ist wichtig für Inklusion, für alle Menschen. Inklusion heißt, von Anfang an dabei zu sein. Die UN-Behindertenkonvention von 2009 – auch so ein langes Wort, wir sagen lieber Übereinkommen, das ist ein bisschen besser – sagt, dass alle das bekommen sollen was sie brauchen, um dabei zu sein.

Was genau machen Sie bei LeiSA?

Eine Kollegin aus Bremen und ich, wir sind Prüferin und Prüfer der Leichten Sprache. Und dann gibt es noch Kolleginnen und Kollegen, die in Leipzig wohnen. Die Forscherinnen und Forscher denken sich Texte aus, und wir kriegen diese zum Prüfen. Wir sagen dann, ob das gut zu verstehen ist. Das Besondere an diesem Projekt ist, dass wir von Anfang an dabei sind. Wir haben uns zum Beispiel auch Arbeitsplätze angeguckt und geschaut, was man dort mit Leichter Sprache besser machen kann.

Wie sind Sie zum Projekt gekommen?

Ich bin im Netzwerk Leichte Sprache Gründungsmitglied. Das Netzwerk gibt es seit 2006, als Verein seit zwei Jahren. Ich bin so etwas wie der Großvater der Leichten Sprache in Deutschland: Ich war der erste Mensch in der Bundesrepublik, der Schulungen für Leichte Sprache gemacht hat. Deswegen haben die Leiter des Projekts uns angefragt. Bis jetzt gab es zwei oder drei Treffen.

Das Gespräch führte Theresa Martus.

Mehr Informationen zu leichter Sprache gibt es unter http://leichtesprache.org/

Universität Leipzig 51.338574 12.378461
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