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Brot für den Schrank statt Gurke in die Tonne

Tauschökonomie an der Uni Brot für den Schrank statt Gurke in die Tonne

Neuerdings lagern im Flur vor den Büroräumen des Studentenrates Gemüse und Hülsenfrüchte. Das Ökologie-Referat und die Foodsharing-Gruppe Leipzig haben einen Platz zur Rettung von Lebensmitteln geschaffen, an dem sich jeder nach Herzenslust bedienen kann.

Im "Fair-Teiler" vor dem Stura-Büro kann jeder unliebsame Lebensmittel gegen einen Leckerbissen eintauschen.

Quelle: David Holland

Leipzig. Seit zwei Wochen steht ein roter Garderobenschrank im Flur vor dem Student_innenRat (Stura) der Universität Leipzig. Auf den nachträglich eingebauten Regalbrettern: Möhren, Kohlrabi und Rettich.

Warum neuerdings Gemüse in der Universität lagert, erklärt ein Zettel auf dem Schrank: Lebensmittel, die der Eine zu viel hat oder nicht mehr benötigt, kann er hier ablegen. Ein Anderer kann sich dann an den Speisen bedienen. „Fair-Teiler“ heißt der Schrank. Benno Fuchs, Referent für Ökologie im Stura, hatte gemeinsam mit der Foodsharing-Gruppe Leipzig die Idee, in der Uni einen solchen Lebensmittel-Umschlagplatz aufzubauen.

„Vor allem Gemüse und Hülsenfrüchte sind bisher hier getauscht worden“, erklärt Fuchs. Da der „Fair-Teiler“ in einem Fluchtweg steht, war ein Anschluss an das Stromnetz nicht möglich, somit kam ein Kühlschrank nicht in Frage. „Lebensmittel, die gekühlt werden müssen, darf man also nicht hineinlegen“, sagt der Stura-Referent.

In fast allen größeren Städten Deutschlands sollen ähnliche Schränke ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung setzen. Vier oder fünf „Fair-Teiler“ gebe es bereits in Leipzig, sagt Fuchs. Wie sieht man beim Studentenwerk Leipzig als Betreiber der Mensen diesen Ansatz, übriggebliebenes Essen anderen anzubieten, anstatt es wegzuwerfen? Die Mensen des Studentenwerks bieten ihre übriggebliebenen Gerichte nicht im „Fair-Teiler“ an. Michael Mohr, der Sprecher des Studentenwerks Leipzig, erklärt den Grund: „Wir denken wirtschaftlich und rechnen die Lebensmittelmengen strikt durch. In den Mensen werden die Gerichte ständig in kleineren Mengen nachgekocht.“ Kurz bevor die Mensa schließe, werde immer weniger nachgekocht, damit möglichst wenig im Müll lande.. „Unverpackte Lebensmittel, die sich bereits im Verkaufsbereich befanden, dürfen wegen Hygienevorschriften nicht weiterverwendet und auch nicht an andere weitergegeben werden“, sagt Mohr. Darum könnten fertige Gerichte auch nicht an die Tafel weitergegeben werden.

Müll entstehe freilich beim Gemüseputzen und wenn Gäste Essensreste auf ihren Tellern übrig lassen, sagt der Studentenwerks-Sprecher. „All diese Abfälle werden an Entsorgungsfirmen abgegeben, die die Reste zu Biodiesel, Biogas und organischem Düngemittel verwerten.“

Text: Theresa Held

Video: Friederike Rohmann und Christoph Schäfer

Audio: David Holland

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