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„Ich blicke jetzt gelassener auf viele Dinge“

Studentischer Roadtrip „Ich blicke jetzt gelassener auf viele Dinge“

Elf Länder und 11.500 Kilometer in 25 Tagen: Zwei Brüder aus Leipzig auf Roadtrip nach Tadschikistan für den guten Zweck. Jetzt sind die beiden wieder zurück und erzählen, was sie erlebt haben.

Der angehende Lateinlehrer Lukas Brendler (li.) und sein Bruder Johannes mit ihrem Lieblingsgastgeber in Tadschikistan – und ihr Opel Astra Kombi, Baujahr 1998.

Quelle: Privat

Leipzig. Lukas Brendler nimmt einen tiefen Schluck aus einer geblümten Tasse und stellt zufrieden fest: „Seit der Rallye trinke ich regelmäßig schwarzen Tee und lasse mir besonders beim Essen viel mehr Zeit.“ Er hat eine abenteuerliche Reise mit dem Auto von Deutschland nach Tadschikistan hinter sich (LVZ Campus  berichtete von den Plänen), und nun hat sich einiges im Leben des angehenden Lateinlehrers aus Leipzig verändert. „Ich blicke jetzt gelassener auf viele Dinge, will mich nicht mehr vom Stress im Alltag leiten lassen und weniger Medien konsumieren.“ Seit vier Wochen ist er wieder zurück in Deutschland. Hinter ihm liegen 11.437 Kilometer und elf Länder, die er und sein Bruder Johannes in 25 Tagen bewältigt haben.

Der Weg ist das Ziel

Nach dem Motto „Wenn nicht jetzt, wann dann?“ entschieden sich die Brendler-Brüder Anfang diesen Jahres bei der sogenannten „Tajik-Rallye“ teilzunehmen. Der Weg sei das Ziel, wirbt der Veranstalter auf seiner Webseite. Vor und während der Rallye wurden Spenden gesammelt, um die Reise zu finanzieren und um Kinderhilfswerke in Deutschland und Tadschikistan zu unterstützen. Mit 1100 Euro platzieren sich die Brendler-Brüder im oberen Mittelfeld der Spendentabelle. Die 30 Rallye-Teams kamen in diesem Jahr auf insgesamt 24.000 Euro.

Der Rallye-Veranstalter macht keine Vorgaben, nur das Ziel steht fest: Duschanbe, die Hauptstadt der zentralasiatischen Republik Tadschikistan. Diese Freiheit stellte die beiden Abenteurer vor die erste Herausforderung. Welche Route ist die sicherste? Die Brüder entschieden sich gegen die Ukraine, um nicht zwischen die Fronten zu geraten. „Wir hatten aber von Anfang an vor, durch den Balkan und die Türkei zu fahren. Auch hier hatte uns die Berichterstattung verunsichert. Wir haben es trotzdem gewagt und im Nachhinein empfand ich besonders die Türkei als sehr herzlich.“

Große Gastfreundschaft trotz Armut

Wirklich in Gefahr waren die beiden zu keinem Zeitpunkt. „Einmal habe ich das Auto in einen kleinen Bach gefahren, das war in Kirgistan. Die Einheimischen waren aber sofort zur Stelle und haben uns geholfen, den Wagen wieder zu befreien. Man sollte trotz guter Streckenabschnitte nicht zu übermütig werden“, resümiert Lukas Brendler.

Neben Stirnlampen, Schlafsäcken und guten Landkarten seien vor allem Zuversicht und eine positive Einstellung die wichtigsten Dinge, die ein Abenteurer für eine Reise nach Tadschikistan mitbringen muss. „Insgesamt sollte man auf so einer Reise wenig mitnehmen. Vieles ist entbehrlich. Ab Kirgistan hatten wir kein mobiles Internet mehr und haben es nicht vermisst.“

Außer der atemberaubenden Gebirgslandschaft Tadschikistans sind ihm  besonders die Begegnungen mit den Menschen in Erinnerung: „Es war schon dunkel und wir waren auf der Suche nach einem Schlafplatz. In einer kleinen Hütte nahm uns ein älterer Herr bei sich auf und hat uns am nächsten Morgen ein Frühstück bereitet. Mich hat das beeindruckt, weil die Einheimischen sehr arm sind und trotzdem zuletzt an sich selbst denken. So warm und herzlich wurde ich noch nirgendwo von einem Fremden empfangen.“               

Kahwe Mohammady

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