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„Leipzig ist eine super Inspirationsquelle“

Interview „Leipzig ist eine super Inspirationsquelle“

Die Leipziger Band „Karl die Große“ lässt sich nicht lumpen. Die sechs Musikstudenten spielten allein dieses Jahr rund 40 Konzerte – und wurden beim Leipziger Publikumspreis der Moritzbastei zur Band des Jahres gekürt.

Sie haben es schon weit gebracht unter dem Bandnamen "Karl die Große" und wollen noch hoch hinaus. 

Quelle: PR/ Sandra Ludewig

Leipzig. Vor Kurzem erschien ihre zweite EP „Dichter bei den anderen“. Kennengelernt haben sich "Karl die Große" an der Leipziger Hochschule für Musik und Theater. Ihr Stil: Pop-Musik mit Jazz-Einflüssen. Die eigentlich aus Neuruppin stammende Sängerin Wencke Wollny (26) über den Vergleich mit großen Indie-Bands, Leipzig und ihr Studium.

Wencke Wollny, was hat es mit Eurem Bandnamen auf sich?

Seit einer durchzechten Nacht heiße ich für Simon, unseren Pianisten, Karl. Er ist da ziemlich konsequent geblieben. Als wir dann den Bandnamen gesucht haben, meinte der Gitarrist: „,Karl die Große‘ wär doch witzig.“ Ich bin nämlich mit 1,86 Metern die Größte in der Band. Meine Mitbewohner haben damals schon gescherzt, dass ich bestimmt viele Fragen in Richtung Feminismus oder Gender beantworten muss. Dabei war es ja wirklich nur zum Spaß. Mittlerweile höre ich sogar auf den Namen Karl.

Ihr habt Euch alle 2013 an der Hochschule für Musik und Theater kennengelernt. Welche Rolle spielt euer Studium in der Band?

Wir alle studieren Musik und haben uns auf Jazz spezialisiert. Als Band versuchen wir zwar, einfach gute Popmusik zu machen. Trotzdem hört man einen Funken Jazz heraus. Ich als Sängerin bin allerdings für die Texte zuständig, und dabei hilft mir das Studium überhaupt nicht.

Deine Texte sind voller Wortspielereien und Zweideutigkeiten. Wieso legt Ihr so viel Wert auf die Sprache?

Zum einen kommt es daher, dass ich sehr viel deutschsprachige Musik gehört habe: als Kind Gerhard Schöne, dann Keimzeit, später Clueso. Das waren alles Leute, die immer sehr tiefgründige Texte hatten. Dann liest man vielleicht noch ein paar Bücher, in denen man die Wortwahl spannend findet. Wenn ich heute Feinheiten aus dem Alltag darzustellen versuche, dann hilft mir mein Gespür für Sprache sehr.

Niemand von Euch kommt ursprünglich aus Leipzig. Welchen Stellenwert hat die Stadt für euch?

Leipzig hat ein ganz besonderen Flair. Eigentlich wollte ich immer nach Berlin oder Hamburg. Als ich dann zur Aufnahmeprüfung hier war, dachte ich: „Ich muss hierher kommen!“ So ging es auch den anderen. Für eine Band ist es natürlich super, dass es viele kleine Locations gibt, wo man spielen kann. Man hat viele interessierte Leute, die das Projekt begleiten und einem sehr treu sind. Leipzig ist auf jeden Fall eine super Inspirationsquelle, um Songs zu schreiben.

Wie finanziert Ihr Euch?

Für unsere neue EP hatten wir ein Crowdfunding-Projekt. Abgesehen davon spielen wir eben Konzerte, bekommen Gagen. Das sind die Kanäle, und mit denen kommen wir eigentlich ganz gut über die Runden. Wir können zumindest Fahrten und alles, was sonst noch so auf Touren anfällt, finanzieren.

Ihr wurdet in der „Mitteldeutschen Zeitung“ als weibliche Version von Element of Crime betitelt. Was hältst du davon?

Da war ich sehr gerührt und musste sehr lachen. Denn bei der letzten EP galten wir als „Tocotronic“ in weiblich, das fand ich auch schon witzig. Denn klar: „Tocotronic“ und „Element of Crime“ sind einfach zwei unfassbar tolle Bands. Sven Regener von „Element of Crime“ finde ich super, ich hab grad wieder seine „Herr Lehmann“-Sachen gelesen und die Filme geguckt. Deswegen habe ich mich sehr gefreut.

Das Gespräch führte Christine Reißing.

„Karl die Große“ hat sich Anfang 2013 in Leipzig gegründet. Die sechsköpfige Band spielt deutschsprachigen Singer-Songwriter-Pop mit Jazz-Einflüssen, den sie selbst als „kopflastig“ beschreibt. Kennengelernt haben sich die Musiker an der Leipziger Hochschule für Musik und Tanz. Sängerin Wencke Wollny studiert Lehramt und Saxophon, Pianist Simon Kutzner ebenfalls Lehramt. Die anderen Vier studieren ein Instrument im Hauptfach. 2014 erschien Karl die Großes erste EP „Mal gucken was passiert“, Anfang Dezember dieses Jahres dann die zweite: „Dichter bei den anderen“. Konzerttermine stehen auf der Website: www.karldiegrosse.de

Anmerkung der CAMPUS-Redaktion: Da die Musik nicht GEMA-frei ist, konnten im Audiobeitrag keine Songausschnitte verwendet werden. Die Textausschnitte spricht Campus-Redakteurin Christine Reißing.

 

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