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Studentische Upcycling-Ausstellung: „Don’t waste your waste!“

Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Studentische Upcycling-Ausstellung: „Don’t waste your waste!“

Hunderte Kilo Müll produziert jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Eine mögliche Lösung, mit den Müllbergen umzugehen, ist Upcycling. In der HTWK findet jetzt zum Thema eine Ausstellung statt, kuratiert von vier Studentinnen.

Carolin legt den letzten Schliff am Müllvorhang an.

Quelle: Sophie Aschenbrenner

Leipzig. Leere Waschmittel-Behälter aus Plastik, Schokoladenpapier, leere Saftflaschen und Joghurtbecher – wochenlang haben die Museologie-Studentinnen Carolin Zietzling, Saskia Knyrim, Laura Carrasco Habel und Melanie Reyentanz Müll gesammelt, um daraus einen Vorhang zu basteln. Er hängt am Eingang ihrer Ausstellung „Don’t waste your waste! Upcycling in Leipzig“, die vom 28. Juni bis zum 6. Juli 2016 in der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK) zu sehen sein wird. Am Montag, dem 27. Juni, ist die Vernissage geplant, und drei Tage vorher herrscht im Ausstellungsraum noch Chaos. Eine Tasche aus Sterni-Bierdeckeln, ein paar Schüsseln aus Dosen und Notizbücher drapiert Carolin Zietzling gerade in einer Vitrine. Die restlichen Exponate stehen auf Tischen oder auf dem Boden herum, ein Großteil soll erst am Abend ankommen.

Upcycling setzt sich zusammen aus den englischen Wörtern „up“ (dt. hoch) und „recycling“ und bedeutet, aus Abfallprodukten neuwertige Produkte herzustellen. Der Klassiker sind die Geldbeutel aus Tetrapacks, die wohl die meisten kennen. Es geht noch viel kreativer: Stolz präsentiert Carolin zwei Lampen, eine hergestellt aus Babyfläschchen, aufwändig in Spiralen gedreht, die andere gebastelt aus alten CDs.

„Wir wollen, dass die Besucher umdenken“, sagt Laura Carrasco Habel. Gemeinsam mit ihren drei Mitstreiterinnen hat sie im Rahmen eines Seminars die Ausstellung kuratiert. Schnell war klar, dass sie sich mit Upcycling beschäftigen wollen. „Ich habe viele Freunde und auch Mitbewohner, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, und wir wollten noch mehr Menschen dazu anregen, ihr Wegwerfverhalten zu überdenken“, erzählt Carolin.

Vorwissen im Kuratieren hatten sie nicht. „Wir haben einfach experimentiert“, sagt Carolin. Unterstützt durch die Dozenten des Seminars haben sie sich vom Konzept über die Finanzierung, die Akquise der Künstler, Beschriftungen der Kunstwerke und die Organisation der Party auf der Vernissage um alles selbst gekümmert. „Es war ein ständiger Prozess“, erinnert sich Laura. Das nötige Geld für die Ausstellung haben die Studentinnen selbst zusammengetragen – über einen Spendenaufruf. „Freunde und Familie waren uns eine große Unterstützung“, sagt Laura.

Genau 618 Kilogramm Müll pro Jahr produziert jeder Deutsche im Schnitt nach Angaben des Statistischen Bundesamts (Stand: 2014).  „Don’t waste your waste!“ soll den Besucher auch dazu anregen, die Weiterverwertung von Müll in den eigenen Alltag zu integrieren. Dafür haben die vier Studentinnen die Ausstellung in vier Teile gegliedert. Nachdem sich der Besucher durch den Vorhang aus Müll am Eingang gekämpft hat, wird ganz praktisch präsentiert, wie man selbst Müll reduzieren kann. Als Anregung dienen kleinere Objekte aus Gläsern oder Eierkartons, die jeder mit ein bisschen Geschick selbst machen kann, auch Kinder. „Wir wollen es schon den Kleinen beibringen“, sagt Carolin. Die meisten dieser Gegenstände wurden von einem kleinen Unternehmen namens Alltagsinstitut  produziert, das unter anderem Upcycling-Workshops für Kinder und Familien anbietet. Im nächsten Teil der Ausstellung werden Werke von drei Leipziger Künstlern gezeigt, die nach dem Prinzip des Upcycling leben und arbeiten.

Auch einige Leipziger Unternehmen beschäftigen sich intensiv mit der Frage, wie man die Müllberge reduzieren und aus dem Abfall etwas Neues gestalten kann. ROX  stellt lokale und ökologische Kleinmöbel her. Auch die Firma Holzunikate arbeitet mit Holz und produziert alle Arten von Gegenständen aus diesem Material her.

Die vier Studentinnen sind aufmerksamer geworden, seit sie die Ausstellung vorbereiten. Früher habe sie selbst nicht darüber nachgedacht, wieviel Müll sie produziert, was sie konsumiert und was man aus vermeintlichem Müll noch machen kann, erzählt Laura. „Ich bin zwar nicht so der Basteltyp“, sagt sie weiter. „Aber ich gehe jetzt bewusster mit Müll um und laufe mit offeneren Augen durch die Gegend.“ Die Studentinnen hoffen, dazu auch die Besucher ihrer Ausstellung bewegen zu können.

Was: Ausstellung „Don’t waste your waste! Upcycling in Leipzig“
Wann: 28.6. bis 6.7.2016, geöffnet Mo-Fr von 10-16 Uhr
Wo: HTWK, Karl-Liebknecht-Str. 145, Lipsius-Bau, Raum 312
Der Eintritt ist frei.
Vernissage am 27.6.2016 ab 19 Uhr.

von Sophie Aschenbrenner

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