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Studieren mit Tieren

Studenten und ihre tierischen Gefährten Studieren mit Tieren

Abwechslung im Studentenalltag: Während die meisten die Zeit außerhalb der Uni mit Kommilitonen, Freunden oder Mitbewohnern verbringen, haben manche Studenten ganz andere Freizeitgefährten. Vier Geschichten über Pferde, Ratten, Geckos und einen Kampffisch.

Ein Kampffisch mit Geschichte: Bevor er zu Studentin Marie Kramer kam, lebte dieser Zeitgenosse in einem Senfglas.

Quelle: Julia Ruhnau

Leipzig. Pferd Bamby hält ihre Besitzerin Theresa Hellwig fast täglich auf Trab. Die Stute ist mit 26 Jahren zwar schon Pferdeseniorin, „aber manchmal benimmt sie sich wie eine Dreijährige“, sagt Master-Studentin Theresa schmunzelnd. Gemeint sind damit die rasanten Galoppeinlagen und ausgelassenen Bocksprünge, die Bamby auf ihrer Koppel beim Stadtgut Mölkau manchmal einlegt. Dort steht sie zusammen mit ein paar Ponys im Auslauf. Theresa ist froh, einen passenden Stall gefunden zu haben: Während ihres Bachelors musste sie von ihrem Studienort Göttingen knapp 200 km nach Hause pendeln, um ihr Pferd zu besuchen.

Ein Gecko mit Gespielinnen                                         

Tiermedizinstudent Robert Nestler hat einen ganzen Harem zu Hause: Vier Geckos bevölkern ein großes Terrarium im Wohnzimmer seiner Studentenbude. Der Gecko-Mann hat gleich drei Gespielinnen zur Verfügung – damit er seinen ausgeprägten Sexualtrieb nicht nur an einem Weibchen auslässt, erklärt Robert. Außerdem hat der 26-Jährige zwei graugebänderte Königsnattern, ein Salzwasser-Aquarium und einen Hund. Und der große Käfig an der Wand? „Das sind Meerschweinchen von einer Freundin“, sagt Robert.

Hündin Cookie komplettiert seinen kleinen Privatzoo. „Wir hatten schon immer Tiere zu Hhause“, erzählt Robert über den Einstieg in seine Halterkarriere. Sein größtes Hobby ist momentan die Salzwasser-Aquaristik: Er betreibt nebenbei einen Laden, das „Korallen-Nest“, in dem er verschiedene Tierarten züchtet – von der Anemone bis zur Kardinalsgarnele.

Abwechslung im Studentenalltag: Während die meisten die Zeit außerhalb der Uni mit Kommilitonen, Freunden oder Mitbewohnern verbringen, haben manche Studenten ganz andere Freizeitgefährten. Vier Geschichten über Pferde, Ratten, Geckos und einen Kampffisch. (Fotos: Julia Ruhnau)

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Ratte allein zu Haus

Rattendame Pixie lebt alleine bei Frauchen Susi Große. Ihre sechs Vorgänger sind schon gestorben, auch ihre Schwester Peaches – die Ratten sind übrigens nach den Töchtern des Popstars Bob Geldof benannt. „Sie liebt Bananen“, erklärt die Journalistik-Studentin die Vorlieben ihres Nagetiers. Und Fernbedienungen – die Knöpfe des Geräts sind schon ganz abgenagt. Susis Eltern waren erst wenig begeistert von der Tierliebe ihrer Tochter. „Aber inzwischen haben sie es akzeptiert“, meint die 25-Jährige. Das ist auch gut so: „Tiere sind für mich sehr wichtig.“

Ein Fisch mit Kämpferherz

Die 19-jährige Marie Kramer hat das wohl ausgefallenste Tier zu Hause: einen Kampffisch. Kampffische sind Einzelgänger. Wenn die Männchen aufeinander treffen, gibt es harte Auseinandersetzungen, bis einer der Kontrahenten aufgibt oder tot ist. Normalerweise leben diese Exoten in den Reisfeldern Südostasiens. Marie hat ihr Exemplar allerdings aus einem Senfglas: „Ich habe ihn über einen Online-Flohmarkt gefunden“, erzählt sie. Die Vorbesitzerin war des kleinen Fischs überdrüssig geworden und wollte ihn loswerden. „Er war damals schon fast zwei Jahre alt“, erinnert sich Marie, die Indologie, Tibetologie und Mongolistik studiert.

Normalerweise werden die Tiere kaum älter als zwei Jahre. Doch in dem kleinen Flossenträger steckt offensichtlich ein Kämpferherz: Nach dem Umzug in Maries Aquarium ist der Winzling noch einmal kräftig gewachsen – und mit inzwischen vier Jahren doppelt so alt wie erwartet. Ihre Freizeit verbringt Marie außerdem mit vierbeinigen Gefährten. Als Hundesitterin betreut sie die Bellos und Fifis anderer Leute, während letztere auf Reisen sind. „Die meisten geben ihren Hund übers Wochenende ab“, erzählt sie. „Ich wollte früher selbst einen Hund.“ Doch wegen Platz- und Zeitmangel kam das nie in Frage. Die Hundebetreuung ist nun eine gute Alternative. „Bei unerzogenen Hunden ist es am Anfang oft anstrengend“, erzählt Marie. Doch am Ende sei sie fast immer traurig, wenn sie den Vierbeiner wieder abgeben muss.

Von Julia Ruhnau

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