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Von Hopping bis Popping

Unisport Von Hopping bis Popping

Ob Trampolinspringen, Tanzen wie ein Roboter oder mittelalterliches Fechten: Wer in Leipzig studiert, kann an den verschiedensten Sportkursen teilnehmen. Doch einen der begehrten Plätze zu ergattern, ist nicht einfach.

Zurück in die Vergangenheit: Leipziger Studierende fechten mit historischen Waffen.

Quelle: Marie Landes

Leipzig. Wer einen Sportkurs der Universität Leipzig belegen möchte, braucht vor allem drei Dinge: schnelle Finger, eine gute Internetverbindung und ein wenig Glück. Denn noch vor der Einschreibung in Seminare und Vorlesungen beginnt der Kampf um die Kursplätze des Zentrums für Hochschulsport (ZfH). Häufig sind die beliebtesten der insgesamt 10.200 Plätze innerhalb weniger Sekunden belegt. Hoch im Kurs stehen dabei stets die Gesundheits- und Tanzsportarten. Dabei muss es nicht immer Aerobic, Modern Dance oder Yoga sein. Unter den in diesem Wintersemester 452 angebotenen Sportkursen gibt es einige, die deutlich ausgefallener sind.

So zum Beispiel der von Sebastian Goldhorn. Er unterrichtet jeden Donnerstag „Electric Boogaloo/Popping“ im Tanzsaal des Bootshauses am Palmengarten. Popping nennt man die roboterhaften Bewegungen aus der Breakdance-Szene. Getanzt sieht das einfacher aus, als es ist. Denn um die Arm- und Beinbewegungen auf den Punkt zu bringen, braucht es viel Körperbeherrschung und Übung. Abschrecken sollte das Kursteilnehmer allerdings nicht. „Interesse und Motivation sind wichtiger als Talent und Erfahrung“, so Goldhorn, der Popping seit 16 Jahren tanzt. Allerdings sei es wichtig, auch zu Hause regelmäßig zu üben. „Wer das nicht macht, fängt fast wieder dort an, wo er die Woche zuvor angefangen hat“, erklärt Goldhorn. Die meisten Teilnehmer blieben aber dran. So besuchen Goldhorns Tanzkurs mittlerweile weniger Neuzugänge als Langzeittänzer wie Steve Wilkert. Der 25-Jährige trainiert bereits seit vier Jahren mit. „Richtig lustig wird es, wenn man den zweidimensionalen Raum verlässt“, erklärt Wilkert grinsend. Für den Laien ist das nur schwer vorstellbar. Doch beim Popping sprechen Tänzer von dreidimensionalen Bewegungen, wenn sie beispielsweise ihren Arm in drei verschiedene Richtung gleichzeitig abwinkeln: Schulter, Ellenbogen und Handgelenk. Für solche Bewegungen braucht es allerdings eine gute Körperbeherrschung.

Trampolinspringen – „Durch Schmerz lernt man besser“

Diese sollten auch die Kursteilnehmer von Eik-Robert Burggraf mitbringen. Allerdings nicht, um ihren Körper elegant zu verrenken, sondern um ein wenig abzuheben. Denn Burggraf unterrichtet Trampolinspringen. Bevor seine rund 20 Teilnehmer allerdings auf die Geräte dürfen, müssen sie sich ordentlich aufwärmen: Laufen, Rolle vorwärts, Vierfüßlergang und Dehnen. Die kleinen Qualen zu Beginn der Stunde lohnen sich später bei den Übungen auf dem Trampolin. „Es fetzt einfach und ist wie Fliegen“, erzählt Kursteilnehmerin Christine Krink begeistert. Hoch hinaus geht es jedoch nicht mit jedem Sprung. So landen beim sogenannten Bauchsprung einige Studierende bei ihren ersten Versuchen mit der Nase auf dem Netz.

Für Trainer Burggraf gehört das dazu. „Durch Schmerz lernt man besser“, scherzt der 27-jährige Sportstudent. Lachen muss auch Christine über solche Sprüche. Ihre Favoriten bleiben trotzdem Sprünge wie Hocke oder Grätsche. „Sie sind einfacher und du kannst viel höher springen“, erklärt die Masterstudentin, die sich in ihrem letzten Semester sportlich noch einmal ausprobieren wollte. Neben Trampolinspringen hat sie daher auch Geräteturnen und Zumba gewählt.

Damit ist sie eine Ausnahme. In der Regel belegen nach Angaben des Zentrums für Hochschulsport die meisten Studierenden nur ein bis zwei Sportkurse pro Semester. Mehr sollten es auch nicht sein, da das Zentrum allen Studierenden eine Chance auf einen Kurs geben will. Wer trotzdem keinen Platz über die Einschreibung erhält, der kann es über die Warteliste schaffen. Denn zu Semesterbeginn sind die Kurse häufig brechend voll, leeren sich dann aber nach und nach.

Das weiß auch Martin Wessel. Der 38-Jährige leitet den Kurs „Fechten mit historischen Waffen“. Was hier sofort auffällt: Anders als beim Popping oder Trampolinspringen sind bei Wessel deutlich weniger Studentinnen zu finden. Und das, obwohl sie sogar besser mit den Fechtwaffen umgehen würden als ihre männlichen Mitstreiter. „Ich habe viele Frauen erlebt, die sich schnell in den Techniken zurecht gefunden haben und in Trainingsgefechten die Männer dominiert haben“, so der Kursleiter. Fechten mache eben keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Vor rund 700 Jahren habe das noch anders ausgesehen, da Frauen nicht Fechten durften. Ein wenig mittelalterlich geht es in Wessels Kurs aber trotzdem zu. Schließlich wird mit Waffen wie dem Langschwert oder Hirtenstock gekämpft. Einer der Hauptgründe, weshalb sich Studierende für diesen Kurs entscheiden würden. Denn die meisten kommen laut Wessel, weil sie Rollenspiele mögen, sich für Geschichte interessieren oder gern auf Mittelaltermärkte gehen. So auch Paul Jähne, der den Kurs bereits zum dritten Mal belegt hat. Er ist während eines Mittelaltermarktes auf den Geschmack kommen. „Am spannendsten ist der Kampf“, sagt der 22-jährige Informatikstudent, eine Mischung aus Taktik, Fitness und Schnelligkeit.“

Von Marie Landes

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