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DOK-Fieber in Leipzig – Ein Rundgang mit den Besuchern

Umfrage DOK-Fieber in Leipzig – Ein Rundgang mit den Besuchern

Reges Treiben herrscht zurzeit in Leipzigs Innenstadt: Das Fachpublikum anlässlich des Filmfestivals tauscht sich im Business-Café aus und im „DOK Neuland“ auf dem Markt kommen nicht nur Nerds auf ihre Kosten. Das Publikum kommt aus Leipzig, aber auch aus Polen und Spanien.

DOK-Leipzig
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig.  Einfach in ferne Welten abtauchen und sich durch den eigenen Atem steuern lassen, das können Besucher der „Deep“-Multimediainstallation auf dem Markt tun. Erstmals wurde dort eine interaktive DOK-Ausstellung namens „DOK Neuland“ aufgestellt. Zwei weiße Iglo-Zelte beherbergen elf Spielstationen. Bis zum 31. Oktober können Interessierte diese zwischen 13 und 21 Uhr kostenlos ausprobieren.

In einem der Zelte gibt es elf Stationen, zum Beispiel „Do Not Track“, eine interaktive Unterrichtsstunde über Websicherheit, „Plug & Play“, eine Spiel-App mit anthropoiden Zeichentrickwesen, und „Who Are The Champions“, eine Webdokumentation über den Einfluss der FIFA-Weltmeisterschaften auf den Lebensraum in Leipzig.

Im Nachbarzelt ist einzig die „Deep“-Multimediainstallation untergebracht. Drei Spieler können dort zur selben Zeit in fantasievollen Unterwasserwelten tauchen. Dazu setzt jeder einen Kopfhörer und eine Virtual-Reality (VR)-Brille auf. Letztere ermöglicht einen 360-Grad-Blick. Mit Hilfe des eigenen Atems manövriert sich der Spieler nach oben und unten, mit dem Blick nach links und nach rechts. Die wartenden Zuschauer können das Luftholen durch sich wölbende, weiße Ballons mitverfolgen.

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Eine Woche steht Leipzig im Zentrum der Dokumentar- und Animationsfilmwelt. Wir haben uns unter den Besuchern umgehört.

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Als Nico Nonne die VR-Brille absetzt, ist er angenehm überrascht. „Das ist sehr meditativ, unheimlich entspannend“, findet der VR-Entwickler. Im Nachbarzelt hat Esther Schmidt ein ähnliches Gerät aufgesetzt. Dort ist ein Rundumblick über Mont Blanc und Polarlandschaften möglich. Die 30-Jährige ist begeistert. „Hier werden auch Themen wie Klimawandel aufgegriffen, die nicht so computeraffine Leute interessieren“, sagt sie. „Man wird bei diesen VR-Brillen räumlich absolut mitgenommen und muss aufpassen, um dabei nicht die Orientierung zu verlieren“, erzählt sie.

Für die „Deep“-Installation, die sich Nico Nonne angeschaut hat, entwickelte Niki Smit die Animation. Der Niederländer findet es witzig, dass sich die Körpersprache der Menschen, die die VR-Brille aufsetzen, unmittelbar verändert. Noch ist es der Prototyp, der durch Tests und Beobachtungen verfeinert werden soll. Später soll er einmal „schwierigen“ Kindern helfen, Aggressionen abzubauen, denn die Atemtechniken aus der Yogalehre, die man beim Spielen anwenden muss, um vorwärts zu schwimmen, entspannen ungemein.

Dok-Besucher planen ihre Kinobesucher lange im Voraus

Am Info-Stand auf der Petersstraße verkaufen Maxi Klaud, Nora Sperk und Hanna Jacobi zahlreiche DOK-Utensilien, auch Dauer- und Tageskarten. „Selten kommen Kurzentschlossene. Viele haben schon einen festen Zeitplan und wissen, was sie sich alles ansehen möchten“, erläutert Klaud. Dieses Mal seien „A Baptism Of Fire“, „The Wolfpack“ und „Alles andere zeigt die Zeit“ die Publikumslieblinge. Deren Vorstellungen seien schnell ausverkauft. Auch wenn viele Leipziger unterwegs seien, wäre die DOK 2015 sehr international. „Die Filmemacher bringen zum Teil ihr ganzes Team aus Spanien, England, Polen und den Niederlanden mit“, erzählt Klaud.

Studentin Clara Gerisch und Reisekauffrau Franzi Erdmann überlegen sich noch, welchen Film sie sich ansehen werden. „Für mich wäre es eine Premiere“, sagt Erdmann. „Für mich nicht“, schiebt Gerisch hinterher. Die 25-jährige Studentin besuche das DOK immer mit ihrem Vater. „Das hat schon fast Tradition“, sagt sie. Am häufigsten falle die Wahl auf die Passage-Kinos.

Exklusiver ist der Bereich für akkreditierte Besucher im Museum der Bildenden Künste. Im Erdgeschoss trifft sich das Fachpublikum im Café. Auch Andrea Kock von Autlook Film Sales und Christa Ulli vom Schweizer Fernsehen sitzen dort schon in den frühen Morgenstunden. Vier Tage halten sie sich in Leipzig auf, danach sehen sie sich auf einer anderen Veranstaltung in Amsterdam. „Ich bin das erste Mal hier und die Auswahl der Filme ist sehr ergiebig“, erzählt Ulli aus der Schweiz. Sie hole sich viel Inspiration und sammle ausgiebig Kontakte. „Wenn ich wieder zu Hause bin, werde ich darüber nachdenken, was für unser Fernsehprogramm sinnvoll ist“, fügt sie hinzu.

Im zweiten Obergeschoss des Museums befindet sich die Markt Library. Koproduzenten, Festivalvertreter und Filmemacher haben dort Zugang zu den gesamten Filmen der diesjährigen DOK und 60 weiteren aktuellen Werken. In 25 Kabinen können sie die Szenen abspulen. „Manche zappen ständig von einem zum nächsten, um das Filmmaterial zu sichten und abzuwägen“, erklärt Maggie Köhler, die die Library beaufsichtigt. Dabei entscheiden sie, welche Filme sie in das eigene Fernsehprogramm aufnehmen könnten.

Von Melanie Steitz

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