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Abschied von Unister-Gesellschaftern - Konzern wird wohl aufgeteilt

Trauerfeier Abschied von Unister-Gesellschaftern - Konzern wird wohl aufgeteilt

In Dessau haben am Donnerstag rund 80 Freunde und Weggefährten von den beiden tödlich verunglückten Unister-Gesellschaftern Thomas Wagner und Oliver Schilling Abschied genommen.

Freunde und Weggefährten nahmen in Dessau Abschied von Thomas Wagner und Oliver Schilling. Rechts die letzte Ruhestätte von Wagner.
 

Quelle: privat

Dessau/Leipzig.  Freunde und Weggefährten haben am Donnerstag bei einer Trauerfeier in Dessau von den Unister-Gründern Thomas Wagner und Oliver Schilling Abschied genommen. Rund 80 Personen gedachten den bei einem Flugzeugabsturz über Slowenien umgekommenen Managern. Unter den Teilnehmer befanden sich der Zwillingsbruder von Oliver Schilling, Christian, die Lebensgefährtin von Wagner, aktuelle und ehemalige Unister-Mitarbeiter wie die Führungskräfte Matthias Steinberg, Boris Raoul oder Konstantin Korosides sowie Freunde und Geschäftspartner aus Deutschland und dem Ausland.

„Thomas Wagner habe ich als ehrlichen und warmherzigen Menschen kennengelernt. Er war ein großer Unternehmer und eine mitreißende Persönlichkeit. Er hatte die Energie von dreien, mit einem unbändigen Antrieb“, sagte der Leipziger Strafverteidiger Carsten Sewtz, der Wagner in allen Strafprozessen verteidigte und ihm in Dessau die letzte Ehre erwies.

Derweil geht der Investorenprozess für die insolventen Teile bei Unister in seine entscheidende Phase. Die zunächst von Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther angestrebte Übernahme des Gesamtkonzerns durch nur einen Investor erscheint im Augenblick als fernliegend. Wahrscheinlicher ist eine so genannter Asset Deal über das Kerngeschäft mit seinen bekannten Marken und Plattformen, teilte Flöther am Freitag mit. Für das insolvente Leipziger Internet-Unternehmen Unister sind rund 20 Investoren im Rennen.

Investoren erwerben dabei die Wirtschaftsgüter frei von Altlasten. Schulden oder Rechtsstreitigkeiten gehen nicht auf den neuen Besitzer über. Sie verbleiben in den insolventen Gesellschaften. „Das ist für die Erwerber attraktiv und ein entscheidender Unterschied zu den vorangegangenen Investorenprozessen bei Unister“, betonte Flöther. Das Leipziger Unternehmen habe von möglichen Partnern in der Vergangenheit im Fall einer Beteiligung auch die Übernahme von Altlasten verlangt. Die Rechtsform der Holding und ihrer Töchter selbst sollte dabei erhalten bleiben.

Auffällig sei, dass viele Interessenten gut informiert und sehr zielgerichtet vorgingen, so der Insolvenzverwalter. Im Moment ständen rund 20 Unternehmen in den Startlöchern für einen Einstieg beim Leipziger Internetriesen. Flöther verhandle mit ihnen derzeit auf Geschäftsführungsebene. Im Anschluss an diese Gespräche seien die Investoren aufgefordert, verbindliche Angebote abzugeben.

Alle interessierten Unternehmen verfügten über fundierte Branchenkenntnisse und seien mit Unister vertraut. Darunter sollen sich Branchenriesen wie Expedia, Holiday-Check (Burda), oder die ProSieben-Sat1-Gruppe (weg.de) befinden. Seit Anfang der Woche steht ihnen ein virtueller Datenraum zur Verfügung, in dem ihnen – gegen Unterzeichnung einer Vertraulichkeitserklärung – wesentliche Zahlen und Daten zum Unternehmen zur Verfügung stehen.

Von Matthias Roth

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