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Datenschützer verlangt Auskunft über Adress-Missbrauch bei Unister

Nach Absturz Datenschützer verlangt Auskunft über Adress-Missbrauch bei Unister

Der Datenschutz bei Unister hat in der Vergangenheit mehrfach den sächsischen Datenschutzbeauftragten auf den Plan gerufen. Jetzt ist ein neues Problem aufgetaucht.

Seit dem Flugzeugabsturz von Thomas Wagner legt sich die Aufregung um Unister nicht. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Leipzig/Dresden. Der sächsische Datenschutzbeauftragte verlangt von Unister Auskunft über einen möglichen Missbrauch von E-Mail-Adressen. Die «Bild am Sonntag» hatte berichtet, dass Unister Millionen E-Mail-Adressen unerlaubt für den Versand von Werbung benutzt haben könnte. Ein Datenschutzbeauftragter des Unternehmens habe schon 2015 auf das Problem aufmerksam gemacht und eine Löschung der Adressen verlangt.

Der sächsische Datenschutzbeauftragte Andreas Schurig habe sich deswegen jetzt an Unister und den vorläufigen Insolvenzverwalter gewandt, sagte Sprecher Andreas Schneider am Montag. «Wir hoffen, das Gutachten des betrieblichen Datenschutzbeauftragen zu erhalten.» Das müsse dann geprüft werden. Ein Anfangsverdacht auf den massenhaften Missbrauch von Daten scheine gegeben zu sein.

Ein Sprecher des vorläufigen Unister-Insolventverwalters Lucas Flöther sagte am Montag, es könne nicht ausgeschlossen werden, dass bei Unister 13,2 Millionen E-Mail-Adressen unberechtigt verwendet wurden oder werden. Deswegen habe Flöther den Versand von Newslettern durch Unister-Gesellschaften einstellen lassen.

Für Werbemails dürfen die Adressen nur verwendet werden, wenn die Kunden zugestimmt haben. Ob das bei den fraglichen Adressen der Fall war, und ob an diese tatsächlich Newsletter versandt wurden, sei nicht dokumentiert. Deswegen werde das jetzt überprüft, sagte der Sprecher von Flöther.

Der vorläufige Insolvenzverwalter habe zudem den betrieblichen Datenschutzbeauftragen von Unister beauftragt, mit dem sächsischen Datenschutzbeauftragten zusammenzuarbeiten. Zudem sei bei Unister eine Task Force gegründet worden, um die möglichen Datenschutzprobleme aufzuklären.

LVZ

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