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Entlassungen bei Unister: 100 Mitarbeiter verlieren ihre Stelle

Kündigung Entlassungen bei Unister: 100 Mitarbeiter verlieren ihre Stelle

Nach der Eröffnung der Insolvenz bei Unister verlieren die ersten Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Nach Angaben von Insolvenzveralter Lucas F. Flöther erhalten 100 Angestellte die Kündigung.

Bei Unister werden jetzt 100 Stellen abgebaut.

Quelle: Knofe

Leipzig. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens in der vergangenen Woche müssen jetzt bei Unister die ersten Mitarbeiter gehen. In einem Informationsschreiben an die Belegschaft teilte Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther am Mittwoch mit, dass 100 Angestellte entlassen werden. „Vom Stellenabbau ist das gesamte Unternehmen betroffen – vom Management bis zum Call Center“, sagte er gegenüber der Leipziger Volkszeitung. Einen Sozialplan soll es nicht geben. Dafür fehlten in der momentanen Lage die Mittel. Für kommenden Mittwoch ist im Neuen Rathaus eine Belegschaftsversammlung geplant. „Weitere Kündigungen sind im Augenblick nicht geplant. Wir rechnen damit, dass wir mit dieser Mannschaft das Unternehmen fortführen können“, so der Insolvenzverwalter.

Flöther will mit dem Personalabbau die Restrukturierung vorantreiben. Hintergrund ist das derzeit laufende Verkaufsverfahren vor allem für die Reisesparte von Unister. Für den Bereich lägen derzeit sechs Angebote vor. Allerdings hätten die Interessenten hohe Risikoabschläge gefordert. „Das ist zum Teil Taktik, zum großen Teil aber auch begründet“, teilte der Insolvenzverwalter im Mitarbeiterschreiben mit.
Er nannte dabei ein Beispiel: Für einen Großteil der Gesellschaften lägen seit langem keine geprüften Jahresabschlüsse vor. Auch die Verrechnungen zwischen den einzelnen Gruppen von Unister seien äußerst kompliziert und schwer nachzuvollziehen. Die Personalkosten spielten ebenfalls eine Rolle. „Die internen Prozesse der Gruppe haben dem rasanten Wachstum der letzten Jahre nicht Schritt gehalten“, sagte Flöther. Investoren seien verunsichert und versuchten deshalb den Preis zu drücken.

„Weil die Interessenten zum Teil hohe Risikoabschläge geltend machen, haben wir uns entschieden, Unister zunächst weiterzuführen“, erklärte der Insolvenzverwalter. Bei den weiteren Verhandlungen wolle er sich nicht unter Druck setzen lassen und keine Schnäppchen zulassen. „Das sind wir den Gläubigern, den Marken, aber auch denjenigen schuldig, die das Unternehmen aufgebaut haben“, betonte Flöther. Ziel sei ein Verkauf zum tatsächlichen Wert. Konkrete Zahlen nannte der Insolvenzverwalter nicht. Das operative Geschäft erwirtschafte derzeit positive Erträge. Weitere nicht zur Reisesparte gehörende Abteilungen sollen ausgegliedert oder ebenfalls verkauft werden. Dafür lägen mehrere Angebote vor.

Unister hatte nach dem tödlichen Absturz der Geschäftsgründer Thomas Wagner und Oliver Schilling Mitte Juli die Insolvenz eingeleitet. Der übrigen Gesellschafter sind zerstritten und konnten sich nicht über eine gemeinsame Fortführung des Betriebes einigen.

Zu Beginn der Insolvenz waren bei Unister noch rund 1100 Mitarbeiter beschäftigt. Viele Angestellte, darunter hoch qualifizierte Fachleute, haben inzwischen auf eigenen Wunsch das Unternehmen verlassen. Aktuell sind ohne die anstehenden Entlassungen noch 840 Menschen dort beschäftigt.

Matthias Roth

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