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Fast 90 Prozent der Unister-Beschäftigten von Insolvenz betroffen

Internet-Unternehmen Fast 90 Prozent der Unister-Beschäftigten von Insolvenz betroffen

Ein Großteil der Mitarbeiter des Leipziger Internet-Unternehmens Unister sind von der Insolvenz betroffen. Die Gehälter sind durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit vorerst gesichert.

Das Firmenschild von Unister hängt neben der Eingangstür zum Firmensitz in Leipzig.

Quelle: dpa

Leipzig. Durch die Insolvenz beim Leipziger Internetunternehmen Unister sind bereits fast 90 Prozent der insgesamt gut 1000 Beschäftigten betroffen. Nach Insolvenzanträgen der Unister Factory GmbH - die Buchungsdienstleistungen in der Gruppe übernimmt - und dem Call-Center CS 24 Call Support GmbH am Freitag vergangener Woche sei die Zahl der betroffenen Mitarbeiter um 213 auf nun insgesamt 889 gestiegen, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Lucas Flöther am Mittwoch.

Nach dem Tod des Unister-Gründers und Geschäftsführers Thomas Wagner am Donnerstag vor zwei Wochen hatte zunächst die Unister Holding Insolvenz angemeldet. Inzwischen sind sechs Töchter aus der Gruppe, die auch Reiseportale wie fluege.de oder ab-in-den-urlaub.de betreibt, im vorläufigen Verfahren. Die Gehälter der Mitarbeiter sind durch das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit vorerst gesichert.

48 Rip-Deal-Fälle in Sachsen

In Sachsen hat es im vergangenen Jahr mindestens 48 Betrugsfälle nach der sogenannten Rip-Deal-Masche gegeben, der auch der tödlich verunglückte Unister-Chef Thomas Wagner zum Opfer gefallen sein soll. Einen entsprechenden Bericht des MDR-Magazins „Exakt“ bestätigte am Mittwoch eine Sprecherin des Landeskriminalamtes. „Es gab 48 Fälle, die wir eindeutig zuordnen können“, sagte Kathlen Zink. Die Dunkelziffer sei aber möglicherweise höher.

Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden geht dem Verdacht nach, dass Wagner am Tag vor seinem Tod in Venedig um mehr als eine Million Euro betrogen worden sein könnte. Medienberichten zufolge hatte der Chef des Leipziger Internetunternehmens in Venedig ein Kreditgeschäft über zehn Millionen Euro abwickeln wollen. Zur Absicherung des Kredits habe er 1,5 Millionen Euro gezahlt.

Ein ominöser Kreditgeber habe ihm im Gegenzug einen Koffer mit Schweizer Franken überreicht, von dem allerdings nur die oberste Lage der Banknoten echt gewesen sein soll. Einen Tag später war Wagner bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ums Leben gekommen. Mit ihm starben drei weitere Menschen.

Bei den 48 Fällen des vergangenen Jahres handele es sich zum größten Teil um versuchte Rip Deals, sagte Zink. Nur in vier bis fünf Fällen seien die Betrüger an das Geld gekommen. Die Summen hätten jeweils im fünf- bis sechsstelligen Bereich gelegen. Zumeist ereigneten sich die Taten im Ausland, „aber nicht nur in Norditalien“, sagte Zink.

LVZ

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