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Google hilft Unister – Portale wieder in Suchergebnissen

Suchmaschinenriese Google hilft Unister – Portale wieder in Suchergebnissen

Unister hat nach Angaben des Insolvenzverwalters Lucas Flöther eine Einigung mit Google erzielen können. Die Portale der insolventen Leipziger Internetfirma werden in den Suchergebnissen wieder gelistet – obwohl Unister Millionenschulden bei Google haben soll.

Google kommt Unister entgegen: Portale wie fluege.de werden wieder bei Google gerankt.

Quelle: Screenshot

Leipzig.  „Es ist richtig, es gab mit Google eine Einigung“, bestätigte ein Sprecher des vorläufigen Unister-Insolvenzverwalters Lucas Flöther am Mittwoch gegenüber LVZ.de. „In Kürze werden die Unister-Portale bei Google wieder gelistet.“ Zunächst hatte das Handelsblatt am Mittwoch über das Entgegenkommen des US-Suchmaschinenriesen berichtet. Demnach würden die Portale des insolventen Leipziger Internetunternehmens wie „ab-in-den-urlaub.de“ oder „fluege.de“ wieder auf vorderen Positionen gerankt.

Die Google-Hilfe habe sich für die Unister-Portale bereits ausgezahlt. „Der Geschäftsbetrieb hat sich deutlich stabilisiert“, sagte Flöther dem Handelsblatt. „Inzwischen gehen die Buchungszahlen sogar wieder nach oben.“ Nach der Insolvenz der Unister-Holding vor 16 Tagen hatte Google in sein Ranking eingegriffen und die Unister-Portale nach unten geschoben. Aus den Anzeigenplätzen ganz oben verschwanden die Portale völlig. Auch in den Ergebnislisten waren sie schlechter platziert als zuvor.

Mit teuren Vereinbarungen ließen sich die gut 40 Unister-Portale seit Jahren bei Google-Suchen nach Begriffen wie „Flüge“ oder „Urlaub“ weit oben ranken, um Kunden auf ihre Seiten zu locken. Das Geschäft sei zuletzt jedoch unrentabel gewesen, berichtete erst im April die „Zeit“. Unister habe sich zu stark abhängig gemacht von Google, hieß es da. Die Provisionen, die mit der Reisevermittlung eingenommen wurden, seien niedriger gewesen, als das Geld, das Unister dafür im Schnitt an Google überwies. In der Vergangenheit sollen das nach LVZ-Informationen bis zu 150 Millionen Euro jährlich gewesen sein. Die Leipziger gehörten damit weltweit offenbar zu den besten Google-Kunden.

Schulden von mehr als zehn Millionen Euro?

Informationen der Bild am Sonntag zufolge soll Google mit offenen Forderungen von mehr als zehn Millionen Euro nun einer der Hauptgläubiger des insolventen Leipziger Unternehmens sein. Kommentieren will der Insolvenzverwalter das nicht. Zu einzelnen Schuldenständen würden keine Auskünfte gemacht. Klar ist jedoch: Mit besseren Suchergebnissen und einem stabilen Buchungsaufkommen wird auch die Investorensuche für die angeschlagene Unister-Reisesparte einfacher. Und diese, so hatte es Flöther zuletzt am Wochenende angekündigt, solle möglichst bald abgeschlossen werden. Bereits Ende September solle eine Veräußerung Unisters zumindest in Teilen erfolgen. „Deshalb muss das Ziel sein, die Insolvenzphase möglichst schnell zu überwinden und mit den Portalen auch möglichst schnell wieder zu verlassen“, kündigte Flöther an.

Unister beschäftigt derzeit rund 1100 Mitarbeiter, davon etwa 900 bei insolventen Gesellschaften. Inzwischen sind neben der Holding zwölf Tochterunternehmen im vorläufigen Insolvenzverfahren, nachdem Gründer und Geschäftsführer Thomas Wagner am 14. Juli bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien ums Leben kam.

Mehr zur „Akte Unister“ im Special auf LVZ.de

Von Robert Nößler

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