Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Insolvenzverfahren gegen Unister-Holding offiziell eröffnet

Amtsgericht Leipzig Insolvenzverfahren gegen Unister-Holding offiziell eröffnet

Das Amtsgericht Leipzig hat am Freitag das Insolvenzverfahren gegen die Unister-Holding eröffnet. Gläubiger können nun ihre Forderungen anmelden. Die Gehälter der Mitarbeiter sollen trotz des Wegfalls des Insolvenzgeldes weiter gezahlt werden.

Die Unister-Zentrale in Leipzig.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Knapp zwei Monate nach der Pleite des Internetfirma Unister ist am Freitag das Insolvenzverfahren am Amtsgericht Leipzig offiziell eröffnet worden. Es betrifft zunächst die Unister Holding GmbH, die am 18. Juli – kurz nach dem tödlichen Flugzeugabsturz von Firmengründer Thomas Wagner in Slowenien – Insolvenz angemeldet hatte. Das Gericht habe Lucas F. Flöther aus Halle als Insolvenzverwalter bestellt, teilte dieser am Mittag mit.

„Mit der Insolvenzeröffnung bestätigt das Insolvenzgericht, dass die Insolvenzgründe bei der Unister Holding GmbH tatsächlich vorliegen“, so Flöther, der als vorläufiger Insolvenzverwalter vom Gericht zuvor beauftragt war, dies im Rahmen eines Gutachtens zu prüfen. Für das nun anstehende Verfahren ist offenbar die notwendige Masse vorhanden. Eine Sanierung des Unternehmens aus eigener Kraft scheiterte jedoch.

Insolvenzgeld fällt weg

Der Geschäftsbetrieb der Holding gehe in vollem Umfang weiter, betonte Flöther. Löhne und Gehälter der Mitarbeiter könnten weiter bezahlt werden, trotz Wegfall des Insolvenzgeldes von der Arbeitsagentur. „Wir erwirtschaften mit dem operativen Geschäft positive Erträge“, so der Insolvenzverwalter. „Damit sind wir in der Lage, auch über den Insolvenzgeldzeitraum hinaus die Gruppe unter Vollkosten fortzuführen.“

Für den Großteil der übrigen Unister-Gesellschaften, die im Juli Insolvenzantrag gestellt haben, wird die Verfahrenseröffnung für Ende September erwartet. Mehr als ein dutzend Firmen mit nahezu allen 1100 Unister-Mitarbeitern haben ihre Zahlungsunfähigkeit angemeldet, darunter auch die bekannten Reiseportale ab-in-den-urlaub.de und fluege.de.

Investorensuche läuft weiter

Mit dem Insolvenzverfahren beginne nun die „systematische und umfassende Aufarbeitung der wirtschaftlichen Situation der Gesellschaft“, erklärte Flöther. Die Gläubiger könnten nun ihre Forderungen zur Insolvenztabelle anmelden. Dazu würden in den kommenden Wochen sämtliche Gläubiger der Holding angeschrieben. Ziel sei weiterhin ein zügiger Verkauf, es sei jedoch „keine Eile“ geboten. „Unser Ziel ist nicht die schnellste, sondern die bestmögliche Investorenlösung.“ Die Entscheidung über den Zuschlag liege beim Gläubigerausschuss.

Robert Nößler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Die Akte Unister

Der neue Multimedia-Blog der Leipziger Volkszeitung bietet spannende Geschichten aus Leipzig und Sachsen. mehr