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Kreditbetrug in Venedig gegen Unister: erste Anklage in Leipzig erhoben

1,5 Millionen Euro Kreditbetrug in Venedig gegen Unister: erste Anklage in Leipzig erhoben

Im Fall um den Kreditbetrug gegen das Leipziger Unternehmen Unister ist jetzt eine erste Anklage erhoben worden. Ein 69 Jahre alter Geschäftsmann aus Unna muss sich wege den Vorfällen in Venedig vor Gericht verantworten.

Der mutmaßliche Betrug wurde in der italienischen Lagunenstadt Venedig abgewickelt.

Quelle: Roth

Leipzig. In dem mysteriösen Betrugsfall um den Unister-Gründer Thomas Wagner ist Anklage gegen einen Finanzvermittler erhoben worden. Dem 69 Jahre alten Winfried Sch. aus Unna in Nordrhein-Westfalen werde vorgeworfen, das betrügerische Kreditgeschäft mit einem angeblichen israelischen Diamantenhändler eingefädelt zu haben, teilte ein Sprecher des Landgerichts Leipzig mit. Der Mann sitzt seit Juli in Untersuchungshaft. Wann ein Prozess am Landgericht beginnen könnte, steht noch nicht fest.

Wagner soll dem „Diamentenhändler“ im Sommer in Venedig 1,5 Millionen Euro übergeben haben. Statt der versprochenen 12 Millionen Schweizer Franken sei ihm im Gegenzug aber ein Koffer mit größtenteils Falschgeld angedreht worden. Nur die oberste Lage mit 20.000 Schweizer Franken sei echt gewesen. Auf der Rückreise von Venedig nach Leipzig starb Wagner (38) beim Absturz eines Kleinflugzeuges in Slowenien. Mit ihm kamen noch drei weitere Menschen ums Leben. Am Absturzort wurde ein Rucksack mit 10.000 Schweizer Franken gefunden.

Dem Kreditvermittler wird Beihilfe zum Betrug vorgeworfen. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden lastet dem Mann noch einen zweiten, von Unister unabhängigen Fall an. Schon im Sommer 2015 soll eine Frau aus der Immobilienbranche mit der gleichen Masche betrogen worden sein. Statt einer Million Euro Kredit sollen ihr in Slowenien 7000 Schweizer Franken und ansonsten Falschgeld übergeben worden sein. Die Frau soll dem „Kreditgeber“ 100.000 Euro überreicht haben.

Bei den Unister-Ermittlungen arbeitet die Generalstaatsanwaltschaft Dresden mit den italienischen und slowenischen Behörden zusammen. Noch immer ist unklar, um wen es sich bei dem angeblichen israelischen Diamentenhändler gehandelt hat. Auch zur Absturzursache wird weiter ermittelt.

LVZ

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