Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
ProSiebenSat.1 hat Interesse an Unister – Springer winkt ab

Investorensuche ProSiebenSat.1 hat Interesse an Unister – Springer winkt ab

Wer steigt nach dem Tod von Thomas Wagner bei Unister ein? ProSiebenSat.1-Chef Thomas Ebeling hat am Donnerstag sein Interesse bekundet. Der Axel-Springer-Konzern will von der insolventen Leipziger Internetfirma dagegen nichts wissen.

ProSiebenSat.1 erwägt einen kauf der insolventen Unister-Reisesparte.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig/München/Berlin. Bei der Investorensuche für die insolvente Leipziger Internetfirma Unister hat sich am Donnerstag der erste potenzielle Interessent öffentlich in Stellung gebracht. ProSiebenSat.1 erwäge einen möglichen Kauf der Gruppe oder der Reisesparte mit bekannten Portalen wie ab-in-den-urlaub.de und fluege.de, erklärte Vorstandschef Thomas Ebeling bei der aktuellen Bilanzpressekonferenz auf Nachfrage von Journalisten.

Man diskutiere die Möglichkeiten sowie die Vor- und Nachteile einer Übernahme, sagte Ebeling. Es sei seine Pflicht, sich Unister genau anzusehen, so der P7S1-Chef. Er betonte jedoch im gleichen Atemzug: Die Münchner seien im Reisesektor mit ihrer Tochter 7Travel und Portalen wie weg.de oder tropo.de so gut aufgestellt, dass man nicht gezwungen sei, den insolventen Konkurrenten aus Leipzig zu übernehmen. Im vergangenen Jahr waren Kaufverhandlungen geplatzt – angeblich wegen des zu hohen Kaufpreises von mindestens 700 Millionen Euro allein für die Unister-Reisesparte. Diese könnte nun weitaus günstiger zu haben sein.

„Kein Interesse“ bei Springer

Der Axel-Springer-Konzern will von der Unister-Gruppe dagegen nichts wissen. „Wir haben kein Interesse an Unister – weder als Ganzes noch in Teilen“, erklärte Konzernsprecherin Edda Fels auf LVZ-Anfrage. Springer hat sich nach millionenschweren Zukäufen bereits vom Zeitungsverlag zu einem Schwergewicht im Internet entwickelt (StepStone, Immowelt, Immonet). Im Reisebereich, den Unister dominiert, ist Springer bisher aber kaum aktiv. Nur mit dem Ferienhausvermittler Belvilla zeigt der Konzern hier bisher Flagge.

Unister-Insolvenzverwalter Lucas Flöther hatte zuletzt von zahlreichen Interessenten berichtet, sowohl für die ganze Gruppe als auch für Teile und einzelne Portale. Darunter seien sowohl strategische als auch Finanzinvestoren. Nach Einbrüchen infolge der Insolvenz registriere Unister wieder steigende Buchungszahlen auf seinen Reiseportalen, was auch eine Folge der Listung bei großen Online-Suchmaschinen wie Google sei, so Flöther. „Die Trendwende bei den Buchungszahlen ist ein wichtiges Signal – vor allem auch in Richtung potenzieller Investoren“, sagte er.

Travel24 zieht sich aus französischem Markt zurück

Unterdessen kündigte das Reiseportal Travel24.com – eine Unister-Tochtergesellschaft – an, sich aus dem französischen Markt zurückzuziehen. Als Grund wurde eine „Restrukturierung“ genannt. Die Firma wolle sich künftig verstärkt auf den deutschsprachigen Heimatmarkt sowie auf das Hotelgeschäft konzentrieren, teilte Travel24 mit. Ab Ende August 2016 würden das Reiseportal Travel24.fr sowie die Flugportale Vol24.fr und Vols24.fr ihre Vermittlerdienste einstellen. „Bisherige Buchungen bleiben davon unberührt und behalten ihre Gültigkeit“, hieß es.

Von nöß/joh

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Die Akte Unister

Der neue Multimedia-Blog der Leipziger Volkszeitung bietet spannende Geschichten aus Leipzig und Sachsen. mehr