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Unister entlässt weniger Mitarbeiter als geplant

Nach Insolvenz Unister entlässt weniger Mitarbeiter als geplant

Für acht Unister-Firmen, darunter auch fluege.de, ist am Freitag in Leipzig offiziell das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Betroffen sind rund 700 Mitarbeiter. Für 34 Angestellte gab es am Freitag eine gute Nachricht: Sie dürfen bleiben.

Der Sitz der Unister-Gruppe im Leipziger Barfußgässchen.

Quelle: Kempner

Leipzig. Beim insolventen Leipziger Internetunternehmen Unister müssen weniger Mitarbeiter gehen als geplant. Statt der angekündigten 100 Angestellten erhielten am Freitag nur 66 ihre Kündigung. Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther aus Halle begründete dies mit der „verbesserten wirtschaftlichen Lage“ des Unternehmens. Unister habe damit nun noch rund 900 von ursprünglich 1100 Mitarbeitern, erklärte ein Sprecher Flöthers auf LVZ-Nachfrage. Weitere Entlassungen seien derzeit nicht geplant.

Am Freitag eröffnete das Amtsgericht Leipzig offiziell die Insolvenzverfahren für acht Tochterfirmen, denen ein Großteil der Unister-Beschäftigten angehört – nach LVZ-Informationen sind es gut 700. Es handelt sich um die Unister Travel Betriebsgesellschaft (inklusive fluege.de), die Unister GmbH, die U-Deals GmbH, die Unister Factory GmbH, die CS 24 Call Support GmbH, die Immobilienagentur Schilling Invest GmbH, das Reisevermittlungsportal HolidayReporter GmbH sowie Urlaubstours, den einzigen Reiseveranstalter der Gruppe.

Verfahren für ab-in-den-urlaub.de wohl erst im Dezember

Alle acht Firmen hatten bereits vor mehreren Monaten vorläufig ihre Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Flöther wurde – wie bei der Verfahrensöffnung für die Holding Mitte September – auch hier als Insolvenzverwalter bestellt. Da die Unternehmen aus den roten Zahlen seien, könnten die Lohnkosten wieder aus den laufenden Einnahmen gezahlt werden, so Flöther ( die LVZ berichtete vorab). „Andernfalls hätten die Geschäftsbetriebe eingestellt werden müssen“, teilte der Insolvenzverwalter mit.

Unister-Insolvenzverwalter Lucas F

Unister-Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther.

Quelle: dpa

Das Insolvenzverfahren für ab-in-den-urlaub.de wird voraussichtlich erst am 1. Dezember eröffnet, sagte der Sprecher Flöthers auf LVZ-Nachfrage. Dann endet auch die Dreimonatsfrist für die Zahlung des Insolvenzgeldes durch die Arbeitsagentur. Das bekannteste Unister-Reiseportal hatte am 1. September seine vorläufige Zahlungsunfähigkeit angemeldet. Es beschäftigte rund 180 Mitarbeiter.

Noch sechs Investoren für Reisesparte im Rennen

Insolvenzverwalter Flöther verhandelt unterdessen weiter mit Investoren. Nach wie vor seien sechs Interessenten für die Reisesparte der Gruppe im Rennen. „Wir verhandeln mit allen parallel, mit einigen auch intensiver“, sagte er. Namen nannte Flöther nicht.

Parallel werde die begonnene Neuaufstellung der Unternehmensgruppe vorangetrieben. „Im Mittelpunkt steht die Konzentration auf die Sparten Flug und Touristik“, so Flöther. „Hier liegen die Kernkompetenzen der Unister-Gruppe, die für Investoren hochattraktiv sind. Entsprechend hoch ist das Interesse potenzieller Käufer.“ Die anderen der rund 40 Tochterunternehmen außerhalb des Reisebereichs sollen ausgegliedert und gegebenenfalls einzeln an Investoren übertragen werden. „Auch hier gibt es eine ganze Reihe von Interessenten“, sagte Flöther, der damit rechnet, dass seine Arbeit bis ins Jahr 2017 hinein andauern werde.

Von Robert Nößler

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