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Verunglückte Unister-Manager: Leichen wurden eingeäschert

Nach Obduktion in Slowenien Verunglückte Unister-Manager: Leichen wurden eingeäschert

Die Leichen der über Westslowenien abgestürzten Unister-Manager wurden in Slowenien bereits eingeäschert. Ihre Urnen befinden sich auf dem Weg nach Deutschland.

In dieser Maschine kamen Thomas Wagner und Oliver Schilling ums Leben.
 

Quelle: EPA

Leipzig.  Die Leichen der Unister-Gesellschafter Thomas Wagner (38) und Oliver Schilling (39) sind in Slowenien eingeäschert worden. Nach LVZ-Informationen befinden sich die Urnen der beiden Manager bereits auf dem Weg nach Deutschland.

Wagner und Schilling waren am 14. Juli nach einem geplatzten Finanzdeal in Venedig auf dem Rückflug nach Leipzig über Westslowenien mit einem Kleinflugzeug abgestürzt. Auch der Pilot (73) und ein 65 Jahre alter Finanzberater kamen dabei ums Leben. „Das Institut für Rechtsmedizin in Ljubljana hat die Leichen am vergangenen Mittwoch anhand der empfangenen DNA-Profile identifiziert“, sagte Marino Pangos, der Leiter der zuständigen Kriminalpolizei in Nova Gorica. Das sächsische Landeskriminalamt (LKA) hatte zuvor DNA-Proben von Wagner und Schilling kriminaltechnisch ausgewertet. Die Ergebnisse übersandten die Ermittler in digitaler Form nach Slowenien. Nach Abschluss der Untersuchungen informierten die slowenischen Behörden die deutsche Botschaft.

Mitarbeiter der Auslandsvertretung nahmen dann Ende vergangener Woche mit den Eltern Wagners Kontakt auf. Nach LVZ-Informationen sollen sie und ein Bevollmächtigter der Feuerbestattung zugestimmt haben. Wann und wo die Beisetzung stattfindet, ist noch offen.

Die deutschen Behörden haben zur Ursache des Flugzeugabsturzes bisher nicht selbst ermittelt. „Wir haben aber keine Hinweise darauf, dass es kein Unglück gewesen sein könnte“, sagte Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Dresden. Sie hat in dem Fall die Sondereinheit Ines eingesetzt, konzentriert sich aber vor allem auf das geplatzte Kreditgeschäft in Venedig. Das Unisterumfeld sieht den Einsatz einzelner Staatsanwälte kritisch, weil sie in anderen Fällen auch gegen Unister tätig sind.

Auch die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig hat sich bisher nicht in den Fall eingeschaltet, aber den slowenischen Kollegen ihre Hilfe angeboten. Da das Kleinflugzeug in Deutschland weder registriert, noch gebaut war, sind die Fachleute aus Braunschweig nicht automatisch für den Fall zuständig. „Die Unglückssache in solchen Fällen zu rekonstruieren, kann Monate, wenn nicht Jahre dauern“, so BFU-Sprecher Germout Freitag.

In ersten Auswertungen war immer von einer Vereisung der Tragflächen als möglichen Absturzgrund gesprochen worden. Beobachter aus Leipzig mögen dieser Theorie nicht trauen. Der Pilot sei erfahren gewesen und hätte das Problem mit einfachen Manövern lösen können. Was sie weiter irritiert: Die vier Personen an Bord sind verbrannt, die im Gepäck von Thomas Wagner gefundenen 10.000 Schweizer Franken und weitere Dokumente blieben aber unversehrt.

Augenzeugen zufolge geriet die Maschine am Himmel ins Trudeln, kippte nach unten und stürzte in einen Wald. Zuvor soll es ein Feuer und eine Explosion gegeben haben.

Von Matthias Roth

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