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300 Freiwillige bei Infoveranstaltung – Tausende Leipziger helfen

Ernst-Grube-Halle 300 Freiwillige bei Infoveranstaltung – Tausende Leipziger helfen

In Scharen drängten Leipziger am Montagabend in den Oberlichtsaal der Stadtbibliothek, um der Infoveranstaltung für ehernamtliche Helfer in der Asylunterkunft Grube-Halle beizuwohnen. Flüchtlingsrat und Johanniter zeigten sich überwältigt.

Viele Sachspenden wurden abgegeben, auch für ehrenamtliche Hilfe ist Bedarf.

Quelle: André Kempner

Leipzig. Schon gegen 18.15 Uhr waren etwa dreiviertel der rund 200 Sitzplätze im Oberlichtsaal der Stadtbibliothek belegt. Zum Beginn der Infoveranstaltung von Flüchtlingsrat, Johannitern und Landesdirektion drängten sich zahlreiche Leipziger zwischen den Stuhlreihen, saßen auf dem Boden oder standen an die Wände gelehnt. Sie alle waren gekommen, um den Flüchtlingen in der Ernst-Grube-Halle zu helfen.

„Seit Freitag arbeiten die Mitarbeiter der Johanniter in der Grube-Halle hoch motiviert und hoch qualifiziert – und alles ehrenamtlich“, freute sich Sonja Brogiato vom Leipziger Flüchtlingsrat und erntete dafür lautstarken Applaus. Dennoch gebe es Bedarf für Helfer, gerade das Drei-Schicht-System stelle auf Dauer eine große Belastung dar. Deswegen hatten der derzeitige Betreiber der Erstaufnahmestation, die Johanniter Unfallhilfe, und der Flüchtlingsrat gemeinsam mit der Landesdirektion kurzfristig zu einer Infoveranstaltung geladen.

Medizinische Unterstützung, Übersetzer und Fahrer gesucht

„Wir brauchen in erster Linie Unterstützung bei der medizinischen Versorgung“, erklärte Brogiato. Ärzte, Krankenpfleger, Sanitäter, aber auch Physiotherapeuten würden dringend benötigt. Auch alle, die Hilfe beim Deutschlernen geben können, sollten sich so schnell wie möglich beim Flüchtlingsrat melden – egal ob sie Arabisch, Persisch, Russisch oder eine andere Fremdsprache sprechen. Großer Bedarf bestehe auch an Transportmitteln. Melden können sich Besitzer von Pkw und Transportern gleichermaßen, die Fahrten übernehmen wollen.

„Die Menschen kommen aus Ländern, in denen sie ein normales Leben und einen Job hatten, zur Schule gegangen sind“, erklärte eine Mitarbeiterin des Flüchtlingsrats die Lage. „Sie brauchen kein Mitleid, sie brauchen Normalität.“ Deswegen erfordere die Arbeit etwas Geduld und Fingerspitzengefühl. Auch Personen, die Sport- und Freizeitangebote im Freien, aber auch in der Halle anbieten, können das Team vor Ort unterstützen.

„Wichtig ist, dass Sie nicht einfach zur Grube-Halle kommen und dort ihre Hilfe anbieten“, erklärte Wieland Keller, Regionalvorstand der Johanniter Unfallhilfe in Leipzig. „Das muss alles koordiniert werden, wir müssen Einsatzpläne erstellen.“ Die Johanniter zeigten sich auch beeindruckt von den Sachspenden, die am Montag in der Witzgallstraße abgegeben wurden.

„Es waren etwa 2000 bis 3000 Leipziger da. Am Ende hatten wir nicht mehr genügend Kartons, um alles zu verpacken“, berichtete ein Mitarbeiter. Besonders sei, wie viele brauchbare Spenden unter der abgegebenen Kleidung und den Spielzeugen waren. Deswegen seien die Lager vorerst voll, es können vorerst nichts mehr angenommen werden. „Wir versuchen aber, ab der kommenden Woche eine ständige Annahmestelle einzurichten“, so Keller. Zudem erklärte Brogiato, dass der Überschuss an Spenden an sozialschwache Deutsche gehe.

Führungszeugnis ist Pflicht

Wer bis dahin als ehrenamtlicher Mitarbeiter helfen wolle, brauche ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis. Das kann beim Bürgeramt beantragt werden. Es dauere etwa vier Tage, bis man es erhält. „Normalerweise kostet das Zeugnis 13 Euro. Für eine ehrenamtliche Arbeit bekommen Sie es kostenlos“, so Brogiato. Ein entsprechendes Formular könne beim Flüchtlingsrat in der Sternwartenstraße 4 in Leipzig ab Dienstagmittag abgeholt werden.

Da es mehr hilfsbereite Leipziger als Flüchtlinge gebe, dauere es manchmal etwas, bis alle Angebote koordiniert seien. „Das heißt aber nicht, dass sie nichts für die Menschen tun können“, appellierte Brogiato. „Jeder kann ab sofort auf sinnvolle, sachliche Weise für Akzeptanz sorgen für Menschen, die in der Not hierher nach Leipzig kommen.“

Weitere Informationen unter www.fluechtlingsrat-lpz.org

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