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Arbeitsmarkt: Leipzig will Zugang für Flüchtlinge verbessern

Stadtrat beschließt Arbeitsmarkt: Leipzig will Zugang für Flüchtlinge verbessern

Flüchtlinge in Leipzig sollen besser in den Arbeitsmarkt integriert werden. Wirtschaft, Verwaltung, Migrantenbeirat und das Resque-Projekt der Caritas sollen an einem Strang ziehen.

Die Stadt Leipzig soll künftig mehr tun, um Flüchtlinge besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren. (Symbolbild)

Quelle: dpa

Leipzig. Die Stadt Leipzig soll künftig mehr tun, um Flüchtlinge besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Das hat der Stadtrat am Mittwoch auf Antrag der SPD-Fraktion beschlossen. Wirtschaftskammern sowie die Agentur für Arbeit und das Jobcenter sollen mit gezielter Beratung und Projekten dazu beitragen, dass Flüchtlinge je nach Aufenthaltsstatus gezielt und schnell eine Ausbildung oder einen Job finden.

SPD-Stadtrat Christopher Zenker bedankte sich öffentlich bei allen Ehrenamtlichen, die sich in den vergangenen Wochen für die menschenwürdige Unterbringung der vielen nach Leipzig kommenden Flüchtlinge eingesetzt haben. "Aber die Mammutaufgabe liegt noch vor uns", sagte er. Die meisten Asylbewerber blieben voraussichtlich lange in Deutschland, vielleicht für immer. Bei der Integration könne es in den kommenden Jahren auch Rückschläge geben.

Aber insgesamt sei davon auszugehen: "Wer sein komplettes Leben zurücklässt, ist hoch motiviert". Zenker nannte Studien, die von 40.000 unbesetzten Lehrstellen in Deutschland ausgehen. Auch wenn nicht jeder ein brillanter Ingenieur sein könne, genau solche Menschen würden gesucht.

In der Beratung hat Leipzig bereits erste Maßnahmen umgesetzt. Beim Jobcenter und der Arbeitsagentur gebe es spezielle Ansprechpartner für Flüchtlinge, betonten Jessica Heller von der CDU-Fraktion und Naomi-Pia Witte von den Linken. Die geforderten Maßnahmen sei deshalb bereits Verwaltungshandeln.

Das sah Zenker nicht ganz so: Vieles sei erst nach der Antragstellung im Juni auf den Weg gebracht worden. Am runden Tisch Asyl hätten die Stadtverwaltung und Unternehmer außerdem gerade erst bestätigt, dass das Thema Integration in den Arbeitsmarkt bisher zu kurz gekommen sei. Unter anderem habe das Caritas-Netzwerk Resque Plus 2.0 im Sommer noch vor dem Aus gestanden, sagt er weiter.

Das Resque-Projekt, das über den Sächsischen Flüchtlingsrat mit weiteren Akteuren des Arbeitsmarkts vernetzt wird, erstellt unter anderem Qualitäts- und Integrationspläne und prüft Kompetenzen, um Flüchtlingen den Zugang zum Job zu erleichtern. Resque wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds finanziert und kann jetzt offenbar weiterarbeiten.

Die SPD-Fraktion nahm außerdem einen Änderungsantrag der Grünen auf. Nicht nur die Zusammenarbeit von Sozial- und Wirtschaftsdezernat seien wichtig, so Petra Cagalj-Sejdi von den Grünen. Auch der Migrantenbeirat müsse beteiligt werden. "Wir sollten die Expertise derer nutzen, die die Problematik kennen und wissen, wie Projekte beschaffen sein müssen, damit sie funktionieren". Der Antrag wurde schließlich mehrheitlich und mit Gegenstimmen aus dem konservativen Lager verabschiedet.

Wermutstropfen: Die Verwaltung wies in ihrem schriftlichen Standpunkt darauf hin, dass ausgerechnet die berufsbezogene Sprachförderung in Leipzig nicht stattfinde. Für diese Kurse gebe es derzeit keine Bundesmittel. Das Geld sei aber beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge beantragt.

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