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Flüchtlinge auf Leipzigs Neuer Messe: „Die Halle ist rappelvoll“

Vier weitere Busse angekommen Flüchtlinge auf Leipzigs Neuer Messe: „Die Halle ist rappelvoll“

Die Flüchtlingsunterkünfte in Leipzig können kaum noch Menschen aufnehmen. In der vergangenen Nacht sind vier weitere Busse an der Neuen Messe angekommen. Auch am Donnerstag werden von dort aus Asylbewerber in andere Bundeländer verteilt.

Ein Bus mit Flüchtlingen erreicht die Neue Messe.
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Am Donnerstag sollen noch einmal knapp 600 Flüchtlinge auf der Neuen Messe in Leipzig ankommen. Laut Landesdirektion werde gegen Mittag ein Sonderzug mit Asylsuchenden aus München erwartet. Die etwa 570 Menschen bleiben aber nicht in der Messestadt. „Wir haben in Leipzig keine Kapazitäten mehr“, so Jana Klein von der Landesdirektion gegenüber LVZ.de. Stattdessen werden je etwa 190 Menschen nach Thüringen, Sachsen-Anhalt und in die sächsische Erstaufnahmeeinrichtung in Chemnitz gebracht.

Die derzeit in Leipzig vorhandenen Plätze für Flüchtlinge sind nahezu ausgeschöpft. „In der Nacht sind noch einmal vier Busse angekommen“, sagte Klein, gegenüber LVZ.de. Rund 200 Menschen wurden noch einmal in der Halle 4 auf der Neuen Messe untergebracht. Dort leben inzwischen 1860 Menschen. „Die Unterkunft ist rappelvoll“, so Klein. Derzeit ständen in den Erstaufnahmeeinrichtungen in der Stadt nur noch einzelne Betten zur Verfügung.

Wegen der aktuellen Zugangszahlen von Asylbewerbern prüfe die Landesdirektion gemeinsam mit dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB) weitere Gebäude. Welche Objekte derzeit in Leipzig unter die Lupe genommen werden, sagte Klein nicht. Es handele sich aber in erster Linie um landeseigene Immobilien.

Für Unruhe sorgten in den sozialen Netzwerken am Morgen Meldungen, wonach sich in der Messehalle das Norovirus verbreitet. Klein bestätigte einen Fall, warnt aber vor Hysterie. „Zwei kleine Jungs sind mit Verdacht auf Noroviren in die Universitätsklinik eingeliefert worden“, so die Sprecherin. Bei einem Kind hätten sich die Befürchtungen bestätigt, es sei zur Behandlung im Krankenhaus geblieben. „Bei dem Rest der Familie haben die Ärzte nichts festgestellt“, berichtete Klein. Die Halle stehe nicht unter Quarantäne.

Stationäre Kontrolle auf der A 17

Die Bundespolizei hat derweil auf der Autobahn 17 am Mittwoch eine stationäre Grenzkontrolle eingerichtet. „Die Lage in Serbien und Ungarn könnte dazu führen, dass vermehrt Schleuser auftauchen“, erklärte Christian Meinhold, Sprecher der Bundespolizei in Pirna. Wie lange die Kontrollstation in Bad Gottleuba-Berggießhübel (Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge) erhalten bleibe, sei noch unklar. Die Bundespolizei hat sich auf einen längeren Zeitraum eingestellt.

Bereits in Oberwiesenthal und Marienberg (Erzgebirgskreis) gibt es rund um die Uhr Kontrollen. An der Autobahn 4 an der polnischen Grenze sei derzeit keine Grenzstation geplant, erklärte Meinhold.

Ruhige Nacht in München

Etwa 30 Flüchtlinge sind in der Nacht zum Donnerstag am Münchner Hauptbahnhof angekommen. „Die Nacht war sehr ruhig“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Jedoch würden im Laufe des Vormittags mehrere Hundert Flüchtlinge erwartet, die mit Regionalzügen aus dem Grenzort Freilassing gebracht werden sollten.

Am Mittwoch waren den Angaben nach etwa 1600 Flüchtlinge am Münchner Hauptbahnhof angekommen. Seit die Bundespolizei die Grenze zu Österreich kontrolliert, werden die Flüchtlinge in der Regel bereits beim Grenzübertritt gestoppt und in Sammelstellen in der Region gebracht. Am Mittwoch zählte die Bundespolizei rund 4600 Asylsuchende in Deutschland.

Nach der Abriegelung der ungarischen Grenze kommen deutlich mehr Flüchtlinge nach Kroatien als zunächst von der Regierung erwartet. Rund 5400 Menschen seien bereits eingetroffen, berichtete der öffentlich-rechtliche Sender HRT in Zagreb am Donnerstag unter Berufung auf das nationale Rote Kreuz. Weitere 4000 würden in den nächsten Tagen erwartet. Innenminister Ranko Ostojic hatte das Nachbarland Serbien am Mittwochabend aufgefordert, die Zahl der aus Mazedonien und Griechenland kommenden Flüchtlinge einzudämmen.

Kroatien überlege, sonst seine Grenzpolitik zu ändern. Kroatiens Außenministerin Vesna Pusic warnte, dass ihr Land nicht so viele Flüchtlinge aufnehmen könne: „Wenn es Tausende sind, schaffen wir das, aber Zehntausende - dafür haben wir nicht die Kapazitäten“, sagte sie HRT. Viele der Flüchtlinge würden von Bussen auf der serbischen Seite der Grenze abgesetzt, meldete der Sender. Die Menschen überquerten dann die Grenze zu Fuß. Am Donnerstagmorgen wurden 800 Flüchtlinge von Tovarnik an der Grenze zu Serbien mit dem Zug nach Dugo Selo östlich von Zagreb gebracht. Dort sollen sie in einem Erstaufnahmezentrum unterkommen.

Der österreichische Bundeskanzler Werner Faymann wollte am Donnerstag Zagreb sowie die slowenische Hauptstadt Ljubljana besuchen, um mit den Regierungen Kroatiens und Sloweniens über die Flüchtlingsfrage zu beraten. (mit dpa)

Von Matthias Roth / jhz

Leipzig, Neue Messe 51.397074 12.400332
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