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Flüchtlinge in der Grube-Halle: Leipziger Politiker kritisieren Ulbig

Kopfloses Agieren Flüchtlinge in der Grube-Halle: Leipziger Politiker kritisieren Ulbig

Die Art und Weise, wie die Landesregierung nun Flüchtlinge in der Messestadt unterbringen will, stößt bei Leipziger Politikern auf Kritik. Darüber hinaus rufen sie zur Hilfe für die Asylbewerber auf.

Blick in die Ernst-Grube-Halle auf dem Sportcampus der Uni Leipzig.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Die kurzfristige Umgestaltung der Ernst-Grube-Halle zur Flüchtlingsunterkunft stößt in der Leipziger Lokalpolitik auf scharfe Kritik. Vertreter von SPD, Linken und Grünen warfen der sächsischen Landesregierung vor, kopflos zu agieren und dabei das Wohl der Geflüchteten aufs Spiel zu setzen. Trotzdem müsse nun alles getan werden, um den Asylsuchenden in der Messestadt zu helfen.

Juliane Nagel (Die Linke) ließ sich als Abgeordnete im Landtag erst Ende Juli eine Liste von Landesimmobilien in der Messestadt schicken, die für Flüchtlingsunterbringung in Frage kämen. „Meine Anfrage ergab, dass solche zwar vorhanden sind, aber für Flüchtlingsunterbringung nicht genutzt werden“, erklärte Nagel. Zudem gebe es weitere Objekte, die zwar Eigentum des Immobilien-Staatsbetriebs SIB seien, aber bisher ebenfalls nicht genutzt würden – wie beispielsweise die leer stehende Kinderklinik in der Oststraße 25. Nagel forderte von der Landesregierung am Donnerstag, solche Objekte intensiver zu prüfen, bevor Lösungen wie die Ernst-Grube-Halle in Betracht gezogen würden. „Zwar sind Turnhallen besser als Zelte, doch auch sie sind keine akzeptable Dauerlösung“, so die Linkspolitikerin.

Die Ernst-Grube-Halle wird am Freitag zur Interimsunterkunft für Asylbewerber. Das Gebäude auf dem Sportcampus der Uni Leipzig soll bis zu 600 Flüchtlinge aufnehmen. Fotos: Dirk Knofe

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Vorbereitung unmöglich – Ressentiments in der Rhetorik

Auch Leipzigs Jungsozialdemokraten (Jusos) stoßen sich an der Unterbringung von Flüchtlingen in einer Turnhalle. „Für uns Jusos ist es unerträglich, wenn wir hunderten Asylsuchenden nicht mehr als ein Bett in einer Sporthalle bieten können“, sagte Vorsitzender Matthias Köhler. Er monierte darüber hinaus, dass der Innenminister die Kommune erst so kurzfristig über die Pläne informiert habe. „Wir Jusos können beim aktuellen Krisenmanagement von Innenminister Ulbig nur den Kopf schütteln.“ Eine ausreichende Vorbereitung der Beteiligten werde dadurch unmöglich und die Situation für die Geflüchteten unnötig verschärft.

Christin Melcher, Vorstandssprecherin der Leipziger Grünen, kritisierte darüber hinaus auch die Rhetorik der Landesregierung in der aktuellen Asylpolitik. „Begriffe wie ‚Flüchtlingsstrom‘ oder ‚Notunterkünfte‘ oder ‚Bugwelle‘ zeigen deutlich die Unfähigkeit der sächsischen Staatsregierung, ihre humanitären Pflichten zu erfüllen“, so Melcher.

Damit würden Ressentiments gegenüber Flüchtlingen geschürt und „einem rassistischem Mob in die Hände gespielt“, erklärt die Grünen-Politikerin. Ihre Partei fordere deshalb bessere Konzepte für eine Willkommenskultur. Unter anderem müsse die Unterbringung von Asylsuchenden im eigenen Wohnraum und Möglichkeiten zur Teilhabe an Wohngemeinschaften forciert werden.

Aufruf zur Hilfe für Asylbewerber

So ärgerlich die Lage aktuell sei, „so wichtig ist es, den Geflüchteten alle menschenmögliche Hilfe zukommen zu lassen“, sagte Jusos-Sprecher Köhler. Die Sozialdemokraten riefen dazu auf, weiterhin den Spendenaufrufen der Hilfsorganisationen zu folgen. „Alle können etwas tun, um die Situation der ankommenden Menschen zu verbessern“, sagte Köhler.

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