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Leipziger Museen, Schauspiel- und Musikakteure bieten Flüchtlingen Ausdrucksmöglichkeiten

Willkommenskultur Leipziger Museen, Schauspiel- und Musikakteure bieten Flüchtlingen Ausdrucksmöglichkeiten

Das Engagement der Leipziger Kultureinrichtungen für Flüchtlinge ist vielschichtig. Einmal pro Monat haben Asylbewerber bereits kostenlosen Zugang zu Leipzigs Museen. Weitere Projekte sind geplant.

Kulturelles Angebot: Die Oper Leipzig lädt Flüchtlinge zu kostenlosen Proben vom Musical "Der Zauberer von Oss" ein.

Quelle: Tom Schulze

Leipzig. Die Leipziger Museen und Kultureinrichtungen tragen seit längerem dazu bei, angekommene Flüchtlinge in die Gesellschaft einzubinden. Laut dem ersten Umsetzungsbericht zum „Gesamtkonzept zur Integration der Migrantinnen und Migranten in Leipzig“, der dem Stadtrat bereits 2014 vorgelegt wurde, konnten schon konkrete Maßnahmen erfolgreich verwirklicht werden. Da der Flüchtlingsstrom zunimmt, erweitern die städtischen Kultureinrichtungen in Kooperation mit dem Flüchtlingsrat und anderen Vereinen sukzessive ihr Angebot.

Integrationsbemühungen einerseits und Willkommenskultur andererseits sollen dabei vorangetrieben werden. Besonders Flüchtlinge, die eine Bleibeperspektive haben, sollen möglichst früh in die Leipziger Stadtgesellschaft einbezogen werden. Das erfolge in erster Linie durch das Erlernen der deutschen Sprache, heißt es aus dem Kulturdezernat von Bürgermeister Michael Faber (parteilos).

Fast 12 Prozent der Leipziger Bevölkerung sind Migranten. Tendenz weiterhin steigend. Kunst und Kultur hätten einen entscheidenden Anteil, wenn der Diskurs über gesellschaftliche Veränderungen geführt werde, heißt es vom Amt, denn hier würde immer wieder verhandelt, was eine Gesellschaft für wichtig erachte. Die kommunalen Kultureinrichtungen der Messestadt seien daher gefordert, eine Willkommenskultur zu gestalten. In den vergangenen zehn Jahren wurden elf Mitarbeiter des Kulturamts und der Leipziger Museen durch interkulturelle Weiterbildungen und Fortbildungen dafür geschult.

Einmal im Monat freier Eintritt in Museen

Einen eintrittsfreien Tag im Monat bieten mittlerweile alle Museen in Leipzig an. Während sich der Zoo Leipzig auf ermäßigte Eintrittspreise konzentriert, lädt die Oper zum Beispiel kostenlos zu Proben von „Peter und der Wolf“, „Romeo und Julia“, „Aschenputtel“ oder „Zauberer von Oss“ ein.

Projektbezogene Partizipation von Flüchtlingen ist beim Erwachsenen- und Kinderchor des Gewandhauses ausdrücklich erwünscht. Jeder, der eine gewisse musikalische Eignung besitzt, kann Mitglied werden. Deutschkenntnisse sind dabei nicht vorrangig notwendig. Auch die Musikschule veranstaltet ein Projekt für Asylbewerber, namens „Singt euch ein!“. 30 Leipziger Grundschulen und vier DaZ-Schulen (Deutsch als Zweitsprache für Kinder von Migranten) machen dabei mit.

Live-Übersetzungen bei Theateraufführungen

Das Schauspiel Leipzig bietet bei ausgewählten Aufführungen Simultanübersetzungen in Englisch und Spanisch an, damit auch fremdsprachige Besucher die Handlung der Theaterstücke nachvollziehen können. Außerdem werden 15 bis 20 Schüler des Borsdorfer Gymnasiums im Januar gemeinsam mit Theaterpädagogen einen Hörbeitrag zum Thema Flüchtlinge in Leipzig produzieren.

Langfristig überlegt die Oper, ob sie kostenlose Probenbesuche, Hausführungen und Vorstellungsbesuche für Flüchtlinge anbieten soll. Auch mobile Kinderproduktionen, die in Flüchtlingsheimen Stücke aufführen könnten, sind im Gespräch. Außerdem versucht der Freundeskreis in Abstimmung mit der Schauspiel-Theaterleitung, 100 Freikarten für das Weihnachtsmärchen am 6. Dezember zu organisieren.

Fördermittel beim Sächsischen Staatsministerium beantragt

Um den Sprachlernprozess der Kinder mit ausländischer Herkunft zu unterstützen, überlegt die Musikschule, ob sie für die DaZ-Klassen der Wilhelm-Wander-Schule den Fachbereich Musische Elementarfächer anbietet. Fördermittel hat die Kultureinrichtung bereits beim Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz beantragt.

Ferner planen die Leipziger Städtischen Bibliotheken (LSB), die Mitarbeiterkapazitäten für Einführungsveranstaltungen zu erhöhen. Neben den DaZ-Kursen veranstalten die LSB seit Sommer 2014 in Kooperation mit dem Füchtlingsrat Leipzig einen monatlichen Infoabend, bei dem Flüchtlinge lernen, wie die Medien in der Bibliothek genutzt werden können. Die Kultureinrichtung überlegt, ob sie demnächst sogar Medienboxen für DaZ-Klassen und Flüchtlingsheime zur Verfügung stellen soll.

Freizeitangebote für Flüchtlingskinder

Für Kinder von Asylbewerbern möchte das Stadtgeschichtliche Museum bald Freizeitangebote wie Buchgestaltung, handbetriebenes Kino oder Straßenspiele anbieten. Das Grassi Museum plant außerdem „Zauberei“-Führungen für die Fünf- bis Achtjährigen. Hierbei steht die Sprache nicht im Vordergrund, sondern Erfahrungen durch Sinneswahrnehmungen, zum Beispiel sehen und bewegen.

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