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Neue Asylunterkunft entsteht bis Jahresende im Leipziger Waldstraßenviertel

Am Rosental Neue Asylunterkunft entsteht bis Jahresende im Leipziger Waldstraßenviertel

In einem ehemaligen Altenpflegeheim an der Leipziger Waldstraße sollen ab November Flüchtlinge wohnen können. Bis Anfang 2017 soll die Kapazität der Gemeinschaftsunterkunft auf 275 Betten ausgebaut werden.

Blick auf die ehemalige Senioren-Wohnanlage im Leipziger Waldstraßenviertel, die ab November 2016 von Flüchtlingen bewohnt wird.
 

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Im Waldstraßenviertel entsteht bis zum Jahresende eine neue Asylunterkunft. Die Pläne aus dem Dezernat von Sozialbürgermeister Thomas Fabian (SPD) sind schon länger bekannt, nun aber konkreter. In vier Gründerzeithäusern, die bis Ende 2015 als städtisches Altenheim genutzt wurden, sollen spätestens ab Januar 2017 – in Teilen schon ab November – bis zu 275 Geflüchtete einziehen. Bis dahin wird die Anlage teilweise saniert und für den Bezug vorbereitet, heißt es in einer jetzt veröffentlichten Informationsvorlage für die Leipziger Ratsversammlung. Das Gremium muss indes nicht mehr zustimmen, da Entscheidungen zur Asylunterbringung vom Oberbürgermeister getroffen werden können.

Das knapp 7.800 Quadratmeter große Gelände befindet sich zentrumsnah an der Waldstraße 74 bis 80. Die dreigeschossigen Gebäude, allesamt erbaut zu Beginn des 20. Jahrhunderts, liegen entlang der Magistrale und bieten zudem Stellflächen und Grünanlagen auf der Rückseite. Bis Ende November 2015 wohnten im einstigen „Altenpflegeheim am Rosental“ noch 225 Senioren. Nach Eröffnung einer neuen Anlage in der nahen Goya-Straße, die neben Altenpflege auch Kindertagesstätte und betreutes Wohnen beinhaltet, konnten die bisherigen Bewohner aber dorthin umziehen.

5,3 Millionen Euro Investitionen

Das zuletzt Ende der 1970er Jahre modernisierte Gebäudeensemble an der Waldstraße entspricht kaum mehr aktuellen Altenpflege-Standards. Der Betreiber und Immobilienbesitzer – die Städtischen Altenpflegeheime (SAH) – will sanieren, um in Zukunft auch dort noch barrierefreie Betreuung anbieten zu können. Die nun eingeschobene Zwischennutzung als Flüchtlingsunterkunft kommt diesem Ansinnen auch zu pass: Einige der Investitionen, wie etwa weitreichende Brandschutzmaßnahmen, werden bereits in den kommenden Monaten umgesetzt. Insgesamt 5,3 Millionen Euro soll die SAH bis zum Jahresende in den vier Gebäuden investieren, heißt es.

Im Gegenzug erhält die 100-prozentige Stadttochter zur Refinanzierung fünf Jahre garantierte Mieteinnahmen durch die neue Flüchtlingsunterkunft. Bei Bedarf könne der Mietvertrag auch verlängert werden, zu dann allerdings günstigeren Konditionen. Da Asylunterbringung eine kommunale Pflichtaufgabe ist, wird die Stadt Leipzig für diese Ausgaben auch finanzielle Hilfen von Land und Bund geltend machen. Wie OBM Burkhard Jung (SPD) im vergangenen Jahr erklärte, müsse der Bund die Flüchtlingsinvestitionen der Städte und Gemeinden letztlich sogar in voller Höhe übernehmen.

Wohneinheiten von 20 bis 40 Quadratmeter

Bezugsfertig werden die vier Gebäude verschiedene Wohnraumgrößen von etwa 20 bis 40 Quadratmeter bieten, zum Teil auch für Familien geeignet. Pro Etage gibt es laut der veröffentlichten Pläne durchschnittlich sieben Wohneinheiten für jeweils mindestens zwei Personen, Gemeinschaftsräume, eine Küche, Bad und Toilette. Auf dem von der Straße rückwärtigen Gelände ist laut der Ideen auch noch ein Kinderspielplatz denkbar.

Die geplante Asylunterkunft an der Waldstraße ist eine von 20 neuen Gemeinschaftsanlagen für Flüchtlinge, die in diesem Jahr in Leipzig entstehen. Mitte Mai gab es 4.551 Plätze in kommunalen Unterkünften. Laut der Prognosen des Freistaates aus dem Frühjahr wird die Messestadt in diesem Jahr insgesamt etwa 6.900 Flüchtlinge aufnehmen müssen, die aus den Erstaufnahmen kommen. In der Leipziger Stadtverwaltung geht man von 4000 Menschen aus, will sich aber auch einen Puffer von weiteren 2000 Betten vorhalten.

Von Matthias Puppe

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